Vampire Chronicles – Merrick

Merrick ist das erste Crossover-Buch, das zwar offiziell zur Vampir-Hauptchronik gezählt wird, aber auch ordentlich die Mayfair-Hexen mit einbezieht. Allerdings nicht diejenigen, die wir aus der Hexentrilogie kennen, sondern die schwarzen Abkömmlinge der Familie, die mit der Hauptfamilie nicht viel zu tun haben.

Merrick ist also ein Hexe und das ehemalige Talamasca-Oberhaupt David, der ja durch Lestat nun ein Vampir ist, erzählt uns ihre Geschichte. Warum überhaupt? Weil sie für Louis den Geist Claudias rufen soll, was dann auch passiert und nicht gerade glücklich endet. Doch der Hauptteil des Buches ist Merricks Biographie.

Lestat ist übrigens wieder weitestgehend komatös, direkt nach dem Erwachen im letzten Buch scheint er wieder entschlummert zu sein. Wird langsam auch fast lächerlich, den Status Quo ständig oben zu halten, am Ende eines jeden Buches zu hinten, dass nun große Dinge passieren werden und dann herrscht letztendlich zu Beginn des nächsten doch weiterhin der gewohnte Stillstand.

Und es passiert letztendlich auch immer das gleiche. Auch hier. Lestat ist aus dem Rennen, wir bekommen die Lebensgeschichte eines weiteren übersinnlich veranlagten Menschens, die Restvampire verlieben sich in sie und machen sie letztendlich zum Neuvampir, der in der weiteren Handlung nie wichtig werden wird. Selbst Lestat darf mal wieder aufs Ende erwachen, um Louis zu retten, der endlich, nachdem er keine Antworten auf seine ständigen Fragen ums Vampirdasein gefunden hat, sich umbringt. Aber keine Sorge, Lestats Supermann-Blut rettet ihn und der Stillstand herrscht wieder vor. Was ein Glück, es hätte ja mal wirklich was Neues passieren können. Und natürlich wieder das Hinten auf Größeres im nächsten Buch: Die Talamasca erklärt Lestat den Krieg. Wird daraus je wirklich was werden? Nein.

Das Problem mit Merrick ist noch nicht mal, dass es so unglaublich schlecht oder wirklich richtig langweilig wäre. Aber es ist halt auch nicht gut und super spannend, sondern einfach mittelmäßig. Die Charaktere einer Anne Rice sind nicht mehr so faszinierend wie früher, der Handlungsverlauf bietet nichts Großes und Herausragendes mehr. Und viel zu nett sind alle. Gott, was sind all die Charaktere so unglaublich verliebt ineinander, ständig bedacht darum, die anderen nicht versehentlich zu verletzen, keine Konflikte aufkommen zu lassen. Selbst nachdem all die geheimen Pläne von Merrick raus kommen, und wie sie die Situation manipuliert hat, mögen sie weiterhin alle noch.

Die Luft ist irgendwie schon langsam ganz schön raus aus den Vampirchroniken.

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