My Bloody Valentine

Nö, es geht nicht um die Band. Mit Musik kenn ich mich nicht aus. Und im Gegensatz zu Videogames, Filmen und Büchern tu ich da auch nicht so, als würde ich es. Es geht um den Horrorfilm. Nein, nicht den 2009er, sondern dessen Original von 1981. Ist doch schön, dass nicht nur Weihnachten seine feierlich motivierten Slasher hat, sondern auch ein sogar noch mehr verkommerzialisierter herziger.

Das Setup ist das übliche: Die Stadt Valentines Bluff hat sich bei einem solchen Namen natürlich voll auf den Feiertag verlagert und startet alljährlich einen Valentinstags Tanz, um das dröge Leben in einer von der Minenarbeit dominierten Kleinstadt im Nirgendwo aufzulockern. Bis eines Tages eine Gruppe Minenarbeiter verschüttet geht, weil die Aufseher sie zwecks Tanz nicht beaufsichtigt haben. Alle sterben bis auf einer, der die Tage bis zu ihm durchgegraben wurde, überlebte, in dem er seine toten Mitarbeiter verfrühstückt hat. Anschließend ist er umgegangen und hat allen Verantwortlichen das Herz raus gerissen und sie in Valentinsgeschenkboxen verschickt.

Das ist 20 Jahre her und endlich soll wieder ein Tanz stattfinden, nachdem man dies die letzten zwei Jahrzehnte vermieden ha. Und natürlich geht das Morden direkt wieder los, der Tanz wird abgesagt, aber die jungen „Kids“ (jeder referiert sie als solche, die sind aber eindeutig schon in ihren späten 20ern und arbeiten zum Großteil in der Mine, sind also auch so keine End-20er-Schauspieler, die so tun als wären sie in der High School) sind natürlich nur an Par-teyh interessiert und schmeißen eine in der alten Mine. Super Idee und so, cleveres Völkchen.

Jepp, My Bloody Valentine ist also ein relativ geradliniger und einfacher Slasher: Kerl wird am Feiertag schlimm zugerichtet und nutzt ihn ab nun dazu, Leute um die Ecke zu bringen, statt Feiertagsfreude zu verbreiten. Dazu kommt noch ein kleiner Charaktersubplot über einen Kerl, der versucht hat sein Glück in der großen Stadt zu finden aber zurück gekrochen kommen musste, seine ehemalige Freundin bereits an einen andren verloren hat, sie aber zurück will und die Alte sich auch nicht so richtig zwischen den beiden Kerlen zu entscheiden zu können scheint. Aber das ist weitestgehend Beiwerk und weitestgehend führt zu nicht viel.

Solche einfachen Slasher waren halt besonders zu damaligen Zeit, in den 70ern und 80ern, in. Und bekamen bald einen Backlash ob ihrer Brutalität zu spüren und wurden notorisch zensiert. Für die jungen Kinderchen unter euch, bevor es Videospiele gab, machte man die Horrorfilme dafür verantwortlich, wenn jemand aus sozial schwachem Haushalt und ohne Zukunftsaussichten sich dafür entschied, durchzudrehen. My Bloody Valentine war ein solches Opfer, wurden doch einige Minuten raus geschnitten und erst 2009, bei einem Re-Release als Cash in zum Remake, restauriert. Sagenumwobene 9 Minuten sollten es sein, dass ist aber Bullshit gewesen, man erkennt an der wesentlich schlechteren Ton- und Bildqualität eindeutig, welche Szenen das sind und obwohl es wirklich viel ist, kommt es fast 10 Minuten nicht mal nahe.

Und der Film ist tatsächlich ziemlich fies was die Gore-Effekte angeht, das muss man ihm schon lassen. Auch an Kreativität fehlt es ihm nicht, was die Tötungsmethoden angeht. Leider ist er halt dennoch so ein wenig Standard-Slasher der damaligen Zeit, weder besser noch schlechter als der Gros, ist nicht ganz so humorig wie beispielsweise ein Silent Night, Deadly Night. Durchaus gut schaubar, besonders wenn man sich mal einen nostalgischen Abend mit anderen Horrorfans der damaligen Zeit macht.

In dem Sinne: Frohen Valentinstag miteinands.

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7 Kommentare

  1. Ich hasse Valentinstag. Die dümmlich grinsenden Pärchen, die sich Riesenschokoherzen schenken und jedem zeigen müssen, wie lieb sie sich haben… -.-

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  2. Sehr feine „Review“. Ich bisher nur das Remake gesehen (bzw. sehen müssen, weil das ist ja nun wirklich Müll – und dann noch auf Pseudo-Hochglanz, im Kino angeblich sogar Pseudo-3D), was das Interesse an einem solchen Abend mit dem Original, ein paar weiteren Machwerken der Art, Bier und Blutwurst schon geweckt hat.
    Für Valentinstag kann ich nur empfehlen in Köln oder Mainz zu wohnen, da überdeckt die ganze Faschingskacke die Valentinstagspisse in Quantität und Idiotie. Hab’s heute fast nicht mitbekommen…

    http://mfis.wordpress.com/2012/02/14/filmkritik-defendor-2009-anonymus-analog/

    Bussi!

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    • Ich glaub das Remake ist nicht mal Pseudo-3D, sondern ausnahmsweise mal ein Film, der tatsächlich voll in solchem gedreht wurde, statt erst in der Nachbearbeitung aufgesplittet zu werden. Hab gemischt Sachen zu ihm gelesen, aber der 3D-Effekt soll eigentlich ganz cool drin gewesen sein. Nicht, dass mich das Gimmick wirklich so an machen würde.

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  3. Hast du das (richtig schlechte) Remake gesehen und kannst diesen Film damit vergleichen? Würde mich wirklich interessieren, ob man sich das Original aufgrund des „historischen Werts“ anschauen sollte.

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    • Nein, das Remake konnte ich bisher noch nicht besichtigen. Ehrlich gesagt ging das ganz an mir vorbei, hab von der Existenz beider Filme eher zufällig vor ein paar Monaten mitbekommen und fands ganz passend mal für den Tag zu schauen.

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      • Also vom Remake sei hier mal ganz laut abgeraten. A bisserl Splatter, okay, aber ansonsten stilfreier Dumpfbacken-Horrorthriller.
        Das mit dem Pseudo-3D war, um ehrlich zu sein, ne Unterstellung. Aber als Pseudo-Film kann man’s schon bezeichnen.

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