Anime Week – Mnemosyne

10 Jahre exzessives Schauen von Anime, bis man irgendwann irgendwie drüber hinweg ist und die nächsten drei Jahre nur noch sporadisch hier und da mal was schaut, so dass es kaum noch nennenswert ist, bedeutet, dass man viele verpasst, die bereits schon jeder vor einiger Zeit geschaut und sich drüber tot geschwafelt hat. Von daher werden die Einträge in dieser Woche wohl nicht wirklich für jemanden was neues sein, aber so viel, wie über sie geredet wurde, stehen sie natürlich schon eine Weile auf meiner „Wenn mal wieder, dann die“-Liste.

Rin und Mimi haben eine kleine Detektei, in der sie jeden Auftrag annehmen, egal ob eine verschwunden Katze suchen oder von der Yakuza bedrohten Leuten helfen. Das Besondere an den beiden Mädels ist allerdings, dass sie unsterblich sind. Denn das ist der Deal: Yggdrasil blüht und verbreitet permanent Zeitsporen, jedoch können sowohl den Baum wie den Pollenflug normaler Menschen nicht sehen. Nur wenige werden von den Sporen beeinflusst: Handelt es sich dabei um eine Frau, wird sie unsterblich. Männer werden zu „Engeln“, deren Körperkraft enorm steigt, dafür ihre Lebenserwartung extrem sinkt und die nur noch dem animalischen Urinstinkt folgen unsterbliche Frauen aufzutreiben, um sei beim Sex zu fressen.

Was folgt ist eine sehr episodische Geschichte, die quer über die Jahrzehnte springt (die erste Folge spielt in 1991, die letzte bereits 2055) und uns die ziemlich in sich abgeschlossenen Fälle des Tages zeigen, die von den beiden Detektivinnen investigiert werden. Dazu dann langsam ein wenig Mysteriöses um die Unsterblichkeit und Yggdrasil.

Besonders an RIN: Daughters of Mnemosyne ist, dass es zum 10-jährigen Jubiläum des Senders AT-X produziert wurde, dort dann nur monatlich ausgestrahlt, weswegen es für eine TV-Serie sehr kurze 6 Folgen aber sehr lange 45 Minuten pro solche umfasst. AT-X ist übrigens dafür bekannt Serien wie beispielsweise Ga-Rei Zero im Gegensatz zu vielen anderen japanischen Sendern unzensiert auszustrahlen. Und damit haben wir auch schon den Berechtigungsgrund für Mnemosyne: Düsteres Setting, nackte Tatsachen, ordentlich Blut. Let’s be edgy for the sake of it. Immerhin hat die Tatsache, wenn der Hauptprotagonist unsterblich ist, den Vorteil, dass man ihr antun kann, was man will, da sie ja eh immer wieder regeneriert (Schnelligkeit dessen je nach Plot Convenience). Und den netten Nebeneffekt, dass man den Loli-Charakter in den Lesbensex involvieren kann, weil sie ist ja nicht wirklich 10, sondern sieht nur so aus.

Einen wirklichen Handlungsstrang hinter der ganzen Angelegenheit wird man übrigens vergeblich suchen. 6×45 Minuten, ohne wirkliche Story, ja ganz genau. Selbst wenn die letzte Folge dann plötzlich Berge von mystischem Geschwafel, möchtegern-philosophischer Symbolik um sich wirft, eine Aussage hinter der prätentiösen Hülle gibt es nicht. Und das ist ein Problem, wenn es keinen Grund für das gibt, was dort passiert, verliert man einfach mit der Zeit das Interesse. Einen Film nur mit Sex & Violence über Wasser halten mag gehen, bei einer Serie von über 4 Stunden verpufft das schnell. Besonders wenn das Opfer unsterblich ist und man sowieso weiß, dass hier nix auf dem Spiel steht.

Zudem kommt, dass so etwas sowieso nur zieht, wenn die Action gut in Szene gesetzt ist, Style und Coolness aus allen Poren schießen. Mnemosyme hat das nicht. Genau genommen gibt es häufig noch nicht mal so wahnsinnig viel Action, keinen wirklichen Gore und hier und da mal ein paar Titten oder zwei Mädels unter Laken hält auch den Sexappeal nicht hoch. Für eine Serie, die so rüber kommt, als wollte sie nur über Brutalität und nackte Tatsachen auf sich aufmerksam machen, hat Mnemosyme bestechen wenig davon. Gerade wenn man in Betracht zieht, für welchen Sender das Ding exklusiv produziert wurde.

Was haben wir also? Eine Serie mit langatmigen 45-Minuten-Folgen, in denen es keine nachvollziehbare Handlung gibt und in der selbst T&A und Action wesentlich kürzer kommen, als propagiert. Sprich, eine Serie in der strickt genommen eigentlich gar nix passiert. Ok, ein .hack//Roots ist es auch wieder nicht, aber wesentlich interessanter oder spannender dennoch nicht. Genau genommen ist Mnemosyne genau das, was viele, die keine Ahnung von Anime haben, aber viele Vorurteile mitbringen, unter Anime verstehen: Langatmig ohne Aussage, prätentiös ohne Tiefgang, ein wenig Blut und Titten ohne Substanz.

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