Fushigi no Umi no Nadia

Beziehungsweise Nadia: The Secret of Blue Water (oder für Oldscholies wie mich Die Macht des Zaubersteins), allerdings geht es nicht um das Anime, sondern ein darauf basierendes Adventure von Namco für den Mega Drive. Das Anime fand ich damals toll, aber nachdem es ewig her ist, das ich es zuletzt gesehen habe, kann ich jetzt dennoch nicht wirklich vergleichen, wie viele Freiheiten man sich bei der Versoftung gegönnt hat.

Die Haupteckpunkte der Handlung sind zumindest alle da. Im ersten Abschnitt trifft Jean zur Weltausstellung in Paris auf Nadia und die beiden werden von der Gang etwas durch die Straßen gejagt. Der nächste Abschnitt ist dann die Insel, auf der sie auf Marie treffen. Dann die Nautilus und ihr erstes Treffen auf das Atlantis-Geheimnis. Dann geht’s nach Neo Atlantis und das Flugschiff aufgehalten, mit dem sich der Bösewicht die Welt untertan machen will.

Ich würd sagen jeder Abschnitt davon beträgt ungefähr eine halbe bis maximal eine dreiviertel (wenn überhaupt) Stunde Spielzeit, das Teil ist also natürlich ziemlich kurz, selbst für ein Adventure, die sich ja im Regelfall sowieso nicht sonderlich in die Länge ziehen. Gespielt wird’s allerdings eher ein wenig RPG-esque, zumindest steuert man seinen Charakter direkt und von einer Overhead-Perspektive. Der Rest ist die übliche Sache: Leute anquatschen, ein paar Gegenstände einsammeln, sie woanders verwenden. Eigentlich alles sehr Idiotensicher gemacht, da man weder sterben kann, noch einen das Spiel weiter lässt, wenn nicht alles nötige gemacht wurde (also keine points of no return) und es sowieso in den Arealen nur beschränkt Interaktionsmöglichkeiten gibt. Wie den Staatsfeind Nr.1, der um jeden Preis bezwungen werden muss, behandelt es die Spieler also nicht, wie das die ganz alten Sierra-Adventures taten. Ist allerdings nicht ungewöhnlich für ein japanisches Adventure, die sind ja meist sehr linear und auf ihre Handlung fokussiert, häufig nur ein oder zwei Rätsel davon entfernt ein Visual Novel zu sein.

Das Problem ist, dass die ganze Angelegenheit irgendwo zwischen kolossal langweilig bis leicht nervig vor sich hin dümpelt. Die ersten drei Lokalitäten passiert kaum was, bis dann die Neo Atlanter endlich richtig auftauchen. Das Spiel ist unglaublich mit extremen Backtracking durch die immer wieder gleichen langweiligen Bildschirme gestreckt. Witzigerweise gibt es den „Move“-Command, der einem im Paris-Abschnitt zwischen den Stadtteilen hin und her wechseln lässt… und danach nie wieder einen Nutzen hat, wenn das scheiß Backtracking erst so richtig los geht. Paradebeispiel hierfür ist er Nautilus-Abschnitt, wo einem Elektra das ganze Schiff zeigen will. Was wirklich darin resultiert, dass man die Gruppe durch alle 8 Stockwerke und in jeden Raum karren muss. Die zweite Hälfte besteht dann darin, dass man beim aktuellen Puzzel ebenfalls besagte Stockwerke gefühlte hundert Mal auf und wieder ab geht. Und die sehen alle gleich aus. Noch schlimmer ist’s dann in Neo Atlantis, mit den tausend Fahrstühlen und exakt gleichen Designs. Dazu kommt noch eine super frickelige Hit Detection, bei der sich Türen erst öffnen, wenn man pixel perfect steht.

Die Menüs sind auch etwas arg verschachtelt gebaut und optisch macht das Spiel auch nichts her. Ganz nett sind die immer mal wieder eingeschobenen Standbilder a la Phantasy Star, auch wenn sie häufig etwas klein sind. Der Rest des Spieles ist super detailarm und wie gesagt verbringt man die zweite Hälfte eigentlich sowieso permanent in den gleichen grauen Korridoren. Ugh.

Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: