Pirates of the Caribbean: Part Deux

Jack ist tot, der Kraken Geschichte, Piraten gehören bald zur aussterbenden Spezies, die Handelsgesellschaft ist nun an der Macht, kontrolliert sogar den Fliegenden Holländer. Aber die fesche Crew der Black Pearl hat sich ja aufgemacht, um Jack aus dem Jeneits zu holen, natürlich alle mit ihrem eigenen Motiv, und das schaffen sie auch. Gehören jetzt nur noch die ganzen Antagonisten aufgehalten, wobei das beim Fliegenden Holländer nur geht, in dem man das Herz von Davy Jones vernichtet, dafür dann aber selbst zum ewig die Weltmeere befahrenden neuen Captain des Schiffes wird.

At World’s End ist der teuerste Film aller Zeiten – solange man nicht Inflation einrechnet, dann kommt er erst nach Cleopatra. Mehr Action, mehr Charaktere, mehr Tricks, mehr Explosionen, mehr Spielzeit. Das Ding ist fast 3 Stunden lang, und das obwohl es sowieso nur die zweite Hälfte von Dead Man’s Chest ist. Es ist also wieder ein leicht überlanges Unterfangen, ganz egal, wie viel er einem aufbietet, um kurzweilig zu sein, 3 Stunden sind nun mal lang. Und die Probleme des Vorgängers sind weiterhin da. Er ist teilweise etwas zu wirr und unaufgeräumt. Jeder betrügt ständig jeden, plant sein eigenes Ding – sind wir hier denn in Dune? Der finale Kampf mag noch so cool sein, ist er doch auch unglaublich lang, schafft es gleichzeitig sich ständig weiter zuzuspitzen, bis die Spannung kaum noch zu ertragen ist, und einen gleichzeitig ob der schieren Länge gegen das Geschehene abzustumpfen. Die Romanze zwischen Elisabeth und William hat keinerlei Chemie. Und das Karibikflair ist endgültig weg, bei all den düsteren Szenen, aus denen der Film fast ausschließlich zu bestehen scheint. Aber er ist trotz aller Makel weiterhin sehr gutes Unterhaltungskino, mit häufig zündendem Witz und vielen Schauwerten, epischer Mucke. Nur so ein wenig der Charme und die Ausgewogenheit des ersten Teiles, der fehlt den Sequels.

Blieb dann ja doch nicht allzu lang bei einer Trilogie.

Jack Sparrow ist in London und muss zu seiner Überraschung feststellen, dass das Gerücht umgeht, er würde eine Crew anheuern, um den Jungbrunnen zu finden. Stellt sich raus seine Ex Angelica, für die er mal fast beinahe so was ähnliches wie vielleicht Gefühle hatte, lockt damit Leute aufs Schiff ihres Vaters Captain Blackbeard. Da landet auch Jack und das Rennen, wer zuerst mit den für das Ritual benötigten Dingen wie zwei Silberkelchen und einer Meerjungfrau beim Brunnen erscheint, beginnt, denn auch die englische und spanische Krone wollen dorthin. Für England segelt niemand anderes als Barbossa.

Tja, ein weiterer Film in einer Franchise, der so langsam die Luft ausgeht. Doch ich muss sagen, dass On Stranger Tides die Qualität wieder etwas nach oben schraubt. Er ist entschlackter und kurzweiliger, als die Vorgänger – wer hätte gedacht, dass ich das mal zu einem Film schreibe, der immer noch über 2 Stunden Spielzeit aufweist. Das Finale geht keine Dreiviertelstunde, die Reise hat ein klares Ziel und nicht tausend Exkurse auf dem Weg dorthin. Der Film ist weniger wirr und geradliniger. Ansonsten, wie immer gute Unterhaltung mit vielen Effekten und Actionszenen, einem unterhaltsamen Jack Sparrow und auch ansonsten viel Witz. Die einzig größere Schwachstelle ist die Romanze zwischen Philip und Syrena, da Philip Swift und Astrid Berges-Frisbey genau so viel Chemie am Laufen haben, wie Bloom und Knightley, a.k.a absolut keine, dafür aber ihr Liebesgeflüster umso schmerzhafter schlecht geschrieben ist, als alles, was sich das vorige Pärchen je gesagt hat.

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Ein Kommentar

  1. Zu Teil 3: Ich hab irgendwann nicht mehr durchgeblickt, wer, wen, warum, weshalb betrügt und sowieso alle doof außer Mutti. Schwaches Ende und ich war froh, als er vorbei war.
    Teil 4 gab mir auch nicht so viel. Fand die Szene mit den Nixen krass, ansonsten plätscherte der eher so vor sich hin.

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