Masters of Horror 211-213

Kommen wir als zu einem Ende der zweiten und letzten Staffel der Masters of Horror. Zumindest unter diesem Namen.

Den Start macht The Black Cat, basierend auf einer Kurzgeschichte von Edgar A. Poe… vermischt mit dessen Biographie. Wir gelangen nicht gerade in den besten Lebensabschnitt, den man haben kann. Poe hat eine Schreibblockade, ein Alkoholproblem und seine Frau ist tödlich krank. Die schwarze Katze, die sie sich halten, fängt zudem an, sich seltsam zu benehmen. Oder ist es doch Poe, der merkwürdige Verhaltensmuster an den Tag legt und anfängt, in den Wahnsinn abzurutschen?

Eine der besseren Episoden der Staffel, manchmal eventuell etwas langsam, aber gerade die erste Hälfte und das Finale haben mir gefallen. Fängt auch schon schön stimmig an mit Illustrationen zu Poe-Geschichte. Schade das die restliche Optik der Episode langweiliger ist, zumindest ich mag den ausgewaschenen, fast monochromen Look, den auch schon Haeckel’s Tale hatte, nicht so sonderlich. Ansonsten, typische Poe-Handlung über einen Mann, der dem Wahnsinn verfällt, nie wirklich klar, was davon jetzt überhaupt wirklich passiert ist, was er sich nur einbildet und was eine Mischung aus beidem ist. Besonders das quasi Happy End… ob dies wirklich stattfindet, das davor Wahnsinn war, oder ob doch das davor echt war und er sich am Ende in den Wahnsinn geflüchtet hat (tendenziell natürlich letzteres).

Zu verdanken haben wir den Serieneintrag übrigens Stuart Gordon, der auch bei Re-Animator und H.P. Lovecraft’s Dreams in the Witch House der ersten Staffel auf dem Regiestuhl saß.

Mike, seine Frau, und deren super ängstliche Tochter machen einen Trip zum Haus der Großmutter, da sie deren Beerdigung beiwohnen wollen. Auf jener treffen sie einen Haufen schrulliger, alter Leute, die eine fast eklige Vorliebe für alle fleischliche Nahrung haben. Beim Aufräumen des alten Hauses macht Mike zudem eine interessante Entdeckung: In einem Brief, der möglicherweise vom Gründer der Nation, Washington himself, stammen könnte, lässt jener sich darüber aus, wie lecker doch kleine Kinder schmecken.

Mit The Washingtonians flattert uns eine bitterböse schwarzhumorige Episode ins Haus inklusive einiger schrulliger Charaktere und auch ein paar recht ekligen Fressszenen gegen Ende. Eine runde Sache also sollte man meinen, schräges Konzept grundsolide umgesetzt. Und das ausnahmsweise wieder von einem der wenigen neuen Gesichtern in der Staffel, Peter Medak, auf dessen Konto auch Species II, die TV-Miniserie basierend auf Anne Rices The Feast of All Saints sowie Folgen für House und Breaking Bad gehen.

Auch in der zweiten Staffel stammt die finale Episode von einem Japaner. Nein, Miike ist nicht zurückgekehrt, diesmal durfte Norio Tsuruta ran, der auch für Ring 0 verantwortlich ist. Genau wie jener basiert auch Dream Cruise übrigens auf einer Kurzgeschichte von Koji Suzuki (von dem auch Dark Water sowie natürlich Ring, Spiral und Loop sind). Außerdem hat man sich auch hier einen Marketing-Gag ausgedacht: Dream Cruise wurde als Feature Length von 90 Minuten gedreht, obwohl die Folgen ja nur einen Ein-Stunden-Slot füllen. Für die TV-Ausstrahlung hat man ihn dann auch entsprechend runter gekürzt, damit man dann mit einer längeren Uncut-DVD werben konnte.

Jack ist Anwalt und lebt in Tokyo, sein größter Klient ist Eiji, der ihn auf einen Bootstrip einlädt. Jack lässt sich überreden, obwohl er und Eijis Frau Yuri eine gemeinsame Vergangenheit haben, die der eifersüchtige Ehemann sicherlich nicht toll finden würde, und er seit sein Bruder ertrunken ist auch eigentlich eine Phobie vor dem Meer hat. Tja, Eiji verhält sich immer seltsamer den beiden gegenüber und Geistererscheinungen gibt es obendrein auch noch.

Hmm… Dream Cruise ist eigentlich ein solide gemachtes Ding, aber auch furchtbar unoriginell. Halt die typische Supsens-JHorror-Sache. Ein paar kalkige Geister hier, Haare im Wasser dort, ein paar Flashbacks dahingehend, warum der Geist Rache will. Das Übliche halt. Zudem gibt es ähnlich Imprint einen hölzern spielenden Amerikaner unter Japanern, die deutlich ihre Probleme mit dem Englisch haben. Immerhin geht die Folge relativ zügig voran, auch wenn sei manchmal gar etwas verwirrend sprunghaft erscheint. Beides gemünzt auf die 60-minütige TV-Serien. Ich hatte nicht wirklich den Sinn danach, extra den 90-Minüter aufzutreiben, vor allem nachdem etwas Recherche zum Vorschein brachte, das jener ziemlich viele Längen haben soll, also hauptsächlich nicht sonderlich interessantes Gesprächs-Füllmaterial hinzufügen soll. Die TV-Fassung ist zumindest nett kompakt und erlaubt sich keine allzu große Langeweile, aber vielleicht mal abgesehen vom unfreiwillig komischen Kampf mit dem abgetrennten Arm auch keine großen Sprünge.

Und somit endet Masters of Horror. Für die zweite Staffel konnte ich mich insgesamt nicht ganz so sehr begeistern, wie noch für die erste. Allerdings ist es ein qualitativ ebenmäßigeres Produkt, hat zwar auch bessere und schlechteres Folgen, aber eben keine, die an die besten, jedoch auch keine, die an die schlechtesten der ersten Staffel heran reichen. Wobei es mir immer mal wieder so vor kam, dass sich die Macher eventuell wegen des 60-Minuten-Limits etwas zu sehr selbst eingeschränkt hatten, die Konzepte eher für knackigere 30 Minuten geeignet gewesen wären und die Stunde so nicht ganz optimal gefüllt war. Recht solide sind immerhin die meisten, somit auch diese Staffel hier durchaus sehenswert. Mal sehen, wie Fear itself, der Semi-Nachfolger, so ist.

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Ein Kommentar

  1. Ich fand die Poe-Episode eigentlich recht herausragend. Gut, das mag daran liegen, dass ich die Geschichte bereits zuvor gelesen und für gut befunden hatte, aber ich fand es einfach interessant, wie man diese umgesetzt und in die Lebensgeschichte von Poe eingesponnen hatte.
    „The Washingtonians“ erinnerte mich ziemlich an „2001 Maniacs“ (hab das Original hiervon wiederum leider nicht gesehen). Herrlich schräg und widerwärtig.
    Bei „Dream Cruise“ muss ich dir allerdings zustimmen: Ziemlicher Standard-J-Horror, den ich übrigens auch „Dark Water“ zuschreiben würde, obschon ich hier leider nur das US-Remake gesehen hatte. Ich sollte mich mal an die Kurzgeschichten ransetzen, hab die ja hier im Original. Vielleicht sind die ja besser.

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