Sexy Alice

Porn Spoofs können so schön dämlich-witzig sein, da war meine Neugier natürlich doch geweckt, sobald Ikki mich auf den Film gestoßen hatte. Zumal es mir eine Ausrede verschafft, mir doch endlich mal die OVA zu Miyuki-Chan in Wonderland anzuschauen, um etwas mehr zum Schreiben zu haben. Genau genommen gibt es noch einen weiteren Alice-Porn, einer aus den 70ern, wenn ich mich da richtig an eine Episode des Cinemasnobs erinnere. Aber 70er-Pornos sind so langweilig und hässlich, den muss ich mir nicht geben.

Egal, fangen wir erst mal ganz katholisch-keusch an mit Clamps Miyuki-Chan im Wunderland. Ich hab mir damals 2003, als ich noch Mangas kaufte und eh alles von Clamp ins Haus musste, das Ding gekauft, allerdings bisher nie die OVA geschaut gehabt. Jene besteht sowieso nur aus zwei Folgen von je einer Viertelstunde, die das „Wunderland“ respektive „Hinter den Spiegeln“ Kapitel abdecken.

In ihnen wird halt die Schülerin Miyuki in die Welten gezogen und trifft dort auf die verschiedenen Charaktere, die alle Frauen in mehr oder weniger reizender Wäsche und als Female-only-Gesellschaft natürlich auch alle Lesben sind, die ein hochgradiges Interesse daran bekunden, Miyuki aus ihrer Schuluniform zu bekommen. Wirklich schaffen tun sie das übrigens nie, das Machwerk ist weit entfernt davon ein Hentai zu sein, sondern ist weitestgehend eine Komödie, sexy Comedy. Viele hübsche Frauen in Reizwäsche und zweideutigen Posen, ein paar Panty-Shots von Miyuki, damit hört es im Prinzip auf. Wenig Antatschen, keine Küsse, im Spiegelland allerdings doch mal ganz kurz eine nackte Brust. Gewagt. Trotz Domina-Herzkönigin oder Schachfiguren, die beim Besiegen die Kleider verlieren, allzu erotisch ist die Reise also gar nicht mal.

Nun, ich war immer ein Fan von Clamp, aber alles ist nicht Gold, was ihnen aus der Feder tropft. Nicht jedes ihrer Werke ist ein X oder RG Veda, die School Detectives beispielsweise halte ich für hochgradig langweilig, 20 Masken kaum besser und Justice Guards Duklyon ist mal ganz witzig, aber auch etwas unspektakulär. Miyuki-Chan in Wonderland gehört zu den Serien, die eher weniger Wellen schlagen, will eine kleine, feine, harmlose Unterhaltung für Zwischendurch sein. Alles recht ohne Sinn und Verstand, aber wie viel Sinn steckt hinter Alices Abenteuern im Wunderland denn auch allgemein schon? Das Problem ist nur, dass alles so schrecklich unwitzig und langweilig ist.

Zumindest in der OVA. Habe dann auch noch mal in den Manga reingeschaut. Jener hat schon Mal den enormen Vorteil, dass er viel hübscher anzusehen ist. Din-A-4 und neben den eigentlichen Kapiteln davor und dahinter sogar noch ein paar ganzfarbige Artworks, was ja schon mal viel mehr her macht. Was die Handlung angeht, wird gleichzeitig weniger und mehr geboten. Mehr im Sinne als das die beiden Alice-Parodien nur die ersten beiden von 7 Kapiteln sind. Danach geht es noch ins Game, Mahjong, Teilzeitjob oder sogar das X Land. Die Kapitel sind auch hier sehr kurz, jeweils 10-15 Seiten, was dazu führt, dass die gerade mal 15 Minuten der OVA doch die Episoden stärker ausschmücken. Gerade im Spiegelland passiert dort viel mehr, während man beim Manga schon fast den Eindruck gewinnt, als fehlten mittendrin Panels, so abgehackt ist dort der Verlauf. Dafür fand ich den Manga insgesamt allerdings etwas humoriger und charmanter, nicht ganz so langweilig wie die animierte Version. Große Sprünge macht die Reihe natürlich so oder so nicht, darauf ist sie auch gar nicht konzipiert.

Das war jetzt doch wortreicher, als erwartet. Kommen wir nun aber zum Hauptevent des Tages, Malice in Lalaland, der nicht mehr so katholisch-keuschen Interpretation des Stoffes.

Malice liegt in der Anstalt von Dr. Queenie. Ein Hase macht sie frei (also von ihren Fesseln, nicht Bluse) und verhilft ihr zur Flucht. Während nun die Wache, der sie entkommen ist, sich auf ihre Fersen heftet, steigt Malice ins Auto von Chester Katz, dank dessen fahrbaren Untersatz sie immer einen Schritt voraus bleibt. Da kann man schon mal einen Abstecher machen, um sich im Alice-Cosplay fotografieren und vögeln zu lassen, bei Kater Pillz im Stripclub vorbeizuschauen oder sich in Matt Hatters Party-Orgie zu ergehen.

Alice in Wonderland also, aber als Road Movie und Porno. Und leider vorrangig letzteres davon, wodurch die Angelegenheit dann doch ziemlich langweilig ist. Ich hätte hier echt auf ein zweites Pirates gehofft, welches zwischen dem Ficken auch tatsächlich ein unterhaltsamer Film ist, den man sich sogar als Sex-befreite Version noch ansehen könnte. Bei Malice ist das leider nicht der Fall. Ich denke, dafür ist das Ausgangsmaterial vielleicht als Porno auch nicht geeignet genug. Alice ist ja nun mal eine ziemlich unzusammenhängende Sache ohne großen roten Faden. Was Alice in Wonderland interessant macht ist, die vielen verschiedenen, schrägen Charaktere zu treffen und zu sehen, wie sie mit Alice interagieren. Das fehlt hier natürlich, da alle Charaktere, auf die Malice trifft, zu sehr damit beschäftigt sind, sich das Hirn rauszuvögeln, statt witzige Persönlichkeiten zu präsentieren.

Was bleibt ist ein Prono, mit interessantem Speed-Metal-Soundtrack und einer brauchbaren Optik, als hätte Tarantino ihn (im Halbschlaf) gedreht, mit gar nicht mal allzu schlechtem Schauspiel und überraschend gutaussehenden Akteuren (die Frauen sind vergleichsweise wenig künstlich für Pornostarletts [besonders Sasha Grey ist echt ganz niedlich] und auch die Männer sind durch die Bank weg sexy [von Ron Jeremy in den Anfangscredits nicht abschrecken lassen, der kommt in den Nacktszenen nicht vor]), dem es halt leider zwischen dem zahlreichen Sex doch stark an was fehlt, um es hervorzuheben. Da sollte man sich von der ersten Viertelstunde in der Anstalt nichts vormachen: Danach wird’s erschreckend schnell konstant langweiliger.

Was übrigens den Bezug zu Alice in Wonderland angeht… eh… der ist auch eher schwach vorhanden. Es gibt eine Menge Name Dropping, aber wären Film und Charaktere anders benannt, ich wüsste nicht, ob ich gemerkt hätte, worauf das hiesige Geschehen basieren sollte. Selbst wenn dann am Anfang einer Sexszene mal die Leute Hasen- und Katzenköpfe tragen, was ja auch mal eine coole Idee wäre, wenn sie jene dann nicht immer nach einer halben Minute auch schon wieder abziehen würden.

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3 Kommentare

  1. Soso, na das klingt doch trotzdem irgendwie empfehlenswert, wenn ich mal grade Lust auf *ähem* weniger Story habe… =)

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