Vampire Chronicles – Blackwood Farm

Das vorletzte Buch, bald bin ich fertig. Diesen Monat hät ich es schon beinahe vergessen, aber gerade noch so die Kurve gekriegt. Also ja, Blackwood Farm, ein weiteres Buch aus Anne Rices Vampirchronik, wenn auch kaum ein Vampirchronik-Buch.

Oh ja, es startet mit einem Vampir. Natürlich mal wieder einem neuen, Quinn Blackwood. Der sucht Hilfe bei Rices Lieblings-Supertyp Lestat, da der Geist Goblin, mit dem er aufgewachsen ist, ihn seit der Verwandlung heim sucht und nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen ist.

Doch 90% des Buches geht es nicht darum, sie bestehen aus der Lebensgeschichte Quinns und auch der Blackwood-Vorfahren. Das ganze liest sich wie der kleine Bruder der Mayfair-Familienchronik aus Hexenstunde, und letztendlich hängen die Familien ja auch zusammen. Es ist tatsächlich eher ein Hexenroman, einer über einen Nebenzweig der Famlilie. Das Leben vom Vampir Quinn ist uninteressant, verwandelt wird er erst auf die finalen 100 Seiten, was von Interesse hat er seither auch nicht geleistet. Dabei wäre es vielleicht ganz interessant zu sehen, wie sich sein Leben so entwickelt, als unsterblicher, nicht alternder Vampir, der immer noch im Herzen seiner Familie wohnt, was ja wohl nicht wirklich auf Dauer gut gehen kann.

Es hilft nicht, dass die hiesige Familienchronik im Vergleich zu ihrem großen Bruder auch nicht annähernd so interssant ist. Dafür ist sie zu sehr auf Quinn fixiert, der wie alle neueren Rice-Charaktere schwer erträglich ist. Was sind sie alle so lieb und brav. Quinn denkt gut zehn mal daran, wie wunderschön Lestat ist und wie verliebt er in ihn ist, bevor er seine Geschichte überhaupt beginnt. Sagt ihm das natürlich auch und bekommt nichts als Liebe und Attraktivitätsbekenntnisse zurück. Man ist es leid, dass ihre Charaktere alle perfekte Mary Sues sind, wunderschön, gebildet, reich, aus gutem Hause und noch nicht mal als Neu-Vampire mehr schwach, da sie sofort das starke Blut der ganz alten Bekommen.

Und was ist Quinn im Besonderen so nervig. Er soll jemand sein, der sehr behütet aufgewachsen ist, der eine erfrischende Naivität an den Tag legt und jeden erst mal traut. Er wirkt ziemlich dumm, egal wie oft Rice uns auch beteuert, was für ein intelligenter Feingeist er doch ist. Ständig bricht er in Tränen aus, er schläft bis zum 18. Lebensjahr von einem Omchen behütet in einem Bett, vor seinem sexuellen Erwachen mit 17 denkt er noch nicht mal an Masturbation, er setzt sich an einen Tisch mit der wildfremden Mona Mayfair und hält sofort um ihre Hand an, er lügt nie egal wie verrückt es ihn in der Situation erscheinen lässt. Quinn ist der absolute Fremdschäm-Charakter. Und das alles soll sympathisch sein? Mir nicht.

Gegen Ende wird’s spannender und wie üblich passieren Dinge, von denen man denken würde, sie müssten Wellen schlagen, sie würden auf was Großes im nächsten Buch hindeuten… und dann war da nie was. Am Ende von Merrick hat die Talamasca eine Kriegserklärung an Lestat gerichtet. Hier nicht mehr von Belang. Er hat Louis wieder gehabt, der hier nicht mal erwähnt wird. Merrick zum Vampir gemacht, die hier schon wieder das Zeitliche segnet. Und nun wird hier am Ende Mona, eine Mayfair-Hexe, DIE Mayfiar-Hexe der aktuellen Generation, zu einer Vampirin gemacht. Und Ende. Wird’s je wichtig? Soweit ich mich ans zehnte Buch erinnere nicht, wozu auch. Es ist nicht unbedingt klug von einer Frau Rice, uns interessante Bücher anzudeuten, die sie dann nie schreibt, sondern lieber schwache, brave Märchen wie Blackwood Farm auftischt.

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