Magyria

Damals, als sogar ich mal jung war, sehr jung sogar noch, so Pre-Teen-esque, habe ich gern Mystery gelesen. Das ist eine Reihe von Groschenromanen mit übernatürlichen Geschichten (abgesehen vom ersten Spinoff Mystery Thriller, wo es eben um bodenständige Thriller geht, nichts mit Monstern und so Kram, was aber die Zeit war, wo ich sowieso aufgehört habe, die Heftchen zu lesen), gerichtet an Teenie-Mädels, wodurch auch immer irgendwie eine Romanze in die Geschichte gequetscht werden musste. Sozusagen Proto-Twilight, nur das auch was passiert. Was soll ich sagen, ich mochte wie bereits erwähnt immer Gruselgeschichten, über meine ältere Schwester bin ich zu den ersten Heften gekommen und ich war halt noch jung und die kleinen Heftchen ein einfacher Snack für Zwischendurch, haben mir Geschlechterkonventionen noch nie so viel bedeutet. Warum ich das schreibe? Weil daher wohl meine gewisse Toleranz gegenüber so Sachen wie Magyria, die Southern Vampire Mysteries oder eben auch Twilight kommt (letztes, welches ich nicht gut finde, sondern sogar für einen kolossalen Langweiler mit schrecklich unsympathischen Charakteren halte, aber eben mich nie so ganz in den Hass reinsteigern konnte, wie manch anderer).

Magyria: Das Herz des Schattens erinnerte mich irgendwie nämlich sehr stark an Mystery, nur eben als vollwertiger Roman. Die Handlung startet sogar etwas schizo, springt der ersten Teil doch Kapitelmäßig ständig zwischen Budapest und Magyria hin und her. Die Geschichte in Magyria ist eigentlich waschechte Fantasy, von einem Lichtvolk, das gegen die Schatten und ihre Wölfe kämpfen muss, damit sie die Hauptstadt und das Königshaus nicht erreichen und damit die Welt verdunkeln. Die Schatten sind zwar eindeutig Vampire, aber man fühlt sich nach dem Klappentext, der sein Möglichstes tut, um die Twilight-Mädels zu fangen, fast im falschen Buch. Die Kapitel dazwischen in Budapest drehen sich um ein Au-pair, die herausfindet, dass die Tochter der Gastfamilie von einem Vampir ausgenutzt wird. Der ist zwar auch der Anführer der Schatten, es existiert also eine Verbindung, doch manchmal wirkt es, als würde man zwei komplett unabhängige und recht unterschiedliche Bücher dual lesen.

Dabei bleibt es natürlich nicht, sondern der letzte Lichtprinz wird zum Schatten gemacht, mit nach Budapest in die Realwelt genommen, weil das Blut der hiesigen Mädels ihnen besondere Kräfte verleiht, die sie in Magyria nicht bekommen und ein netter Zufluchtsort ist es natürlich auch, und Lichtprinz Mattim und Au-pair Hanna dürfen natürlich full on Twilight-Mode gehen. Von wegen Seelenverwandte, und ach ich bin doch ein Monster und will nicht von dir trinken, och ich geb dir mein Blut doch freiwillig weil ich dich so super toll finde und der ganze Kram. Der zweite Teil ist definitiv der Durchhänger des Buches (zugegebenermaßen waren die Budapest-Kapitel des ersten Teiles schon nicht sehr interessant, aber auch entsprechend kurz) und spannender wird es erst wieder im dritten Teil, wenn Mattim dann gegen den Schattenanführer um das Schicksal von Magyria (und seine geliebte Hanna natürlich) kämpfen muss. Der Fantasy-Part ist eben doch das interessante Szenario des Buches gegenüber dem Vampir-Romanzen-Teil, auch wenn er natürlich auch deutlich für ein jüngeres, weibliches Publikum geschrieben ist, so ein wenig für jene, die statt „Fee“ lieber „Fae“ schreiben vielleicht sogar. Außerdem gibt es mir gegen Ende zu viele einfache Wege aus Gefahrensituationen. Deus Ex Machina würde ich es nicht komplett nennen, ein wenig forshadowning gibt es nämlich, dennoch bugsieren viele zu einfache, zu plötzliche Lösungen die Charaktere zu schnell aus ihren Mieseren.

Ein totaler Reinfall war Magyria: Das Herz der Schatten so gesehen nicht. Man hat die 550 Seiten ja auch schnell mal runter gelesen. Aber insgesamt reicht es für mich für mehr als durchschnittlich nicht. Wie gesagt, der Vampir-Romanzen-Teil ist schrecklich langweilig, wenn auch nicht allzu Haareraufend a la Twilight, was allgemein bei den Budapest/Realwelt-Segementen eine Krankheit ist, dafür ist der Magyria/Fantasy-Teil ganz Ok, macht jetzt aber auch keine allzu großen Sprünge. Ganz interessant fand ich zumindest, dass auch hier mal wieder eine etwas andere Sicht von Vampiren entworfen wird und es ganz nett ist, zu sehen, wie viel davon eben nicht unbedingt aus moderner Vampirromantik kommt, sondern Nods zu den alten, Dracula/Nosferatu-esquen Zeiten sind, nur eben neuer und entsprechend harmloser interpretiert, teilweise eben auch mehr Fantasy-isch.

Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: