Masters of Horror 201-203

Showtime gab grünes Licht, was die Verlängerung der Serie anging (noch zumindest, Staffel 3 wurde dann ein Riegel vor geschoben) und so erschienen im Folgejahr direkt weitere 13 Einstünder von verschiedenen Horror-„Meistern“. Einige davon bereits aus der Vorstaffel bekannte Gesichter.

Eine Kleinstadt in Texas, eine Familie beim Abendessen. Ausgelassene Stimmung, Frau und Sohn wollen den Vater mit einem Geburtstagskuchen überraschen. Da kommt der Party Pooper mit Schrotflinte in die Küche und schießt Mami übern Haufen, jagt den Sohn durchs Feld, bis Papi von etwas Unsichtbaren auseinander gerissen wird. Einige Jahrzehnte später ist der Sohn nun mit einem leichten Hinken und einer Narbe auf der Stirn davon gekommen und zum Sheriff des Städtchens herangewachsen. Da beginnen erneut Leute langsam durchzudrehen und sich oder andere spontan von einer Sekunde auf die andre zu ermorden.

The Damned Thing ist von Tobe Hooper, dem wir neben Poltergeist und dem Texas Chain Saw Massacre auch die Folge Dance of the Dead der ersten Staffel zu verdanken haben. Merkt man auch, denn erneut bekommen wir eine eher schwache Episode vorgesetzt. Teilweise sogar mit den gleichen Problemen: Es ist einfach etwas langweilig und bis kurz vorm Finale ziemlich ziellos, obwohl es eine eigentlich sehr simpel gestrickte Handlung ist, bei der man weiß, wo sie hinführen wird. Es gibt allerdings einen recht hohen Body Count und relativ viel Gore zu sehen, wenn denn dann mal endlich Gewalt ausbricht. Ich glaub die Folge ist irgendwo einfach zu lang, wäre das eine halbstündige Tales from the Crypt Folge, wo man viele der langweiligeren Szenen kürzt, es würde wahrscheinlich mehr her machen. Denn so simple wie die Handlung ist, so effektiv könnte sie theoretisch sein, getrimmt und spannender aufgezogen. Oder dann halt doch stärker ausgeschmückt, zu einer Art Needful Things.

Family startet in einer Vorzeige-Vorstadt, spielende Kinder auf der Straße, gepflegte Vorgärten, Mittelschicht-Häuser und kein Schwarzer weit und breit. And they are all made out of ticky tacky and they all look just the same. Allerdings hat einer der Nachbarn eine Leiche im Keller… und zwei im Obergeschoss. Der alleinstehende Harold hat nämlich die Initiative ergriffen und macht sich seine eigene kleine Familie, in dem er Leute entführt und dann mit ihren Skeletten in seiner kleinen Illusion ein Familienleben nachstellt. Er hat auch neue Nachbarn, ein junges Pärchen, an dessen Frau er Interesse findet.

Eine gute Folge, keine geniale, aber doch recht gut. Vor allem der Kontrast zwischen der hellen, übertrieben reinen Vorstadtwelt inklusive Gospel-Gesänge über Jesus zu Harolds ekligen kleinen Vorhaben im Keller, wenn er mi Säure Fleisch und Haut von den Knochen wäscht, ist interessant. Zudem seine kleine Scheinwelt mit seiner „Familie“. Eine nette fiese Wendung gegen Ende gibt es auch, obwohl ich mir schon was in der Richtung gedacht hatte, nett ist sie dennoch. Außerdem ist’s alles recht trockenhumorig aufgezogen, nimmt sich häufig nicht super ernst. War ja auch John Landis auf dem Regiestuhl, der uns neben An American Werewolf in London und Blues Brothers auch die Deer Woman Episode der ersten Staffel beschert hat. Leider hat die Folge allerdings definitiv ihre Längen von weniger interessanten Szenen.

Justin ist nach einem Anruf seines von seiner Mutter geschieden lebenden Vaters total angepisst. Also schnappt er sich seinen Doom 3 spielenden Freund und geht mit ihm zum Bestatter, um dem mal eine richtige Leiche zu zeigen. Dummerweise treffen sie dort nur auf einen Vampir. Praktischerweise ist Justins Freund allerdings ein Schwarzer, und so kann Justin fliehen, während jener wie das bei Horrorfilmen so üblich ist, als Erster dran glauben muss. Bei der Polizei angerufen glaubt ihm natürlich keiner und dann steht plötzlich der Freund mit der verdächtig tödlichen Halswunde vor der Tür. Klar lässt Justin ihn dann einfach mal so rein und wird selbst angegriffen.

Man kann The V Word zumindest zu Gute halten, dass hier mal wieder eine andere, fiesere und unschöne Art von Vampir präsentiert wird. Hat Masters of Horror überhaupt lange gebraucht, seine erste Vampirgeschichte zu bekommen, wenn man mal so drüber nachdenkt. Vielleicht, weil moderne Vampirfilme eben keine Horrorfilme sondern Romanzen sind. The V Word ist immerhin ein Horrorfilm, wenn auch kein überragender. Nett, dass sich die Sache nicht ewig hin zieht, Justin wird bereist zur Halbzeit selbst rüber geholt und anschließend dreht sich die zweite Hälfte der Folge mehr darum, dass er seinen neuen Instinkten zu wiederstehen versucht. Macht leider keine super spannende letzte halbe Stunde. Außerdem handeln und sprechen die Charaktere eh alle extrem unrealistisch, aber eben nicht unbedingt in einer unterhaltsam cheesigen B-Horror-Manier.

Hier haben wir das erste neue Gesicht in der Regie, Ernest Dickerson, der vor allem Episoden für diverse TV-Serien gedreht hat, darunter neueren Datums auch die sehr beliebten Vampire Diaries, Dexter und The Walking Dead. Ganz ohne altes Blut kommt allerdings auch The V Word nicht aus, geschrieben hat sie nämlich Mick Garris, der auch die Chocolat und Haeckel’s Tale Folgen der ersten Staffel zu Papier brachte.

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2 Kommentare

  1. „der auch die Chocolat und Haeckel’s Tale Folgen der ersten Staffel zu Papier brachte.“
    So schön Französisch auch klingt, die Folge hieß Chocolate.^^

    Ha, da haben wir das erste Mal unterschiedliche Meinungen. Während ich mit deiner Kritik zu „The Damned Thing“ noch vollkommen d’accord gehe muss ich sagen, dass sowohl „Family“ als auch „The V Word“ beides wirklich gute Folgen waren. Insbesondere „Family“, dass als herlich derbe Gesellschaftssatire daher kommt.
    Angemerkt sei übrigens, dass die zweite Staffel in Deutschland nicht als solche zu erkennen ist, da die Filme einzeln und scheinbar ohne Verbindung zueinander veröffentlicht worden sind. Außerdem nennt sich „Family“ bei uns „Family Psycho“, warum auch immer…

    Antworten
    • Oh, „gut“ find ich Family auch. Halt nicht überragend, aber abgesehen von einer Länge hier und da gefiel sie mir schon. Bei The V Word hingegen eher nur die erste Hälfte.

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