High School Musical

Ja… so… ja… ich hab dann mal was geschaut… nämlich… High School Muscial… *ahäm* High School Musical. Also… weil… irgendwie wollte ich eben. War ja mal einen Versuch wert… nehm ich an. Was war schon zu verlieren, es gibt schlimmers, als 90 Minuten Zac Efron anschauen zu müssen.

Man kann sich natürlich jetzt lang darüber auslassen, wie realitätsfremd die ganze Angelegenheit doch ist. Die Handlung ist oberflächlich, die Inszenierung klinisch rein, die Charaktere erfüllen die gewohnten Klischees. Wir haben unsere schüchterne Intelligenzbestie und den perfekten All American Sportler, die sich beide ineinander vergucken und im Schulmusical mitmachen wollen. Nur das sie ein Problem damit hat, vor Leuten zu singen, während er das Problem hat, dass natürlich Trainer/Vater und Basketballteam nicht so begeistert davon sind, dass das Sportsass plötzlich in so einem schwulen Musical singen will, statt hart für die anstehende Meisterschaft zu trainieren. Und dann haben wir natürlich sowieso noch die Residental School Bitch mit ihrem Bruder-Anhang, die seit Jahren die Hauptrollen in allen Aufführungen besetzen und sich das von den Newcomern nicht vermiesen lassen wollen.

Jeder füllt also seine klischeehafte Rolle komplett aus. Jeder sieht gut aus. Keiner hat so wirklich einen Fehler. Schlichtweg sind die Charaktere zu klinisch und langweilig. Und für ein Musical sind auch die Gesangseinlagen nicht sonderlich spektakulär. Der Beat mag eingängig sein, aber sobald man mal auf die Lyrics achtet, fällt schnell auf, dass die Lieder bestechend wenig aussagen, es geht in ihnen um nichts. Das liegt daran, dass es im Film um wenig geht und die Charaktere an sich keine Probleme haben. Der Konflikt fehlt. Die Mean Bitch wird nie wirklich fies, Lampenfieber zu leicht überwunden, die Freunde nach anfänglicher Antihaltung zu schnell zur Unterstüztung. Es ist halt eine heile Disney-Welt, voller hübscher Teenager, aus gut verdienenden Familien, an einer stylischen Schule, denen nie was schlimmes passiert. Hier probiert sich niemand heimlich an Drogen, hat Probleme mit seinem Coming out, hat Bulimie, eine Krebserkrankung, ein fürchterliches erstes Mal oder sonst irgendwas, was einem Charakter auch ein paar Ecken geben könnte. Im Prinzip geht es allen gut. Die beiden Romantic Leads dürfen sich ja noch nicht mal richtig küssen am Ende, so brav ist der Film.

Mein Lieblingssong ist der in der Mensa, nachdem rausgekommen ist, dass Sportler Zac heimlich gern singt. Plötzlich fangen bei allen Gruppierungen (die Sportler, die Einsteins, die Kiffer, die Hipster etc) Leute an, über ihr Geheimnis zu singen, etwas was sie speziell macht und aus der Gruppe heraus stechen lässt, während die Gruppe an sich dagegen ansingt, nichts davon hören will. Es ist ein hübscher kleiner Song darüber, dass jeder etwas gern macht, was unerwartet ist, was man ihm nicht zutrauen würde, was ihn besonders macht. Und wie oberflächlich das Gruppendenken und der -zugehörigkeitsdrang gerade als Teenager ist. Zu dumm das der Film, in dem der Song vor kommt eben genau so oberflächlich, so schematisch ist, wie das Bild, gegen das gerade angesungen werden soll.

Wie gesagt, als erwachsener, zynischer Mensch kann man sich noch so lang darüber auslassen, wie unrealistisch und weltfremd die ganze Schoße ist. Aber das ist gar nicht der springende Punkt, High School Musical ist ein Disney-Film, da sollte man Realismus gar nicht erwarten. Disney ist nicht dafür bekannt, echte Menschen in realen Situationen zu zeigen. High School Musical ist wie Twilight oder Rosamunde Pilcher, es ist Fantasie, eine heile Traumwelt.

Klar wäre es schön, wenn der Film etwas „echter“ wäre, wenn die Songs wenigsten eine Aussage hätten, wenn nicht alles so gelackt wäre, so bemüht kein Risiko einzugehen. Aber was wir bekommen, ist letztendlich auch nicht so übel, wie man befürchten würde. Der Film ist hübsch anzusehen, hat durchaus einen gewissen Schwung und ist hier und da sogar recht launig, wenn man das Gehirn wohlweißlich ausgeschaltet lässt. Gerade die Paris Hilton des Filmes fand ich ziemlich amüsant, so wild over the top wie sie zu chargieren weiß. In einem halbweg ernst zu nehmendem Film wäre sie tödlich, doch hier, joa da macht sie schon Spaß.

Klar, irgendwie ist High School Musical genau genommen schon ein ziemlich blöder Film für anspruchslose Teenies, aber wirklich schlecht finden kann ich ihn auch wieder nicht *shrug* Vielleicht sollte ich mich doch mal an Glee versuchen ;P


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6 Kommentare

  1. Wildcats, los geht’s, los geht’s! ♥ :D

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  2. du solltest übrigens auch teil 2 schauen,
    dass kann den ersten teil noch toppen :D

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  3. Ich… bin grade entsetzt… wie… konntest du das nur duchstehen?

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    • Ah… so schlecht ist er auch nicht. Ich hab auch den ersten Twilight durchgestanden und dagegen ist HSM nix, schon allein, weil hier tatsächlich Dinge passieren.

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