Prince of Persia

Nö, es geht nicht um die Jahrzehnte alte Spieleserie. Sondern um The Sands of Time. Nö, auch nicht das gleichnamige Spiel aus der beliebten Reboot-Trilogie, sondern den Film. Nie irgendein Prince of Persia gespielt, geh ich da sowieso fast mit keinem Vorwissen ran (HG101-Artikel zur Serie ausgenommen und zur Sands-Trilogie hat man über die Jahre sowieso hier und da mal was mitbekommen, beliebt wie sie ist) – der Film nimmt sich ja eh nur gewisse Charaktere und Themen und macht sein eigenes Ding draus.

Und das Ding, das er draus macht, sind im Prinzip Ränkeschmiede um den persischen Thron. König Sharaman hat drei Söhne, zwei davon leiblich, der dritte (Dastan) ein adoptierter Waisenjunge von der Straße, dessen Mut ihn beeindruckte. Zudem hat er in seinem clearly evil Bruder einen Ratgeber. Die drei Söhne, von Onkelchen überzeugt, dass die Stadt Alamut Waffen an ihre Feinde verkauft, nehmen jene Stadt ein. Letzendlich stirbt der König bei den Siegesfeiern durch einen vergifteten Mantel, den Dastan ihm schenkt und den er von einem seiner Brüder bekommen hat, welcher nun der neue König ist.

Also flieht Dastan, Alamuts Prinzessin Tamina im Schlepptau. Denn bald muss er heraus finden, dass Alamut ein großes Geheimnis birgt: Den Sand der Zeit. Jener betreibt den Dolch, den er sich angeeignet hat, was ihm ermöglicht einige Minuten in die Vergangenheit zu reisen um beispielsweise Überraschungsangriffen gewapnet zu sein. Unter der Stadt jedoch befindet sich ein riesiges Stundenglas voll jenes Sandes, also auch die Möglichkeit die Zeit unbegrenzt zurück zu drehen – dummerweise mit der Nebenwirkung, dass der entfesselte Sand auch die Welt unter sich begräbt. Und natürlich ist’s das clearly evil Onkelchen, das alle Brüder gegeneinander ausgespielt hat und die Zeit zurück drehen will, um selbst den Thron zu bekommen.

Prince of Persia: The Sands of Time wurde als das neue Pirates of the Caribbean beworben, als Disney-Abenteuerfilm von Bruckheimer und so. Das ist er allerdgings bei Weitem nicht. Die Handlung mag leichter zu folgen und stringenter sein, als bei jenen Filmen und mit knapp unter 2 Stunden auch angenehmer fürs Sitzfleisch, doch auch nicht sonderlich… gut. Es ist eine absolute Standard-Handlung, sehr vorhersehbar und noch nicht mal sonderlich gut geschrieben. Zusätzlich stereotype Charaktere wie der eindeutige Bösewicht, der Sprüche klopfende Dandy Dastan und die hochnäsige und Kontra gebende Tamina, die sich natürlich beide auch ineinander vergucken, obwohl es keinerlei Chemie zwischen ihnen gibt. Dabei sind Stereotypen und gewöhnliche Handlungen nicht mal zwangsläufig was schlechtes, andernfalls könnte man sich fast keinen Film mehr ansehen, doch wenn ein Film wie Prince of Persia vergisst, sie irgendwie interessant, charmant oder sympathisch zu machen, dann läuft was schief.

Dazu kommen einige Logiksprünge in den Charakterhandlungen und dem reichlich groß angelegten Plan des Onkels, wie er den Thron übernehmen wird, obwohl das mit hundert naheliegenderen Möglichkeiten machbar ist, als eine angeblich uneinnehmbare Stadt (die dann doch extrem schnell fällt, und das nur dank Superheld Dastan allein) zu bezwingen, das ganze Königshaus gegeneinander auszuspielen und den verborgenen Sand der Zeit zu nutzen, um Jahrzehnte ungeschehen zu machen.

Was auch ein wenig fehlt ist das Spektakel an der Sache. Jepp, es gibt Action und nette Szenerien, beides nicht inkompetent umgesetzt, und dadurch sowie dank einiger Nebencharaktere ist der Film Stellenweise sogar recht launig, doch die großen Setpieces eines Pirates of the Caribbean werden einem nich geboten.

Was unterm Strich raus kommt ist weder ein sonderlich guter noch schlechter Film, sondern ein recht durchschnittlicher. Ansehen kann man ihn sich, verpassen tut man nix, wenn man es nicht tut.

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Ein Kommentar

  1. Ich hab weder den Film gesehen noch das zugehörige Spiel gespielt, allerdings den zweiten Teil Warrior Within, der wesentlich düsterer war als SoT. Ich rechne mal damit, dass die Serie aufgrund magerer Kinogänge nicht mehr fortgesetzt wird, aber mich hätte doch interessiert, ob Disney den zweiten Teil ebenso düster und brutal wie das Spiel umgesetzt hätte.

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