Chronicles of Narnia I

Wenn ich bei Amazon ein billiges Spiel oder ähnliches abgreife, das gerade so unter den 20 Euro für freien Versand liegt, steck ich gern noch was anderes billiges dabei, um drüber zu kommen. Ich falle also voll auf den Trick rein und bestelle zwei Artikel, obwohl ich nur einen wollte. So ein Buch kostet ja nicht viel und ist schnell dazu gefunden beispielsweise. So auch mit den Chronicles of Narnia, bei dem es mal wieder eine echt schön billige English Books Variante gibt, die alle 7 Bücher ähnlich meiner Great Dune Trilogy in einen dicken Schinken fasst und den Bruchteil der deutschen Auflage kostet.

Nun natürlich die Frage, ich welcher Reihenfolge lesen? Es gibt die publizierte und chronologische Reihenfolge. Mein Band setzt sie in chronologischer Reihe, was bedeutet das die Prequels The Magician’s Nephew und The Horse and His Boy das erste respektive dritte statt das sechste und fünfte Buch ausmachen. Es gibt Argumente beiderseits (hauptsächlich das Lewis selbst mal meinte, eine chronologische Reihenfolge wäre wohl schöner, dann aber wieder, dass er dafür die Bücher gern umgeschrieben hätte). Ich geh mal die sichere Schiene und lese sie einfach in der Abfolge, in der sie ursprünglich publiziert wurden (und nach denen sich btw. auch die Verfilmungen – die ich nicht kenne – richten), den Anfang macht also: The Lion, the Witch and the Wardrobe.

Und viel gibt es eigentlich gar nicht zu sagen, die Bücher sind unglaublich kurz, wie ich merken musste, die Komplettedition kommt unter 800 Seiten raus, also knapp einen Hunderter pro Band. Freilich ist das Ding auch eher in einem Magazin-Format, denn dem eines Buches, aber damit haben die Taschenbuchversionen wohl auch nur so um die zweihundert Seiten pro Band. Die Kinder stolpern durch den Wandschrank nach Narnia (was schon überraschend lang dauert, bis ihr Abenteuer dort wirklich losgeht, gesehen an der Gesamtseitenzahl), stoßen dort auf den Retter Arslan und die Weiße Hexe, die das Land unter ewigem Schnee hält (aber es wird nie Weihnachten! – ist halt für Kinder geschrieben, gell?), sie treffen auf ein paar Sagengestalten und den Weihnachtsmann (ernsthaft), der ihnen Waffen gibt (ernsthaft), und letztendlich besiegen sie die selbsternannte Narnia-Königin und thronen selbst über das Land, bevor sie durch den Schrank wieder in ihre Welt zurückstolpern. Das ganze Ding ist ziemlich kurz, schnörkellos, einfach geschrieben und locker in wenigen Stunden eines Nachmittags durchgesmöckert.

Genau genommen erinnert es mich stark an Tolkiens Der Hobbit. Das mag kein großes Wunder sein, sind Tolkien und Lewis doch Landsmänner des gleichen Jahrgangs, beide von der Oxford University, beide befreundet gewesen und schrieben ihre Bücher circa zur gleichen Ära (Der Hobbit nun zwar etwas über 10 Jahre vorm ersten Narnia, Der Herr der Ringe hingegen kam zeitgleich heraus). Es sind halt beides recht simple, aber ganz charmante Kinderbücher, die im Ton geschrieben sind, als würde ein britischer Großvater seinen Enkeln abends vor dem Kaminfeuer eine Gutenachtgeschichte erzählen.

Ich komme am Ende von The Lion, the Witch and the Wardrobe dann auch zum ziemlich gleichen Ergebnis, wie damals, als ich den Hobbit gelesen habe: Es ist ganz niedlich und charmant, aber große Sprünge macht es meiner Meinung nach nicht. Ganz diesen absoluten Bestseller-Klassiker-Status kann ich nicht nachvollziehen, vielleicht wäre das anders, hätte ich es tatsächlich als Kind gelesen. Ein Tintenwelt oder ein Roman von Michael Ende ist Narnia nun aber davon, wie er mich begeistern könnte, jedoch noch lang nicht.

Ach ja, und was die religiösen Töne angeht, die Lewis-Geschichten gern angehängt werden. Eh, ich konnte davon hier noch nicht viel sehen, allerdings bin ich auch niemand, der überall angestrengt am Interpretieren sein muss, sondern die Sachen wohl viel oberflächlicher konsumiere. Die Menschen werden von der Narnia-Bevölkerung Söhne Adams/Töchter Evas genannt und die Weiße Hexe ist eine Tochter Liliths, aber abgesehen von diesen Bezeichnungen wollte sich mir jetzt nicht allzu viel Christentum aufdrängen beim Lesen. Dafür hat es mich an die Schneekönigin erinnert, gerade der Anfang.

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