Living Dead Week – Night

Zombies sind für Action-Games momentan das, was blutleere Vampire für dämliche Kleinmädchenromanzen sind: Absolut Verkaufsfördernd. Kaum ein Spiel, in dem sie nicht präsent sind, und wenn es nur per DLC ist. Also schauen wir doch mal in einen der klassischen Zombie-Horror-Regisseure rein: George A. Romero, der mit seinem 1968er Night oft he Living Dead das Genre maßgeblich geprägt hat. Witzigerweise werden sie hier allerdings nie „Zombies“ genannt, lediglich die Bezeichnung „Ghoul“ fällt glaub ich ein oder zwei Mal. Übrigens schimpft sich die Stadt im ersten Breath of Fire, in der Zombies wohnen, Romero – niedlich.

Barbra und ihr nerdiger Begleiter sind mit dem Auto unterwegs, um ihren jährlichen Grabesbesuch zu machen. Auf dem Weg dahin stranden sie allerdings bei einer seltsamen Villa, in dem der bebrillte Spießer von Transvestiten umerzogen wird. Nein warte, falscher Klassiker. Die beiden kommen stattdessen beim Friedhof an, Johnny wie jeder normale Mann sich konstant über die Situation beschwerend, und werden dort von einem Ghoul angegriffen. Barbra kann in ein nahegelegenes Haus fliehen, Johnny hat nicht so viel Glück. Da Barbra den Rest des Filmes mehr oder minder katatonisch zubringt, müssen natürlich noch weitere Überlebende der Zombie-Apokalypse sich einfinden, die sich teilweise ziemlich in die Haare bekommen, wie das alles jetzt am besten überlebt werden kann. Spoiler: Btw schafft dies keiner von ihnen :D

Night of the Living Dead ist der einzige Film der Reihe, den ich bereits irgendwann mal gesehen habe, vor gut 5 Jahren oder mehr auf Arte, wirklich viel im Gedächtnis geblieben ist nicht. So wirklich viel zum Erinnern gibt es letztendlich aber auch nicht: Gruppe Leute flieht vor Zombies in ein Haus, streiten sich und werden nach und nach von besagten Zombies geschnappt. Einfach und geradlinig, letztendlich haben wir es hier mit einem Low Budget Film zu tun, an dessen Erfolg keiner ganz so recht glauben wollte. Dennoch hat er es zu einem absoluten Klassiker geschafft und das nicht ganz zu Unrecht. Natürlich ist er mittlerweile doch hier und da etwas Altersschwach, immerhin ist das Ding 40 Jahre alt. Da gibt es mittlerweile jüngere, agilere, aufgewecktere Kerlchen. Er hat also ein paar Längen und der damals so schockierende Gore ist heutzutage nicht mehr der Rede wert – als aktuelle Produktion hätte Night entweder doppelt so viele Action-/Gore-Shots oder wäre 20 Minuten kürzer. Langweilig wird er allerdings dennoch nie komplett, dafür schafft Romero es zu gut, aus dem was er hat, doch viel rauszuholen. Suspense, interessante Kamerawinkel, Atmosphäre und die Reibereien in der Gruppe.

So ganz unheimlich ist er natürlich dennoch nicht, Zombies sind das nun mal gar nicht, sondern ihnen schwingt immer so ein klein wenig unfreiwillige Komik mit (kann natürlich nur an mir liegen, der mit Zombie-Filmen sowieso noch nie sehr viel anfangen konnte). Dafür sind die Viecher dann doch einfach viel zu langsam und missen jeglichen Intellekt. Ja, im Film sind sie dann letztendlich, wenn man richtig ausgerüstet ist, ziemlich einfach besiegt gegen Ende. Deswegen gibt es bei solchen Filmen eben auch immer gleich eine ganze Zombie-Apokalypse: Zwei, drei Zombies alleine sind ungefähr so furchteinflößend, wie von einem 2km/h fahrendem Dreirad geschnitten zu werden, die Masse (und Weigerung von ihrem Ziel abzulassen) muss da schon her, damit sie zumindest halbwegs bedrohlich wirken.

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Ein Kommentar

  1. Der Film will vor allem gesellschaftskritisch sein. Während das hier sogar noch subtil verpackt wird, schlägt Teil 2 es einem mit dem Hammer ins Gesicht.

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