Junji Ito: Uzumaki

Auch zu Uzumaki habe ich bereits die Verfilmung gesehen, was aber fast zehn Jahre her sein wird, im Gegensatz zu Tomie und Gyo ist also diesmal beim Manga viel für mich zumindest so gut wie neu. Vielleicht sollte ich etwas später die DVD noch mal rauskramen und das Teil zum Vergleich erneut schauen. Wobei natürlich ein bisschen was vom Film beim Lesen wiedergekommen ist.

So, wie es mir kommen wollte, scheint jener sich nämlich hauptsächlich auf die ersten zwei Kapitel, den Tod von Shuichis Eltern, zu versteifen und das mit ein paar der schrägen Einfälle aus späteren Kapiteln auszuschmücken. Der Manga mit seinen drei Bänden legt nämlich da erst so richtig los, was den Spiralen-Fluch angeht.

Aber mal ganz von vorn. Es geht um eine japanische Kleinstadt, die eben von Spiralen besessen ist. Zunächst merkt man davon noch kaum was, auch wenn der regelmäßig die Nachbarstadt besuchende Shuichi bereits erwähnt, dass über der Heimatstadt eine schlechte Atmosphäre läge. Und dann ist sein Vater plötzlich besessen von Spiralen, sammelt das ganze so geformte Zeug, dem er habhaft werden kann und bekommt es sogar zustande, in Form einer Spirale zu sterben. Seither hat seine Mutter eine Phobie vor den Dingern und entfernt sich alle vom Körper, wie Haare oder Fingerabdrücke. Bis sie rausfindet, dass ein Teil des Innenohres auch wie eine Spirale aussieht und sich somit eine Schere in jene treibt, was sie nicht überlebt. Der Rauch, der beim Verbrennen ihrer Leichen aus dem Schornstein aufsteigt dreht sich auch spiralförmig und wird in den Libellen-Teich im Stadtkern gesogen.

Das sind im Prinzip die ersten zwei Kapitel, danach zieht sich Shuichi bei sich zu Hause zurück und wird immer verschrobener, der Blickwinkel geht mehr auf seine Freundin Kirie (die schon vorher die Erzählerstimme war) und wird erst Mal sehr episodisch, erzählt uns mehr und mehr übernatürliche Begebenheiten um Spiralen, in die die Stadt abzudriften scheint. Von Haar, dass ein Eigenleben bekommt und sich spiralförmig lockt; Hautkrankheiten, die Spiralknorpel entwickeln; bis hin zu Menschen, die sich in Schnecken verwandeln. Manche Einfälle sind unheimlich, einige sehr schräg, ein paar darunter auch etwas blöde. Aber an Kreativität mangelt es dem Herrn Ito ja bekanntlich zumindest nicht. Gegen Ende, nachdem Handlung und Stadtbewohner immer mehr und mehr in den Wahnsinn abgedriftet sind, die Spiralen schleichend präsenter wurden, gibt es wieder etwas mehr roten Faden, dem man die Lovecraft-Inspiration etwas ansehen mag.

Uzumaki hat mir zumindest von Itos Mangas bisher am besten gefallen. Es war kreativer wie Tomie, dabei aber nicht so übertrieben wie Gyo. Sondern herrlich schräger, schleichend-kreativer Horror ohne jegliche Erklärung der ganzen Geschehnisse.

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4 Kommentare

  1. Melli

     /  30. Juli 2012

    Ah, an den Film kann ich mich noch einigermaßen erinnern. Also der Tod der Eltern und so aber war die Hauptdarstellerin nicht ein Mädchen und deren Eltern haben sich umgebracht? An die Schneckenmenschen kann ich mich auch noch dunkel erinnern aber da hört es schon auf. Ich weiss gar nicht mehr, ob das mit den Spiralen hinterher „aufgeklärt“ wird im Film.

    Antwort
    • Wenn ich mich recht erinnere, gibt es Shuichi im Film auch. Die ganze Geschichte wird halt dennoch aus dem Blickwinkel seiner Freundin erzählt, deswegen erinnert man sich wohl mehr an sie. Im Film wird auch nix aufgeklärt, ich glaub das gefiel mir damals halt nicht so gut, zumindest einen kleinen Denkanstoß hät es geben können.

      Antwort
  2. Ach der war auch von dem? Hab den Film erst kürzlich wieder gesehen und er ist schon ein bisschen wirr. Aufgeklärt wird übrigens gar nix, aber das muss es auch nicht, soll ja ein bisschen Mystery bleiben.

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  3. Herrlicher Movie.

    Nimm Dir mal die Zeit und zähl alle Spiralen, die Dir im Film auffallen. Bei mir wurden das irgendwie pro neuem Anguggen mehr ^_^

    Antwort

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