X-Men Week – Origins: Wolverine

Schon als Kind hat Logan es nicht leicht: Nachdem sein Vater von einem Säufer, der immer wieder in ihrem Haus randaliert, erschossen wird und Logan ihn in einem spontanen Wutanfall mit seinen Krallen aufgespießt, muss er noch erfahren, dass dies sein wahrer Vater ist, der mit seiner Mutter ein Verhältnis hatte. Zum Glück hat er ja noch seinen Halbbruder, mit dem er fliehen und über die nächsten hundert Jahre hinweg in diversen Kriegen kämpfen kann.

Bruder Victor lässt allerdings mehr und mehr seinen animalischen Killerinstinkt durchkommen und als beide in einem Spezial-Exekutionstrupp Strykers landen, reicht es Logan und er bricht die Bande, hat lieber ein ruhiges Leben als kanadischer Holzfäller.

Bis Stryker auftaucht und meint, die alten Kumpels aus dem Trupp werden nach und nach getötet. Logan will damit nix zu tun haben, bis sich heraus stellt, dass seine Ische dran glauben musste und Victor der Mörder ist. Also lässt er Stryker sein Experiment machen, Logans Skelett mit Adamantium zu überziehen, um Victor auszuschalten.

Nur arbeitet der eigentlich mit Stryker zusammen und die Mordserie und der Tod seiner Freundin waren nur vorgespielt, um Logan dazu zu verleiten, das Experiment über sich ergehen zu lassen. Seine Ische machte damit natürlich nicht mit, weil sie eine der Bösen ist, sondern weil sie sie erpressten. Logan also ins Kraftwerk, wo Stryker sich Mutanten-Kräfte zusammen klaubt, um sie in seine Superwaffe zu stecken. Superwaffe mit Bruderhilfe erledigt und von Stryker eine Adamantium-Kugel in den Kopf gejagt bekommen, was nicht dazu führt, dass er stirbt, aber – warum auch immer -, dass er sein Gedächtnis verliert.

OK, warum genau hat Logan nie herausgefunden, wer er wirklich ist? Mal ganz bei Seite gelassen, dass nie erklärt wird, warum eine Adamantium-Kugel im Kopf ihn das Gedächtnis kostet, wie Stryker das wissen konnte, was ihm das überhaupt bringt, wenn er Logan dann anschließend in Ruhe lässt. Nein, warum hat Logan nie was über sich herausfinden können, wo er doch inmitten eines zerstörten Kraftwerkes erwacht, wo ja wohl anscheinend mächtig was los war. Das ist doch schon mal eine gute Anfangsspur, um raus zu bekommen, was da passiert ist, wer dran beteiligt war und was er dort zu suchen hatte. Nicht mal zu erwähnen, dass er neben Gambit aufwacht, der ihm sehr wohl erzählen kann, wem das Kraftwerk gehörte und warum Logan dort war. Und Xavier war auch da, um die anderen Mutanten aufzunehmen, inklusive Cyclops. Ist denen nie eingefallen, mal auf die Sache zu sprechen zu kommen, sobald er zu den X-Men stößt? Ich fang gar nicht an, wie doof ich es fand, dass die überhaupt in die Handlung integriert werden mussten.

Egal, hier haben wir sie also, die Origins-Story zu unserem haarigen Einzelgänger mit der harten Schale aber weichem Kern und der nun nicht mehr mysteriösen Vergangenheit. Leider. Denn Wolverine war eindeutig nur der interessanteste X-Man, als wir noch nicht wussten, wie er „erschaffen“ wurde, nur hier und da mal einen kleinen mysteriösen Hinweis findend, dass er die Prozedur freiwillig über sich ergehen ließ beispielsweise. Jetzt wissen wir, wie er wurde, wer er ist und müssen feststellen, dass seine Hintergrundgeschichte einfach nicht sonderlich interessant ist.

Es gibt Gründe, den Film durchaus sich mal anzusehen. Als Fan der Reihe definitiv, aber es ist auch ein handwerklich gut gemachter Film, mit vielen bekannten Schauspielern, die auch einen guten Job machen, voller toller Action-Szenen, wenn auch mit 2 Stunden mindestens eine halbe zu lang. Eben weil die darunter liegende Geschichte ein relativ unorigineller und geradliniger Rache-Plot ist, der einfach nie sonderlich interessiert. Genau wie der Charakter, um den es geht. Abgesehen davon, dass man in der ganzen tollen Action sowieso nie vergisst, wie unkaputtbar er ist, was der Sache wiederum den Stachel nimmt.

Persönlich etwas komisch fand ich, dass Wolverine schon immer die gleichen Kräfte hatte, nur ohne das Adamantium. Also die Krallen beispielsweise, ich hätte gedacht, die wären in jener Prozedur hinzugefügt worden und seine Mutantenkraft nur der rasche Heilungsprozess gewesen. Ich hätte mir auch nicht ausgemalt, dass er schon über hundert Jahre alt ist, weil er ab seinem Mittdreißigern anscheinend nicht mehr gealtert ist. Wenn ich drüber nach denke, ergibt es wohl Sinn, dank der enormen Regenerationsfähigkeit seiner Zellen und der Tatsache, dass Alterung und altersbedingter Tod nix anders ist, als das unsere Zellen jene Fähigkeit mit der Zeit verlieren. Etwas seltsam war’s aber schon irgendwie.

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Ein Kommentar

  1. Den Film fand ich echt durchwachsen und irgendwie merkwürdig. Dabei hatten ich und meine Begleiter eigentlich genau das erwartet, und waren eigentlich nur aus purem Fantum im Kino :D

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