Disney Sunday – Emperor’s New Groove

The Emperor’s New Groove ist der einzige Disney-Film nach The Lion King, den ich vorher schon in Gänze gesehen hatte. Sogar im Kino. Was er allerdings außerhalb des Titels mit der Inspiration Des Königs neue Kleider zu tun haben soll, muss man mir noch erklären ;P (ursprünglich sollte es ja auch Kingdom of the Sun heißen und auf Der Prinz und der Bettelknabe basieren, bevor es umgemodelt wurde)

Kuzko ist Aztekenkaiser, ein witziges Kerlchen und der absolute selbstbezogene Tyrann. Dorfoberhaupt Pache lässt er beispielsweise nur zu sich rufen, um ihm zu verkünden, dass dessen Dorf demnächst dem Erdboden gleich gemacht wird und er deshalb schon mal packen gehen kann. Die Hanglage ist nämlich perfekt für ein Sommerdomiziel, das er sich zu seinem eigenen Geburtstag schenken wird.

Mit Yzma hat Kuzko allerdings eine Beraterin, die selbst viel lieber auf dem Thron sitzen würde. Ausnahmsweise bekommt Kuzko im Gegensatz dazu, wie das normalerweise in diesen Filmen läuft, dies sogar mit und feuert sie, ist dann aber dennoch nicht dumm genug, ihr nicht wirklich zu misstrauen, als sie ihm Gift unterjubelt. Statt das südamerikanische Äquivalent zu Stiefmütterchen von unten zu betrachten, verwandelt es Kuzko allerdings in ein Lama, das ausgerechnet bei Pacha landet.

Kuzko denkt natürlich immer noch, alle Welt dreht sich um ihn und befiehlt Pacha, ihn zurück zum Palast zu bringen, Pacha hingegen möchte lieber erst mal, dass sich Kuzko das mit den Dorfplänen noch mal überlegt.

Wow, The Emperor’s New Groove hatte eine echt problematische Entstehungsgeschichte und scheint erst kurz vor knapp noch zu einem fertigen Produkt zusammen geklöppelt worden zu sein. Das mag vielleicht erklären, warum er etws schwachbrüstug ist, wenn es um die Handlung geht.

Was dem Film allerdings keinen Abbruch tut, denn letztendlich ist es eh der köstliche Humor, mit dem man konstant beschossen wird, der den Film macht. Das hier ist definitiv Disneys witzigste Produktion überhaupt, man kommt sich fast in deinem Dreamworks vor, wenn die Witze denn fieser wären. Die illustren Charaktere, das brechen der 4th Wall, die beißenden Kommentare, der allgemeine frische Wind, hach was hatte ich eine gute Zeit mit dem Film. Dazu kommt noch eine launige Optik mit vielen bunten Farben und einem schlichten Design, die einfach wie die Faust aufs Auge passen.

Und gerade weil es so wenig Handlung hat, halt im Prinzip eine Art Road Movie/Buddy Comedy ist, in der Kuzko lernt, kein arrogantes Arschloch mehr zu sein, weil keine hinein gequetschte Romanze, dutzende Charaktere oder sonstig unnötiges Fett das Ding verkalkt, deswegen funktioniert es als reine Nonsens-Komödie auch so gut.

Disneys größter Film ist es dadurch natürlich nicht, dafür fehlt ihm einfach an Inhalt und Ambition, aber Disneys launigster allemal und das ist genauso viel wert.

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4 Kommentare

  1. Ein wirklich köstlicher Film, der mir beim Sehen eine Menge Spaß bereitet. Diesmal stört mich die Arroganz des Protagonisten gar nicht, da sie hier wunderbar ins Konzept passt.
    Ich mag die Ernsthaftigkeit in Disneyfilmen sehr, aber manchmal brauche ich auch einfach absurden Spaß, wie er hier mir serviert wurde.

    Ich muss gestehen, dass ich recht viele Dreamworks-Werke nicht ausstehen kann. Die einzigen, die mir wirklich gefallen haben, sind „Der Prinz von Ägypten“, „Spirit – Der wilde Mustang“ und „Drachenzähmen leicht gemacht“. Zumindestens von denen, die ich bisher kenne.

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    • Ich find die Dreamworks, die ich bisher gesehen habe, auch relativ Hit and Miss. Shrek fand ich ziemlich gut, auch Kung Fu Panda, Monsters vs. Aliens, Megamind und How to Train Your Dragon waren launig. Antz, Madagascar (und auch Shrek 3+4) eher nicht so.

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  2. Wie du schon passend sagtest: Netter Film mit großartigem Humor, mehr aber auch nicht.
    Ich dachte btw eine ganze Weile, dass „Der Weg nach El Dorado“ auch von Disney wäre bis mich Wiki eines besseren belehrte. Finde du solltest den nämlich auch mal gesehen haben (ich hab damals sogar das PS1-Spiel davon gezockt).

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    • Es gibt einige Filme, die stark auf Disney-esque abzielen, aber nicht dazu gehören. Ich dachte auch mal, dass Anastasia einer wäre beispielsweise. Auch einige der 2D-Filme von Dreamworks könnte man fast für welche halten.

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