Star Wars Week II – Clone Wars

Episode II endet mit dem Anfang der Klonkriege, zu Beginn von Episode III sind sie schon so gut wie rum. So viel luftleerer Raum in der weitestgehend langweiligen Episode II hätte noch gefüllt werden können, stattdessen fallen die Schlachten lieber auf ein Spinoff ab. Und das die Clone Wars als schnelles Cashin geplant waren, ist wohl klar, so als Animationsserie, deren Folgen gerade mal 3 Minuten gehen.

Doch nur weil man ein Wegwerfprodukt macht, bedeutet das ja nicht, dass man nicht sein ganzes Herzblut reinstecken kann und mit der Sache Spaß hat. Und genau das bringen die Clone Wars rüber: Hier haben die Beteiligten wirklich gemacht, was sie gern tun wollten. Und genau deswegen kann sich das Ergebnis sehen lassen. Dass die Episoden jeweils so kurz sind, hat dabei natürlich sowohl Vor- wie auch Nachteile. Der große Vorteil ist, dass sie ein unglaubliches Tempo haben, man kommt kaum zum Durchatmen, ständig passiert was, keine Szene wird lang gehalten. Die Geschwindigkeit, die die Prequels häufig nicht haben, ist da. Dafür wirkt es natürlich auch manchmal im Gegenzug fast zu hektisch, die Schauplätze und das Geschehen zu fragmentiert, und für Hintergründe was die Ereignisse wie die Charaktermotivation angeht bleibt natürlich keine Zeit.

Stattdessen ist sich die Serie eben damit zufrieden, das was in der Kürze eh nicht machbar ist, eben nicht zu machen und gute kurzweilige, oberflächliche Unterhaltung zu bieten. Mit viel Kabumm, viel Gekämpfe, viel Style und Coolness. Und sich dabei selbst nicht zu ernst nehmen, ganz wichtig. Denn einige Einfälle sind reichlich doof, wie die Zinnmänner, die mit Lanzen gegen Mechas ziehen, oder der Werwolf-Jedi. Anakin und Padme sind sowieso dumm wie eh und je. Manchmal bin ich mir dabei noch nicht mal ganz so sicher, ob es das jetzt wirklich alles mit einem Augenzwinkern macht, oder manche Sachen doch ernst meint. Anakins permanent Frowny Face beispielsweise. Ernst gemeint, oder macht man sich darüber lustig, dass er in den Prequels so ein weinerliches Mädchen ist? Eindeutig witziger ist da die riesige Stomp-Waffe in der Episode mit Samuel L. Jacksons Charakter. Das ist sowieso das beste Segment der ganzen Vol.1, vereint es doch perfekt eben jene Action mit Style und Coolness, aber doch mit Witz und Leichtigkeit, Charme und das ohne große Worte.

Vol.2 ist dann ein klein wenig anders, beinhaltet die 5 Folgen der dritten Staffel, die nun je 12 Minuten sind. Weitestgehend übernimmt es natürlich die Stärken der ersten zwei Staffeln, was Tempo und ausgewogene Unterhaltungswerte angeht. Doch durch die längere Spielzeit können die einzelnen Segmente nun etwas besser ausgearbeitet werden. Die Geschwindigkeit wird leicht gedrosselt, dafür haben die Charaktere jetzt auch mehr Raum zum Atmen, kann das Geschehen etwas mehr einsickern, statt von einem Punkt zum nächsten zu hetzen. Auch folgt Vol.2 nun einem klaren Handlungsstrang, präsentiert uns nämlich die Ereignisse um die Entführung Palpatins, sprich es endet genau dort, wo Episode III anfängt. Die 3. Staffel bekommt es überraschenderweise sogar hin, Anakin etwas sympathisch zu machen und Grievous fies erscheinen zu lassen. Schon kein Attest für die Prequels, wenn der dortige übertriebene Cartoon-Bösewicht in einem richtigen Cartoon plötzlich besser weg kommt.

Sprich die Clone Wars, wenn sie auch nicht komplett alles richtig machen, bieten einfach einen enormen Unterhaltungswert in schönen, knackigen 2 Stunden. Und dabei sprach alles gegen sie: Es ist ein animiertes Star Wars, es ist ein Star-Wars-Spinoff, es ist ein modernes Star Wars, alles keine Qualitätsmerkmale. Aber Wunder oh Wunder, die Clone Wars sind richtig gut geraten. Und ich glaube auch zu wissen, warum: Der Name George Lucas taucht in den Credits nirgendwo auf.

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4 Kommentare

  1. Ganz genau so isses. Die Clone Wars sind rundherum gelungen und richtig kurzweilig. Vol.2 gefällt mir vor allem am Anfang, als C3PO Anakin und Padme in den Straßen von Coruscant trifft und sein neues shiny Outfit präsentiert. Da bekommt man sogar echt Lust auf Episode 3, irrwitzigerweise. Auch das Gespann Anakin und Obi-Wan ist viel spaßiger als die beiden Schauspieler in den Filmen, die irgendwie gezwungen wirken.

    Spannendste Szene: Grievous contra Jedi-Haufen und alles mit dieser Doppelschwert-Jedi-Tante, deren Namen ich vergessen hab. Warum taucht eigentlich die nicht in den Prequels auf?

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  2. „Und ich glaube auch zu wissen, warum: Der Name George Lucas taucht in den Credits nirgendwo auf.“
    Gewagt, gewagt ^^
    Ich kenne Leute die würden dich dafür jetzt einen Kopf kürzer machen.

    Gab es zu Clone Wars nicht auch einen Animationsfilm, oder irre ich mich da?
    Ich blick bei dem ganzen Star Wars Neuzeitkram eh nicht mehr durch.

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    • Vermutlich Leute, die „Krieg der Sterne“ technisch noch in den 80ern stecken, und alles nach „Der letzte Kreuzzug“ schönreden ;) (und „Howard the Duck“ ausblenden)

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    • Der Film ist ein Pilot zu einer anderen Serie, die allerdings auch zu Klonkrieg-Zeiten spielt. Statt einen komplett neuen Namen hat man das Teil dann „The Clone Wars“ genannt, was natürlich schnell verwirrt mit „Clone Wars“.

      Lucas hat wirklich noch viele Verteidiger? Der moderne Lucas, der uns die Prequels und Indy 4 beschert hat? Echt überraschend :D

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