Vampire Chronicles – Blood & Gold

Nach Merrick richtet sich Blut und Gold wieder vollkommen der Vampirchronik, statt die Mayfair-Hexen einzuweben – das letzte Buch, in dem das so ist. Und es ist eine weitere Biographie eines schon längst bekannten Charakters.

Doch beginnen tut das Buch mit dem Erwachen von Thorne, einem alten Vampir, der sich als Einsiedler zurück gezogen hat, von niemand anderem als Mahareth zum Vampir gemacht, und dem nach der modernen Welt dürstet. Aber nein, Blut und Gold erzählt nicht seine Geschichte, Thorne ist einfach erneut ein Vampir, den sich Anne Rice aus dem Arsch zieht, damit er vom eigentlichen Hauptcharakter die Lebensgeschichte erfahren kann und dann anschließend nie wieder Erwähnung findet. Warum Marius nicht einfach schon einem bekannten Vampir seine Leidensgeschichte offenbaren kann… wer weiß.

Zumal er das ja auch schon hat. In Pandora haben wir durch sie erfahren, wie Marius zum Vampir wird und zweihundert Jahre zur Zeit der römischen Antike mit ihr verbrachte, in Armand die Zeit mit jenem im Venedig der Renaissance, durch Lestat im Fürst der Finsternis und Königin der Verdammten dann den kurzen Exkurs mit ihm und die Bürde das uralte Elternpaar zu hüten. Gibt es da überhaupt noch was über Marius zu erfahren? Anne Rice findet schon.

Immerhin muss man ihr zu Gute halten, dass nicht sonderlich viel Redundanz aufkommt. Die Zeit mit Pandora wird fast gar nicht erwähnt, die Zeiten mit Armand und Lestat kurz überflogen, der Gros des Buches ist tatsächlich Neues. Und als solches nicht uninteressant, was ich aber mal ganz frech der Tatsache attestiere, dass Marius schon so lange in der Vampirchronik ist, noch aus einer Zeit stammt, als die von Anne Rice entworfenen Vampire wesentlich interessanter sind, als die später ausgedachten. Sie kann Inspiration aus den vorigen Büchern, die ihn breit behandelt haben, schöpfen und muss nur noch die Lücken im ähnlichen Stil füllen.

Denn ganz die Größe der ersten Bücher kommt auch hier mal wieder nicht auf. Nein, die Charaktere und Ereignisse sind nicht ganz so weich gespült, es kommt zu regelmäßigen Auseinandersetzungen und Enttäuschungen, weil dies ja schon in den alten Büchern so ist und dementsprechend so bleiben muss. Die Dekandenz ist auch da, was aber fehlt ist das Grausige und die Erotik. Das Buch ist lesenswert, aber doch verglichen mit den früheren spröde.

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