Disney Sunday – Treasure Planet

Schon als er ein kleines Kind war, hat Jim es geliebt, wenn seine Mutter ihm aus den Piratengeschichten um den legendären Captain Flint und dessen auf Treasure Planet versteckten Schatz vorgelesen hat. Vielleicht hätte die gute Frau andere Geschichten wählen sollen, denn Jim wächst zum Unruhestifter und Delinquent heran. Hilft natürlich nichts, all diese großen Träume zu haben und dann mit seiner alleinerziehenden Mutter in einer Gaststädte am Arsch des Universums zu hocken.

Doch dann fällt ihm ein Pirat mit einer Karte zu Treasure Planet in die Arme und Jim darf auf der Expedition zu eben jenem mit. Dort freundet er sich mit John Silver an und vice versa, was ungünstig ist, plant Silver doch mit der Piratencrew die Meuterei, um selbst an den Schatz zu kommen.

Ugh, Treasure Planet. So schwer… ich weiß gar nicht genau, was ich überhaupt von dem Film so richtig halte. Ich hab das Gefühl ihn mehr mögen zu wollen, als ich letztendlich kann.

Erst mal das Positive. Ich mag das Design. Die Schatzinsel, aber im Weltall. Das erinnert mich an Anime-Ästhetik. Sowas wie Gankutsuou, welches Der Graf von Monte Cristo ebenfalls ins All versetzt, aber zum Teil die Optik des 19. Jahrhunderts beibehält. Oder den Galaxy Express 999, in dem es mit einer Dampflock durchs All geht und welches ein starkes Wild-West-Aussehen hat. Auch Treasure Planet spielt im All, auch hier gibt es Aliens und Cyborgs und all das, doch auch hier trägt man Piratenmützen und die Schiffe sehen eben aus wie Pratenschiffe.

Positiv sind auch die meist recht gut ausgearbeiteten Charaktere. Gerade John Silver, als der Bösewicht, der aber eben nicht einfach böse ist. Jim wächst ihm tatsächlich ans Herz, die beiden entwickeln eine echte Vater-Sohn-Beziehung. Er hat halt nur schon zu viel auf der Suche nach dem Schatz geopfert, um dem nachgeben zu können. Und letzendlich rettet er dann ja doch Jim, statt sich das Gold unter den Nagel zu reißen. Captain Amelia ist auch super, schon alleine wegen ihrer witzigen Kommentare, die sie im Dauerfeuer los lässt. Emma Thompson leistet eine super Arbeit hier.

Aber so ganz begeistern kann ich mich für den Film einfach nicht. Es fehlt ihm eindeutig an Schwung und Geschwindigkeit, sogar bis kurz vor Ende maßgeblich an Action und das bei einem Piraten-/Abenteuerfilm. Und wenn dann die Handlung auch noch etwas dünn ist… ja dann kommen wir häufiger mal gefährlich nah an die Langeweile, auch wenn die interssanten Charaktere davon abzulenken versuchen.

Treasure Planet ist leider kein Hit, und das ist schade, ich hatte das Gefühl, das da durchaus viel reingesteckt wurde, man wollte einen echt tollen Film machen. Ein Atlantis ist’s zum Glück auch wieder nicht, dafür retten die Charaktere ein wenig was, aber so richtig Begeisterung kommt leider auch nicht auf beim Sehen.

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Ein Kommentar

  1. Da muss ich ein wenig widersprechen, denn ich finde den Film wirklich gut. Zwar kann er nicht wirklich mit seinem Vorgänger mithalten, aber es ist dennoch ein Film, den ich gerne immer wieder anschauen möchte.
    Es ist ein frisches, kaum benutztes Setting, das auch überzeugen kann und keineswegs aufgesetzt wirkt. Zudem sieht es trotz der computeranimierten Hintergründe einfach nur atemberaubend schön aus.
    Auch wenn zugegebenermaßen der Roboter auf Dauer mit seinen Gedächtnis-/Zerstreutheitwitzen ermüdend wirken kann, werden alle Charaktere glaubhaft und sympathisch rübergebracht und bieten mit Jim Hawkins als rebellischer Jugendlicher und Silver als zwiegespaltener Schurke, der Vatergefühle für Jim hegt, Charaktere, die – zumindestens für Disneyverhältnisse – kaum dagewesen sind.

    Es ist wirklich eine Schande, dass der Film damals gnadenlos untergehen musste und somit das vorzeitige Ende des Zeichentrickfilmes (bis auf die zwei fast fertiggestellten Projekte) einläutete…

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