Tales from the Crypt: Season 2

Dead Right: Hübsche Goldgräberin (Demi Moore) heiratet ekelhaften Kerl, weil eine Wahrsagerin vorausgesagt hat, er wird reich erben und kurz darauf sterben. Tja, sie gewinnt Geld, will sich von ihm trennen und er bringt sie um – erbt also von ihr, kommt aber für die Tat auf den elektrischen Stuhl. Ziemlich zynische, schwarzhumorige Episode, die mehr Spaß macht, denn gruselt. Erinnert auch ein wenig an Only Sin Deep aus Staffel 1, hat sogar den gleichen Regisseur. Leichte Psycho-Vibes bekomme ich auch.

The Switch: Alter, reicher Kerl verliebt sich in junges Ding, verheimlicht ihr sein Vermögen, damit sie ihn um seiner selbst wegen liebt. Sie mag ihn, doch er ist ihr zu alt. Also lässt er sich operativ einen jungen Körper schenken, was ihn in den Ruin treibt, nur um festzustellen, dass sie bereits einen alten Knacker seines Geldes wegen geheiratet hat. Die Folge war ein wenig langweilig, Hauptproblem bei solchen Twist-Dingern ist immer, wenn man ihn so weit im Voraus kommen sieht. Fun Fact, Regie: Arnold Schwarzenegger.

Cutting Cards: Zwei von ihrem Glück absolut überzeugte Spieler, die sich hassen, wollen endlich klar stellen, wer mehr Glück hat. Durch Russisches Roulette. Und andere Dinge, nachdem die Kugel nicht los geht. Die Roulette-Nummer ist ziemlich spannend aufgezogen, danach flacht es etwas ab.

Til Death: Karibischer Playboy will eine desinteressierte Frau mit einem Voodoo-Liebestrunk an sich binden. Hätte vielleicht dafür nicht zu seiner verschmähten Ex gehen sollen, denn der Trank bindet sie auch noch nach dem Tode als Zombie an ihn. Eine schön schwarzhumorige Folge. Regie führte Chris Walas, der eher für Special Effects (Die Fliege, Gremlins, Star Wars VI) bekannt ist, was man auch merkt, wenn die lebende Leiche zu verrotten beginnt.

Three’s a Crowd: Eifersüchtiger Ehemann bringt Frau und besten Freund um, weil er hinter deren Geheimnistuerei eine Affäre vermutet, dabei planten die beiden nur eine Überraschung zum 10. Hochzeitstag. Das Problem damit, dass jede Folge auf eine Überraschung aufgebaut ist, dass man von Anfang an alles zu hinterfragen beginnt und bei einem so offensichtlichem Setup wie hier sofort weiß, was die Wendung sein wird, was die Folge dann recht langweilig macht.

The Thing from the Grave: Fotograf fängt was mit Modell (Teri Hatcher) an, was deren prügelnder Ex nicht so toll findet und den Fotografen ins Grab befördert, dem der allerdings wieder entsteigt, um sie zu retten. Steht die zweite Staffel irgendwie unter einem Beziehungs-Thema? Durchschnittliche Folge.

The Sacrifice: Versicherungsagent vögelt Frau seines Kunden und bringt ihn mit ihr um, nur um anschließend auch von ihr betrogen zu werden. Erneut eine langweilige Folge, also bisher ist Staffel 2 echt nicht der Renner.

For Cryin‘ Out Loud: Veranstalter von Rockkonzerten plant das für einen guten Zweck zusammen gekommene Geld für sich zu behalten und bringt die Bankerin um, die ihn dabei erwischt. Dummerweise erwacht plötzlich sein Gewissen und nervt ihn mit seinem permanenten Geschwafel bis in den Wahnsinn. Das war mal ausnahmsweise eine echt launige Folge. Mit Cameo von Iggy Pop.

Four-Sided Triangle: Hinterwäldler-Mädel (Patricia Arquette) bekommt eines auf den Schädel und denkt von nun an, die Vogelscheuche wäre ihr Liebhaber. Farmbesitzer, der es eh schon lang auf sie abgesehen hat, denkt als jene verkleidet endlich einen Stich bei ihr zu haben. Läuft natürlich gewaltig schief. Die Wendung, wenn auch lang angekündigt, ist ziemlich cool umgesetzt, bis dahin der Verlauf aber etwas lahm.

The Ventriloquist’s Dummy: Kind vergöttert Bauchredner, der sich nach einem schrecklichen Zwischenfall zur Ruhe setzt. Kind wächst auf, wird selbst Bauchredner und findet das Geheimnis seines ehemaligen Idols heraus. Eine der besseren Folgen, schon alleine, weil Puppen echt freaky sind.

Judy, You’re Not Yourself Today: Frau bekommt Besuch von Kosmetikvertreterin, die in Wirklichkeit eine Körpertausch-Hexe ist. Ihr Mann trickst die Hexe allerdings wieder in den alten Körper und erschießt sie. Kommt als Mumie wieder, tauscht die Körper erneut und bringt den Mann dazu, seine Frau zu erschießen. War irgendwie auch nicht so der Brüller. Und mit Moral gegen amerikanische Schießwütigkeit?

Fitting Punishment: Sklaventreiber und Geizkragen von einem Bestattungsunternehmer prügelt seinen für ihn arbeitenden Enkel zuerst in die Krücken und weil so ein Krüppel unnötig Arbeit macht anschießend ins Grab. Allerdings macht der eine Auferstehung, um seinem Onkel die gerechte Strafe zukommen zu lassen. Was ist nur los mit der Staffel und so vielen eher langweiligen Geschichten? Und der Bestattungsunternehmer ist ja mal so übertrieben fies, dass es schon wieder lächerlich ist.

Korman’s Kalamity: Zeichner der Tales from the Crypt/Vault of Horror Comics muss herausfinden, dass seine Monster real werden. Also nutzt er die Gelegenheit, um seine nervige Frau los zu werden und was mit der hübschen Polizistin anzuleiern. Eine der besseren Folgen der Staffel, schon alleine weil sie wesentlich mehr Witz und Kreativität zeigt, als der Rest. Und viele charmante Gummi-Monster.

Lower Berth: Die fahrende Freakshow hat mit der Mumie eines Sklavenmädchens eine neue Attraktion. Die alte Attraktion, ein misshandelter zweigesichtiger Junge, verliebt sich in sie und nutzt die erste sich bietende Gelegenheit, um mit ihr abzuhauen. Stellt sich raus, sie sind die Eltern des Cryptkeepers. Zwei sehr klassische Horrorgeschichten, nämlich die um den misshandelten Krüppel der Freakshow, der sich rächt, und die um die Mumie, die Leute mit einem Fluch belegt, in einem. Und ein niedlicher Baby-Cryptkeepr obendrauf. Wird die Staffel gen Ende hin etwa doch noch ganz gut?

Mute Witness to Murder: Frau beobachtet Nachbarn, wie er dessen Ehefrau erwürgt. Da sie in einen Schockzustand fällt, holt ihr Mann einen Arzt zur Hilfe – den mordenden Nachbarn. Der lässt sie bei sich in der Psychiatrie einweisen und will sie endgültig zum Schweigen bringen, da nutzt sie sein schwaches Herz aus und erschreckt ihn zu Tode. Tatsächlich, die Episoden werden besser. Wie immer zwar ein „Du bekommst, was du verdient hast“-Moralplot, aber wirklich interessant gemacht.

Television Terror: TV-Reporter versucht eine Spukhausgeschichte zu forcieren nur um feststellen zu müssen, dass es im Gemäuer tatsächlich spukt, was ihm wiederum zu einer Mörderquote verhilft. Kurz, simpel aber effektiv, so sollten alle TFTC-Folgen sein. Ein paar Geistererscheinungen, ein paar blutende Wände und wackelnde Lampen, ein paar Morde und nach 20 Minuten ist der Spuk rum.

My Brother’s Keeper: Siamesische Brüder könnten durch riskante Operation getrennt werden, doch dem einen ist das zu waghalsig. Bis eine Frau zwischen die beiden kommt, allerdings vom anderen Bruder nur engagiert ist, um ihn zu überzeugen. Endet mit ihrem Mord, den Brüdern endlich getrennt und dem einen im Knast. Vorhersehbarer Twist ist vorhersehbar und so, was ja leider nix neues bei der Serie ist.

The Secret: Waisenkind, dem keiner das Geheimnis hinter dem Tod seiner Eltern verraten will, wird endlich adoptiert. Die neuen Eltern geben ihm alles, was er will, dafür darf er sein Zimmer nicht verlassen, wenn sie Tagsüber an der Arbeit sind. Denn ihr Geheimnis ist, dass sie Vampire sind, die sein süßes Kinderblut trinken wollen. Nur ist sein Geheimnis, dass er ein blutlüsterner Werwolf ist. Schachmatt. Und die Serie schließt mit einer der besseren Folgen, in aller seiner cheesigen Glorie. Nur bin ich mir nicht sicher, ob die schrecklichen „Nachtaufnahmen“, die eindeutig Tagaufnahmen mit blauem Filter sind, extrem billig sind oder eine gewollte Hommage an Nosferatu sein sollen.

Und so endet die zweite Staffel von Tales from the Crypt nach 18 Episoden, der dreifachen Zahl gegenüber der ersten Staffel. So richtig seh ich leider nicht, warum ich die Serie damals als 11-Jähriger so geliebt habe. Aber in dem Alter sieht man ja viel Müll und findet den gut. Tales from the Crypt ist dann zwar nicht ganz Mist, und die erste Staffel war sowieso besser, doch die hiesige Staffel ist häufig einfach so ein wenig langweilig. Nicht umsonst hab ich drei Monate dran geschaut, bis ich endlich durch war. Klar kann man aus 25-Minuten nicht viel raus holen, aber in 25 Minuten Langeweile aufkommen zu lassen ist auch schon eine Leistung. Größtes Problem ist, dass sich alle Folgen auf eine Wendung aufbauen, wenn die aber wie häufig so offensichtlich ist, dadurch unterstützt, dass es eh immer „Bösewicht bekommt was er verdient“ ist, dann verliert das viel Spannung.

Gut sind dann doch immerhin einige Folgen, aber eben leider nicht mehr in der Mehrheit in dieser Staffel. Schön auch wie immer das tolle Main-Theme von Danny Elfman und die schrecklichen/tollen Wortspiele vom Cryptkeeper. Auch das oldschoolige Design, nicht nur weil die Serie eben schon etwas älter ist, sondern weil die Comics, aus dem es seine Geschichten bezieht, häufig aus den 50ern sind und man das hier doch merkt.

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4 Kommentare

  1. Ich mag die TftC-Reihe, aber ich hab ohnehin eine kleine Afinitität zu interessanten Horrorgeschichtchen. Sehr begeistern konnte mich hier btw auch Masters of Horror, dass dir hiermit ans Herz gelegt sei, auch wenn es sich hierbei um richtige Filme handelt und eben nicht dieser selbstironische Touch da ist.

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    • Bei Masters of Horror hab ich ein wenig Angst, dass es mir zu heftig ist xD Grundsätzlich find ich die Anthologie-Idee von verschiedenen Regisseuren natürlich sehr interessant. Eben etwas wie TftC, nur das es nicht auf trashigen Comics basiert und man sich natürlich mit ner vollen Stunde pro Folge wesentlich mehr Zeit lassen kann, wirklich was draus zu machen.

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  2. Ich hab in meinem Blog eine komplette Review-Reihe zur ersten Staffel. Kannst dich mal reinlesen und dann entscheiden. Was du mit „zu heftig“ meinst, kann ich angesichts deiner hier vorgestellten Filme nicht ganz verstehen.

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    • Die Sache ist die, dass ich mit unrealistischem over the top Gore (beispielsweise Evil Dead) kein Problem habe. Realistische Foltermethoden (Saw, Hostel) kann ich aber gar nicht. Alles was mit Nadeln oder Knochen brechen zu tun hat. Das muss teilweise noch nicht mal extrem showy sein – ich find die OPs in Nip/Tuck schon hochgradig eklig xD Bei Takashi Miikes Audition beispielsweise oder auch sein Masters of Horror Beitrag wüsste ich beispielsweise nicht, ob ich mir das antun kann.

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