Masters of Horror 103-105

In Dance of the Dead, wie sollte es bei diesem Namen auch anders sein, ist mal wieder die Zombie Apokalypse am Laufen, allerdings etwas anders, als üblich. Eine biologische Waffe hat die Leute entsprechend verwandelt und so wirklich aggressiv sind sie nicht, meist sind sie sogar ganz normaler Leichen, die erst durch Stimuli und injiziertes Blut wieder etwas zu zucken anfangen. Teenymädel Becky lebt derweil unter den Argusaugen ihrer Mutter ein behütetes Leben in deren Diner. Bis sie auf Rebell Jak trifft, sich in ihn verguckt und ihre rebellische Phase raus lässt, in dem sie mit dessen Gang in den Club Doom Room geht, wo Jak und Co. dem Besitzer für dessen Shows Blut verkaufen.

Ein kompliziertes Setup was die hiesigen Untoten angeht, dafür, dass der Film nicht viel draus macht. Allgemein macht er nicht viel, verschenktes Potential bei all den involvierten Namen. Im Regiestuhl saß Tobe Hooper, der das alte Texas Chainsaw Massacer, Poltergeist und die erste TV-Minireihe zu Brennen muss Salem ablieferte. Basierend auf einer Geschichte von Richard Matheson, der beispielsweise I Am Legend geschrieben hat und von Stephen King und Anne Rice als Inspiration genannt wird. Und den Leiter des Doom Rooms spielt kein anderer als Robert „Freddie Krueger“ Englund.

All das ist verschenkt in einem Film, der einfach so Ziel- und Richtungslos vor sich hin mäandert, keinen wirklichen Spannungsbogen aufweist, dessen Romanze Twilight-schlechte Dialoge aufweist und letztendlich ebenfalls nirgendwo hin führt und ein Twist-Ende, das man kommen sieht und das ziemlich dämlich ist. Bisher definitiv die schwächste Episode der Serie.

Die der nächsten Episode ihren Namen gebende Jenifer ist eine zurückgebliebene und im Gesicht entstellte junge Frau, die von einem Polizisten gerettet wird, als ein Kerl sie mit einem Beil erschlagen will. Irgendwas an dem Mädel lässt ihn von nun an nicht mehr los, er bringt sie sogar zu sich nach Hause, was seine Frau und Sohn vertreibt, hat Sexphantasien von ihr, die auch nicht lange brauchen, um real zu werden. Klar, sie frisst hier mal die Katze bei lebendigem Leib und so (eating pussy, the wrong way), aber was ist das schon, wenn die Kleine so einen tollen Vorbau hat.

Jenifer geht auf das Konto von Italo-Horror-Ikone Dario Argento (Suspiria, Inferno, Mother of Tears, Phenomena) und als freimütiger Europäer mit Wurzeln im bekannt schonungslosen Italo-Horror liefert er die erste Folge ab, die sich ordentlich was traut. Regelmäßige Sexszenen und sogar Eingeweide bekommen wir zu sehen, die Folge wurde sogar um ein paar Szenen erleichtert, die leider wohl auch für die DVD-Veröffentlichung nicht wieder eingefügt wurden. Das verbliebene Resultat ist jedoch immer noch ausreichend deftig, wenn auch nicht so extrem, dass sie zu den bei der deutschen Erstveröffentlichung auf DVD nur als zensierte Version erhältlich gewesenen Episoden zählt.

Allgemein liefert er hier die bisher beste Folge der Reihe ab, nicht nur schön blutig, sondern auch ansonsten recht faszinierendes Geschehen durch die makabre und demente Beziehung, die sich entwickelt, und spannende Inszenierung machen die Stunde zu einer sehr kurzweiligen. Außerdem ist’s die erste Folge, die auf Billig-CG komplett verzichtet – geht doch.

Danach kommt mit Chocolate ziemliches Kontrastprogramm. Jamie ist frisch geschieden, lebt nun in einer kleinen Wohnung und um jetzt, da er wieder auf dem Markt ist, in Form zu bleiben, gönnt er sich auch sonst nichts. Da fangen plötzlich seltsame Flashes an, mal hat er den Geschmack von Schokolade im Mund, dann hört er Klassik aus dem Nirgendwo oder sieht sich in einem fremden Zimmer sitzen. Das er jene Eindrücke von einer Frau bekommt, findet er schnell raus, da es ihm Second Hand auch die erste sexuelle Erfahrung mit einem Mann beschert. Als die Frau, in die er sich da unfreiwillig sporadisch einklinkt in Schwierigkeiten gerät, steht sein Entschluss fest, sie ausfindig zu machen, um ihr zu helfen.

Na Horror ist das hier nicht wirklich, eher ein Folge von Outer Limits, denn Tales from the Crypt, sprich eine Geschichte über eine seltsame Begebenheit, eine die tatsächlich ein interessanter Einfall ist, und auch wirklich mit viel Witz umgesetzt wurde. Lediglich das Ende ist mal wieder vorhersehbar, aber das ist bei so simplen Einstündern eben eher schlecht zu vermeiden. Dennoch eine runde Episode, die ordentlich Abwechslung in Stimmung und Stil gegenüber dem Rest bietet.

Regisseur ist Mick Garris, von dem der zweite Critters, vierte Psycho und einige King-Verfilmungen wie The Stand und die The Shining Miniserie stammen.

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2 Kommentare

  1. Die Originalversion schreibt sich im Übrigen tatsächlich Texas Chain Saw Massacre, nur als unnützes Wissen am Rande.
    Sehe das aber genauso wie du: Ich fand Dance of the Dead ebenfalls unglaublich bescheiden, und das, ob wohl ich Anfangs tatsächlich Gefallen am Endzeitsetting fand.
    Jenifer ist über jeden Zweifel erhaben eine sehr gute Episode. Chocolate immer noch gut, wenn auch kein Horror im klassischen Sinne.

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