From the Appenines to the Andes

Vor ein paar Monaten hatte ich ja meinen World-Masterpiece-Theater-Nostalgie-Post und ans Ende geschrieben, dass ich mir die Marco-Box mal bestellt hatte, obwohl ich, da sie direkt zum Preissturz als nicht mehr vorrätig gelistet wurde, stark davon ausging, dass das Teil nicht mehr produziert wird und Amazon dat nur noch nicht ganz gecheckt hat. So war es tatsächlich, die Box ist nie wieder offiziell als erhältlich gelistet worden (was ist’s eigentlich mit den Serien, dass von den Halbstaffelboxen immer noch eine erhältlich ist, die andere aber nur 2nd Hand für Wucherpreise zu bekommen ist?), doch Amazon war dennoch so nett, mir einige Zeit später eine zuzuschicken – vielleicht irgendwo aus einem Restbestand oder so. Und das ist über die letzten Wochen mein alltägliches Bettgeh-Ritual geworden: Sich ins Bett kuscheln und noch eine Folge Marco schauen, bevor das Licht ausgeht.

Die Familie des kleinen Marcos lebt in Genua, sein Vater führt dort eine Armenklinik. Das ist eine noble Sache, aber auch sehr dumm, wenn man so wie die Familie weder reich ist, noch einen reichen Gönner hat. Also bekommen sie Geldprobleme und da zur Zeit in Italien die Arbeitslosigkeit eh frapierend ist, geht die Mama nach Argentinien, wie so viele andere italienische Auswanderer auf der Suche nach Glück und Arbeit das auch tun. Marco findet die Trennung natürlich schrecklich und als dann eines Tages auch noch die Briefe der Mama ausbleiben, beschließt er, sie einfach holen zu gehen.

Und so entbrennt, nach der Einleitungsphase der Serie, die Marcos Leben in Genua zeigt, die Odyssey des kleinen Jungens über den Ozean, durch Teile Brasiliens und Argentiniens, von einem ehemaligen Aufenthaltsort der Mama zum nächsten, über Wasser, zu Lande, durch Schnee, mit neuen Freunden, die er wieder verlassen muss, bis er sie endlich findet.

52 Folgen sind natürlich ein ziemliches Time Commitment, aber doch ein sehr lohnendes, denn überraschenderweise wird die Serie nie langweilig, alle Folgen sind sehr kurzweilig, selbst jene, in denen im Nachhinein eigentlich gar nicht so viel passiert ist. Marco hält es nie lange an einem Ort auf und wenn doch, wie beispielsweise in Genua oder während der Ozeanüberquerung, gibt es immer was zu erleben. Man muss den naiven, stoischen kleinen Jungen einfach gern haben, der all das auf sich nimmt und mit träumerischen Blick verzweifelt gen Horizont schaut. Irgendwo da ist seine Mama und verdammtnochmal, er wird sie finden!

Es ist eine anrührende Serie, kaum anders zu erwarten von WMT und Isao Takahata, der es wie kaum ein anderer schafft, uns dramatische, menschliche Schicksale zu präsentieren. Man freut sich mit, wenn Marco mit den Puppenspielern auftritt, man fiebert mit, wenn er in einen Schneesturm gerät, man fühlt mit, wenn er mal wieder zu spät wo ankommt, da die Mama schon weitergezogen ist. Und man gewinnt auch all die anderen Charaktere, die er auf seiner Reise antrifft, gern. Schöne Serie, das :3

Ich würd ja gern auch mal den Kinofilm von 1998 sehen, als WMT die Serien zwecks schlechter Quoten einstellte, sich aber an einen Kinoreboot wagte, der nach Niklaas und Marco allerdings auch im Sande verlief. Nur glaub ich gibt’s den leider gar nicht in für mich verständlicher Sprache. Schade.

Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: