Hellraiser

Ah, Clive Barker’s Hellraiser, Regie Clive Barker, Drehbuch Clive Barker, basierend auf einem Roman von Clive Barker ;P Das waren noch Zeiten, da werd ich richtig nostalgisch. Wie so viele Horrorfilme, habe ich den als kleiner Teeniepimpf gesehen, als ich Gore gegenüber noch herrlich unempfindlich und nicht so verweichlicht wie jetzt war. Und wie so häufig ging die Serie auch weiter, nachdem ich darauf überhaupt kein Auge mehr hatte. Ich glaub ich hab damals die ersten drei oder vier Filme gesehen gehabt. Gibt mittlerweile 9, der neuste davon sogar ein diesjähriges Release.

Mir kam’s mal so, die alle schauen zu wollen, mal sehen, ob ich es auch durchhalte. Was Gore angeht bin ich da nämlich wie erwähnt mittlerweile empfindlicher, wobei es auch auf die Art ankommt. Übertrieben unrealistisches Zeug wie in den Evil Deads oder Living Deads macht mir überhaupt nix, realistischere Foltermethoden, Nägel/Nadeln, an den Augen rum machen und Knochen brechen, dat kann ich nicht so. Von daher ist Hellraisers Liebe für die „Haken in die Haut und dann mal kräftig dran ziehen“-Sache eher nicht mehr so mein Fall.

Erinnern konnt ich mich mal wieder sowieso an nix mehr aus den Filmen, abgesehen von dem Würfel und Pinhead. War dann auch ganz überrascht, dass der Erstling ein typischer Fall von Style over Substance ist. Was ja nicht immer stört und gerade Horrorfilme sind sowieso häufig nicht für die stärkste Handlung bekannt, wenn man nicht gerade ein Jacob’s Ladder erwischt.

Herumtreiber Frank findet auf einer seiner Reisen besagten Würfel. Wieder zu Hause spielt er dran rum, wird in Einzelteile gerissen und von den Cenobites (Pinhead und Co.) eingesammelt. Kurz darauf zieht sein Bruder Larry mit dessen neuer Frau Julia (die eine Affäre mit Frank hatte) in das Haus. Larry zieht sich eine ziemliche Wunde zu, tropft den Boden des Dachbodens voll, wo Frank gestorben ist, der dadurch irgendwie wieder in diese Dimension zurück kehrt, als Skelett. Er kann Julia dazu überreden, Männer zu verführen und zu ihm zu bringen, um langsam seinen normalen Körper zurück zu bekommen.

Kirsty, die Tochter von Larry und dessen ersten Frau, stößt auf Frank, nimmt den Würfel mit und beschwört ebenfalls die Cenobites. Um nicht mit in ihre Schmerzdimmension genommen zu werden, schlägt sie den Handel vor, sie zum entflohenen Frank zu führen. Der trägt mittlerweile die Haut ihres Vaters, wird eingefangen, doch haben die Cenobites nie wirklich versprochen, Kirsty in Ruhe zu lassen, die sie aber dann doch schnell noch bannen kann. Zuletzt taucht dann auch noch so ein Obachloser auf, der immer mal wieder ominös Nichtstuend im Bild war, verwandelt sich in einen Skelettdrachen und fliegt mit dem Würfel weg. Huh.

Ja, wie gesagt, Hellrasier will lieber cool Aussehen, denn wirklich eine epische Geschichte erzählen… oder stellenweise überhaupt Sinn machen. Denn alles um die Cenobites und den Würfel wird eigentlich nie erklärt. Ihre Designs sind halt ganz cool und wenn man den Würfel nutzt tauchen sie auf, um einen in ihre Dimension zu nehmen, um Schmerz/Lust zu verbreiten. Wobei für mich diese Foltersachen dann doch eher schmerzhaft aussehen, und weniger mit Sadomasochismus zu tun haben. Der Höhepunkt ist dann diese random Szene mit dem Obachlosen am Schluss.

Doch die meiste Zeit ist die einfach gestrickte Handlung immerhin nachvollziehbar und wir sind von Horrorfilmen ja nun auch gewohnt, manche Sachen eben einfach hinzunehmen. Wo Hellraiser dann auch auftrumpft ist viel wichtiger: Atmosphäre und Design. Blutende Wände, merkwürdige Träume/Visionen von Kirsty, das Cenobite-Design a la Silent Hill… toll aussehen tut der Film. Und ist gar nicht mal sonderlich brutal, verglichen mit modernen Gore-Festen, sodern setzt das wesentlich akzentuierter ein, wodurch es eben auch nicht abgestanden ist, wenn es denn dann rund geht.

Doch, von daher, hat mir eigentlich schon gefallen, ist zurecht ein Klassiker. Eben zurück lehnen und die visuelle Fahrt genießen. Mal sehen, ob ich mich jetzt wirklich noch an die Nachfolger traue, nachdem der Erstling die Erinnerung geweckt hat, dass hier eigentlich mein No-Go-Gore aufgetrumpft wird :D

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5 Kommentare

  1. Vecrix

     /  3. Dezember 2011

    Hellraiser hab ich irgendwie nie gesehen. Warum eigentlich? o.ô Muss ich bei Gelegenheit mal nachholen…

    Klingt ja allgemein nach ner seeeehr, seeehr logischen Storyline.. but hell. In dem Genre schaut man da ja eigentlich wirklich nicht drauf.

    Der ganze Gore-Fanatismus nervt mich sogar ziemlich. Ich hab zwar nen starken Magen und so richtig, richtig ekelhaft fand ich schon ne halbe Ewigkeit nix mehr (zuletzt Human Centipede -___-) – aber ich versteh echt nicht, warum vor allem die Teenies nach immer mehr Blut und Gedärmen schreien (anschaun tu ich mir die allerdings trotzdem…). Allerdings will einfach mal wieder echten Psycho-Horror, der mich an meine Grenzen treibt!

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    • Wie erwähnt, bei mir kommt’s hauptsächlich drauf an, wie realistisch die Foltermethoden sind. Sowas wie Saw, Hostel oder A Serbian Movie liegt mir eher nicht. Aber das wir mittlerweile extra Begriffe wie „Gorno“ haben, sagt viel, wie extrem einige dieser Filme geworden sind.

      Was Psycho-Horror angeht, so kann ich „Jacob’s Ladder“ empfehlen. Ein wenig langsam von der Gangart für einen Horrorfilm aber eine echt interessante Handlung, bei der man lange nicht weiß, woran man ist.

      Hellraiser macht halt nur in Punkto der Cenobites keinen Sinn. Aber ich denk einfach, dass ist auch so gewollt. Wie diese Lovecraftian Horror, da soll vielleicht keiner dahinter stecken, sie tun halt einfach, was sie tun. Der Teil der Handlung in der realen Welt um die realen Charaktere ist hingegen einfach nachvollziehbar.

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  2. Jillia

     /  3. Dezember 2011

    Woah, ich liebe die Hellraiser Teile. Zumindest die älteren. Hellraiser 2 ist klasse.Später lassen sie etwas nach und ich habe die auch nur bis Teil 6 oder so gesehen. Wenn ich mich recht erinnere, wird in einem Teil auch Pinheads Vergangenheit als Mensch erzählt und wie er zu dem wurde, was er heute ist. Weiss aber nicht mehr, welcher Teil das ist. Die Kostüme finde ich auch klasse. Cabal Die Brut der Nacht hat ja auch so super Kostüme und für einen Horrorfilm gar keine so schlechte Handlung. Hatte ich den dir nicht sogar mal ausgeliehen?

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  3. Mal eine Reihe, zu der ich was schreiben kann: Fand den ersten Teil schon durchaus spannend, aber ich hab mir mehr Monster und kranke Traumszenen versprochen als letztlich da waren. Teil 2 ist da wesentlich fantastischer, weswegen er mir auch um einiges besser gefällt.

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