Put in your tampons and let’s do this

Ich fahr also mit meinem gepimpten Ride auf Höchstgeschwindigkeit durch die Straßen, das die Fußgänger und Rollerfahrer nur so fliegen, dazu „Ritt der Walküren“ im Radio laufend. Werden die Bullen doch mal auf mich aufmerksam, dann steigt mein Kerl mit tiefer, australischer Russel Crow Stimme und im Cowboy-Stipper-Outfit halt einfach mal schnell aus und zieht ihnen eins mit dem Riesendildo über. Wenn ich besonders fancy sein will, geht’s auch mal mit Panzer, Heli oder Jet durch die Gegend, zieh mir den Hasenstrampler an und bin mit einer Knarre bewaffnet, die Leute zum Ziel von Landhaien macht.

Die Missionen beinhalten beispielsweise den Sturm auf einen BDSM-Club, der in einer Verfolgungsjagd inklusive wilder Schießerei auf menschlichen Pferdekutschen endet. Oder ich fahr einen Tiger auf dem Beifahrersitz spazieren. Passiert auch, dass wir einen Computer hacken, in dem wir als Toiletten-Avatare durch eine Tron-Welt wuseln und ein Textadventure durchklicken müssen. Und dann, weil’s ja eh in jedes moderne Spiel gehört, gibt es ganz aus dem Blauen ne Zombie Apokalypse. Ernsthaft, von einer Sekunde auf die andere. Zunächst spring ich noch aus einem Jet, propeller wie eine menschliche Kugel in ein Militärflugzeug, um es zur Explosion zu bringen, springe in einem Tank ab und schieß die mir folgenden Kampfjets nieder und nachdem ich in einem Regen aus toten Soldaten wieder auf dem Erdboden aufgeschlagen bin, tritt ein seltsames Gas aus und reanimiert alle als Zombies. Madness, this is. Ach ja, die Sache resultiert darin, dass man Zombie-Homies für die eigene Gang bekommen kann.

Worüber ich hier überhaupt rede? Saints Row: The Third, einem Sandboxy GTA-esquen Spiel. Die Serie hat mich nie interessiert, weil ich mit Sandbox-Games einfach nichts anfangen kann und in Shooter-esquem Gameplay auch total versage. Das Problem bei mir ist immer, wenn man mir keine klaren Ziele setzt, setz ich mich mitten in die Sandkiste und mache einfach gar nix. Auf The Third hat mich dann jemand allerdings aufmerksam gemacht ob der schieren Madness im Spiel. Wo L.A. Noire und Mafia II bierernst sind und selbst das mit vielen illustren Vorgängern versehene GTA4 relativ seriös bleibt (in seiner Haupthandlung zumindest, im Sandbox-Teil kann man zwecks Natur der Sache natürlich so einiges veranstalten), ist sich Saints Row: The Third nicht zu schade, einfach absolut durchgeknallten, kindischen und super unterhaltsamen Blödsinn zu bieten.

Ja, man kann die ganzen üblichen Sachen machen, wie in Drogenhandel und Prostitution einsteigen und die Stadt langsam unter die eigenen Fuchtel bringen, in dem man die feindlichen Gangs bekämpft. Aber wie die Eingangsparagraphen gezeigt haben, ist The Third wenig damit beschäftig, dies alles in eine ernste und zusammenhängende Handlung zu bringen, und stattdessen einfach ein cooles Setpiece oder dementes Unterfangen an das nächste zu hieven. Ein Feuerwerk an Ideen, schafft es das Spiel, einen doch immer wieder zu überraschen und ein neues WTF zu entlocken.

Ich hatte auf jeden Fall selten so einen Spaß in einem Spiel, wie hier. Dazu kommt auch noch eine sehr gefällige Audiovisuelle Seite mit den vielen Farben und Color Coding bei den Gangs und der coolen Mucke inklusive natürlich selbst wählbarer Radiosender in allen Stilen der Musikbranche. Die echt gut geschrieben, super vertonten und charmant-witzigen Dialoge runden das Packet dann ab.

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