Remember, remember, the Vth of November

V for Vendetta zu schauen hat mich lang nicht wirklich gekümmert. Es ist halt mit seiner Thematik der Film schlechthin, zu dem alle Internet-Anonymousse im circle jerk sich geil finden, die auch bei jeder Kleinigkeit sofort was von Überwachungsstaat schreien und sich sowieso für viel schlauer halten, als sie eigentlich sind. Nur kann man es einem Film per se ja nicht anlasten, nur weil er bei Nervensägen besonders beliebt ist. Also jetzt doch mal geschaut.

Und tatsächlich ist es ein wirklich heftig toller Film. Es ist zunächst schon schwer V, mit seiner Guy-Fawkes-Maske, seinem Weltrettersinn und dem geschwollenen Geschwafel nicht scheiße prätentiös und unsympathisch rüber kommen zu lassen. Doch der Eindruck verliert sich sehr schnell. Denn er hat dabei diese gewisse Quirkyness, wirkt mal recht cool bei der Ausführung seiner Pläne, aber dann doch wieder sehr spaßig und verpeilt. Und letztendlich ist er kein Gutmensch und Weltenretter. Er ist ein kalkulierender, Pläne schmiedender Terrorist, der all das nicht mal so sehr tut, weil der britische Polizeistaat im Film so schlimm ist und abgeschafft gehört, sondern weil er mit dessen Obrigen noch eine Rechnung offen hat. Er ist nicht der düstere Held a la Batman, der auf Rache sinnt, aber eigentlich Gutes tut, nein, V ist der Dark-Knight-Joker, der Chaos und Anarchie will, der genau genommen häufig höchstgefährlich und borderline wahnsinnig ist. In einer späteren Szene des Filmes meint V „What they did to me was monstrous“, worauf Natalie Portman ihm antwortet „And they created a monster“. Und irgendwie triffst das sehr gut. Die Aktion, mit der er Portman „von ihrer Angst befreit“, ihr „Freiheit gibt“, wie er es ausdrückt, ist eigentlich einfach nur eine heftige Gehirnwäsche.

Also nein, V ist nicht gut. Und er ist nicht uneigennützig. Aber die Idee, für die der Mann steht, wie der Film ja gern mehrmals erinnert, die ist nicht verkehrt. Es ist etwas gewaltig falsch mit dem Land. Und irgendwer, nein alle, müssen dagegen was tun. Auch wenn man mit den hiesigen Mitteln nicht übereinstimmen muss. Und nur weil V eigentlich ein wahnsinniges Monster ist, bedeutet das ja nicht, dass ich dies nicht gut finde. Denn er ist ein interessanter Charakter und gerade das er kein Gutmensch ist und eine Vendetta offen hat, hält den Film spannend. Genau genommen ist er wohl tatsächlich sehr wie der Graf von Monte Cristo, den er so toll findet. Das ist also alles nicht schlecht gemeint, ich fand den Film wirklich echt launig. Er ist düster, schnell und pompös, wenn es sein muss, lockert das aber eben immer mal wieder mit ein wenig Charme, Humor und Cleverness auf.

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2 Kommentare

  1. Ich find deine Gay Porn-Begriffe, die du in deinen Beiträgen verwurstest jedes mal hilarious.^^

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