FUS RO DAH!

Oh hai thar Skyrimmers, is there still space left on your bandwagon, ‘cause I’m attending late to your party. Yep, ich hab also jetzt Skyrim gespielt. Die Elder-Scrolls-Serie ist so etwas, was ich wie viele langjährige WRPG-Serien durchaus interessant finde, aber nie geglaubt hätte, selbst mal Spaß dran zu haben. West-Computer-RPGs sind häufig nicht so mein Fall, da zu komplex und häufig in D&D-Rulesets behaftet (deswegen mochte ich halt beispielsweise Fable und Mass Effect, da wesentlich simplere Konsolen-RPGs). Dazu kam noch, dass ich letztes Jahr Dragon Age: Origins angefangen habe (muss ich auch noch mal beenden) und ganz ehrlich gesagt das Standard-Tolkiensche-Fantasy überraschend langweilig fand.

Skyrim hat halt noch das zusätzliche Problem, dass mir Open World/Sandbox meist nix bringt, wenn ich einfach in eine Welt rein gesetzt werde und alles nur aus Jux an der Sache machen kann, mach ich häufig eher nix, weil ich irgendwie doch einen roten Faden und ein vom Spiel gesetztes Ziel brauche (so sehr ich Saints Row: The Third mochte, viel außerhalb der Main Storyline hab ich da auch nicht gemacht). Und die Elder Scrolls definieren sich halt um das Erkunden und die Möglichkeiten drumrum, nicht über ihre kurzen Main Quests. Oben drauf kommt dann zusätzlich noch, dass ich von First-Person -pielen Motion Sickness bekomme und ich zwar weiß, dass Bethesda seit Oblivion auch einen Third Person Mode einbaut, aber in jenen nie jemand zu spielen scheint, weil die nicht sonderlich gut funktionieren.

Es sprach also alles gegen Skyrim, aber der Hype hat mich dem Ding dann halt doch einen Versuch geben lassen und ich war echt überrascht, wie sehr es mich gepackt hatte. Die ersten drei Tage habe ich fast jede freie Minute nur das gespielt. Und überraschenderweise nach dem Tutorial das Main Quest auch erst mal nicht mehr mit dem Arsch angeguckt. Stattdessen habe ich mir erst mal einen feschen Ehemann angelacht und bin dann der Diebesgilde beigetreten (weil eh viel am Sneaken, Stealen und Lockpicking), in die Dark Brotherhood eingetreten (zwecks coolem untoten Pferd, das ich dann doch eher selten wirklich reite) und bin einer der Companions geworden (weil ich ein Werhundi als Follower haben wollte). Und ehe ich mich versehe zeigt mir mein Spielstand an, dass ich bereits seit 30 Stunden spiele, obwohl ich fast nix für die Haupthandlung erledigt habe. Das sagt schon viel darüber aus, wie sehr einen das Spiel vereinnahmen kann, wenn ich nach 30 Spielstunden erst mit dem Main Quest anfange. So als jemand, der Nebenaufgaben in Spielen häufig eher wenig Beachtung schenkt. Zugegebenermaßen handelt es sich bei den Companion/Thieves Guild/Dark Brotherhood Quest Lines allerdings auch um einige der längeren, involvierten Nebenhandlungsstränge, die man im Spiel machen kann.

Das Main Quest hat mich dann auch nicht wesentlich länger gebraucht, sondern war dann bei 43 Stunden absolviert. Das war allerdings nicht strack durch jenes gegangen, sondern mir hier und da ein nettes Häusle gekauft (für die in der Regel vorher auch erst Quests absolviert werden müssen) und mich ins Blacksmithing gestürzt, bis ich Dragon Armor machen kann. Gerade Drachen sind ja das große Ding in Skyrim. Wenn auch im Gegensatz zu Dragon Age: Origins sie mit der Zeit den Wow-Effect verlieren, da man sie dann doch etwas zu häufig bekämpft und sie auch keine sonderliche Herausforderung darstellen. Aber recht episch war dann der finale Teil des Main Quests schon, dafür das jene bei den Elder Scrolls immer als Nachsatz angesehen werden.

Was mich jetzt ganz genau am Spiel so packen konnte, ist etwas hart zu greifen. Einfach, weil Skyrim wohl mehr als die Summe seiner Teile ist. Die individuellen Quest-Handlungen sind ganz nett, aber alle nicht überragend, inklusive dem Main Quest bis kurz vor Ende. Das Kampfsystem ist zumindest als Melee-Nahkämpfer ein relativ einfaches Klickfest (und als Magier wohl nicht sehr anders, kann ich mir denken, nur das man da halt die linke Maustaste geklickt hält). Die Welt ist Standard-High/Dark-Fantasy. Aber irgendwie kommt das alles zu einem wesentlich interessanteren Ganzen zusammen. So ein wenig wie ein MMORPG spielen, nur ohne das Grinding und mit nervigen echten Menschen interagieren zu müssen. Aber eben dieses hier noch ein wenig was abseits des Weges entdecken zu können, dort noch was zu machen, für jenen NPC noch ein letztes Sidequest erledigen, bevor es zu Bette geht. Nicht zu vergessen, dass die Welt im Gegensatz zu Dragon Age: Origins um einiges hübscher anzusehen ist. Schon der Wechsel raus aus der Vogelperspektive macht viel mehr Spektakel her, aber was mich bei DA:O am meisten gestört hat, ist wie langweilig Braun alles war. Skyrim ist auch eine relativ düstere Welt, aber eben dadurch, dass es im hohen Norden spielt gibt es dank Schnee und Eis viel mehr Weiß und Blau zu sehen und auch die Täler wirken nicht so ausgewaschen wie in DA:O. Es ist wirklich, wie durch einen Herr der Ringe Film zu laufen. Nicht zu vergessen die tollen Nordlichter am Himmel. Ich glaub die gesamte Atmosphäre an sich hat mich einfach gefangen genommen gehabt, nicht das eigentliche Core Gameplay darunter.

Manchmal kann ich ja auch so ein Kind sein. Sobald ich den Diebesskill gelernt hat, der mich das Equipment der NPCs sehen lässt, hab ich fast OCD-mäßig erst mal ein paar Stunden zugebracht, jedem Bewohner Skyrims, den ich finden konnte, seine Kleidung zu klauen. Einfach nur, weil ich es so amüsant finde, wenn die Wachen ihre Patrouillen im Schneegestörber nackend machen oder die Berater ihren Königen die Ratschläge nur im Lendenschurz geben und keiner reagiert, jeder ist, als wäre alles ganz normal.

Ich hab Skyrim übrigens in Third Person gespielt und muss sagen, dass dies ganz gut funktioniert. Ein wenig frickelig ist es natürlich, das Spiel ist eindeutig mir First Person Mode im Kopf entwickelt worden. Es gibt ja beispielsweise kein Lock-on auf die Gegner, sondern man attackiert so lang, wie das Maus-Fadenkreuz auf ihnen ist. Da die Gegner in First Person sozusagen sowieso den Großteil des Sichtfeldes einnehmen, ist das kein Problem, wenn man in Third Person etwas weiter rausgezoomt ist, muss man schon etwas mehr drauf achten, das Kreuz immer auf jene gehalten zu haben. Auch Looting ist dadurch etwas frickeliger. Aber insgesamt geht es doch recht gut, wenn man sich dran gewöhnt hat. Zumindest als Melee-Nahkämpfer, mit Distanzangriffen stell ich mir das eher schlecht spielbar vor.

Hilft natürlich, dass das Spiel nicht sonderlich schwer ist. Ich spiel’s ja eh auf niedrigem Schwierigkeitsgrad, aber ich denke mir, nach den ersten paar Spielstunden macht das so oder so keinen großen Unterschied. Dafür levelt man einfach viel zu schnelle. Bei Elder Scrolls ja eh keine Standardlevel, sondern die verschiedenen Dinge, die man benutzt (die in Skyrim aber dann doch wieder in ein übergeordnetes Level zusammen kommen). Durch die Gegend schleichen und jedes Schloss knacken und Sneaking und Lockpicking leveln extrem schnell auf, durch den normalen Nahkampf dann auch die Waffen- und Rüstungsart, wenn man sie nicht viel wechselt. Blacksmithing ist sowieso extrem einfach zu leveln und bringt den Zusatz mit, dass selbst gemachte und verfeinerte Rüstung extrem hilfreich ist. Man wird wahrscheinlich ziemlich schnell fast unantastbar dastehen, wenn man nicht gerade den höchsten Schwierigkeitsgrad wählt.

Ich mein, ein paar Kleinigkeiten fand ich beim Spiel natürlich auch nicht so pralle. Was Glitches und Bugs angeht, hab ich das Glück gehabt, nicht wirklich was dem Spiel abträglichen bekommen zu haben (die Konsolenversionen, ganz speziell die für PS3, sind da wohl viel schlimmer) mit der Ausnahme von einer Cutscene am Questende, die nicht startete, da ich mit Fast Travel in die Stadt bin, was aber per Console Command erzwungen werden konnte. Was mich eher nervte waren die Follower, die einem ständig vor die Angriffe zu springen scheinen, was es leider zu einfach macht, sie ausversehen mit wenigen zu eifrigen Hieben tot zu schlagen. Zumal sie im Spielverlauf auch ordentlich an Nützlichkeit verlieren, wenn sie früh rekrutiert werden. Mein Werhundi ist dreißig Level später zumindest nach wenigen Gegnerschlägen immer sofort am Boden. Und das Ladensystem find ich etwas arg umständlich. Läden sind nur zu gewissen Zeiten offen, kaufen teilweise nur gewisse Gegenstandsarten und das Geld kann ihnen auch ausgehen. Sicher, per Fast Travel und Zeitbeschleunigung kann ich letzendlich doch mein Loot komplett los werden, aber ich fand es doch unnötig umständlich nach jedem Dungeon-Besuch erst mal halb Skyrim abzubeamen. Interessanterweise ging mir das begrenzte Inventar eher wenig auf den Zeiger, nur die Dragon Scales/Bones hätten sie etwas leichter machen können. Wird einem auch extrem schwer gemacht, einen attraktiven männlichen Charakter zu erstellen und dabei dachte ich schon Bioware-RPGs wären da schlimm. Bethesda hat allerdings definitiv Eier, einem gleich drei verschiedene Elfenrassen zur Auswahl zu geben und alle drei kotzhässlich zu machen.

Ich hät direkt Lust, mich vielleicht auch noch an Oblivion zu probieren, hab aber gehört, dass dort der Third Person View tatsächlich unspielbar ist, wahrscheinlich bei Fallout 3 auch mit seinem Shooter-Gameplay. Vielleicht schau ich ja mal in die Witcher-Reihe rein, die wird ja von allen Seiten nur mit Lob überschüttet.

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7 Kommentare

  1. Jillia

     /  8. März 2012

    Bin jetzt auch mittendrin. Hast du es eigentlich schon durchgespielt? Bin jetzt Level 21, ganze 44 Stunden oder so im Spiel und habe noch nichtmal 3 Hauptqueste gemacht *hust* Darf ich mal fragen, wen du geheiratet hast? Die meisten männlichen NPCs die man heiraten kann sind alle so hässlich. Dafür habe ich ein tolles Pferd XD

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    • Jepp, ich bin durch. Hab die Dark Brotherhood, Tief Guild und Companions Questlines gemacht, dann die Hauptstory und kurz darauf nach dem Blogeintrag aufgehört. war glaub ich bei 40irgendwas Stunden und auch bei Level 40irgendwas. Ich hab den Sohn des Gaststättenbesitzers in einer der nördlichen Städte geheiratet… Solitude?

      Attraktive Männer in Skyrim sind eh selten, auch selbst einen zu erstellen ist schwer. Zwei von den Companions sind noch schnucklig, die Zwillingsbrüder. Aber ich glaub die konnte man beide nicht heiraten, sondern nur als Follower gewinnen. Zumindest bin ich mit einem davon rum gelaufen.

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  2. Jillia

     /  8. März 2012

    Dunke Bruderschaft mache ich auch gerade. Ich wollte den Typen aus Markanth heiraten, den man auch als Companion bekommen kann. Leider wurde der von einem Drachen gefressen. Nun habe ich den Schmied aus Riften geheiratet und ihm erstmal die Bude ausgeräumt. Der hatte jede Menge Material zum Rüstung etc. schmieden. Muss das noch leveln.

    Zwillingsbrüder sagen mir jetzt nichts. Mir hat noch der etwas fiesere Elf in der Magiergilde gefallen aber den kann man nicht bekommen. Es gibt allerdings einen Cheat für die XBox 360, mit dem man auch Leute heiraten kann, die dafür eigentlich nicht vorgesehen waren. Allerdings bin ich mir da etwas unsicher wegen Glitches oder Errors, da man ja nie weiss, ob der NPC später noch eine große Rolle spielt oder sterben muss oder sowas. Bisher finde ich es aber superspannend.

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    • Ich hab sowieso bei jedem alles mögliche geklaut :D Sneaking levelt ja schnell, wenn man mal ein wenig um schlafende Leute oder so rum kriecht. Pickpocket levelt eher schwer zunächst (Quicksaving hilft da ja enorm, falls mal schief läuft :D), aber nach ner Zeit kann man den Leuten echt die Taschen ausräumen. Man hat im Spiel ja eh, auch ohne Kleptomane zu sein, relativ schnell mehr Geld, als man gebrauchen kann. Zumal ich mir meine Rüstung auch selbst geschmiedet habe.

      Farkas und Vilkas sind die Zwillingsbrüder. Das merkt man nur nicht unbedingt, da sie unterschiedliche Frisuren haben und man’s ja gewohnt ist, ähnliche Charaktermodelle mit leichten Nuancen anzutreffen, die komplett unterschiedliche Leutz sein sollen. Ich les zudem gerade, dass man sie doch beide heiraten kann. Ich war wahrscheinlich schon unter der Haube, als ich die getroffen hab. Wobei ich meinen Ehemann eh sträflichst vernachlässigt habe und selten zu Hause war.

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  3. Jillia

     /  9. März 2012

    Ach ja Farkas, den kenne ich. Der gehörte doch zu den Gefährten ne? Nun ja, mal gucken. Ich habe gestern Abend den ersten richtigen Auftrag der Assassinen Gilde gemacht und so einen Typen in einer Art Zwergenmiene umgebracht. Habe dann in der Miene gespeichert. Die sieht interessant aus. Werde mich wohl noch ein wenig umschauen. Dann werde ich wohl nach und nach alle Quests von denen machen und die von der Magiergilde. Wenn der Typ am Ende noch lebt, dann lasse ich mich scheiden und heirate ihn XD

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  4. „Bethesda hat allerdings definitiv Eier, einem gleich drei verschiedene Elfenrassen zur Auswahl zu geben und alle drei kotzhässlich zu machen.“
    Made my day :D Attraktivität von humanoiden Lebewesen in West-RPGs ist echt so ne Sache.

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    • Seltsamerweise hab ich es zumindest bei den Spielen von Bioware, dass die vorgegebenen Charaktere ganz gut aussehen, ich aber nie irgendwas ansehnliches im Character Creator selbst hin bekomme. Bei Bethesda sieht sowieso niemand gut aus :D

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