Mega Trash: Part Un

The Asylum hat sich einen Namen durch B-Movies (wobei „B“ hier noch sehr schmeichelnd ist) gemacht, die häufig im Fahrtwasser aktueller und ähnlicher Thematik unterliegender Blockbuster schwimmen. So richtig – zumindest für mich – auf den Plan gerufen wurden sie aber erst durch Mega Shark vs. Giant Octopus, ein trashiger Monsterfilm, bei dem der Titel Plan ist, und von dem plötzlich diverse Ausschnitte Youtube und Co. überschwemmt haben. Marke „so schlecht, dass es wieder fun bringt“, eh?

Tja, der Film fängt damit an, dass jener Megahai und Gigaoktopus durch eine illegale militärische Aktion aus dem ewigen Eis befreit werden, in dem sie Jahrmillionen eingeschlossen wurden. Seltsame Vorfälle häufen sich, Wissenschaftlerin Emma kommt gleich auf den Trichter, dass es ein Megalodon sein muss, aber keiner glaubt ihr. Nur dann doch. Sie tut sich mit ihrem alten Professor zusammen und zusätzlich gibt es Unterstützung von Japaner Seiji, den sein Land hat einfliegen lassen. So finden sie heraus, dass zwar Megalodon die US-Küsten terrorisiert, um Japan allerdings eben der Oktopus streift. Die drei tun wissenschaftlich aussehendes Zeug, wie gelbe Flüssigkeit in blaue und rote in gelbe zu gießen, total professionell und wissenschaftlich und so, aber erst als Seiji und Emma es recht random miteinander treiben, kommen sie auf die Idee, die beiden mit Pheromonen in die Bucht von Tokyo respektive San Francisco zu locken, um sie dort zu fangen.

Geht aber schief, also tuckern alle mal mit U-Booten raus ins Meer, um die beiden zueinander zu locken, da das einzige, was sie umbringen kann, sie selbst sind. So bringen sie den Zweikampf zu Ende, den sie, als sie vom ewigen Eis überrascht wurden, führten (klar, passiert ständig, so ne Eiszeit kommt so schnell, da gefriert man schon mal mitten im Zweikampf).

So schlecht, dass es fun bringt, also? Nein, überhaupt nicht. Natürlich ist der Film durchgehend trashig. Mieserable Klischee-Dialoge, vorhersehbare Handlung, mäßiges Schauspiel, billige Kulisse, nicht reinpassende Stock Footage und schlechte CG-Monster. Das ist alles da. Aber so wirklich Spaß bringt es nicht. Dafür ist der Film viel zu lang (60 statt 90 Minuten hätten es locker auch getan) und hat viel zu viele langweilige Story/Talky-Scenes, für die sich ja eh keine Sau interessiert. Szenen mit den Monstern? Sehr wenige, meist sehr kurze und sehr verwackelte, damit man nicht sieht, wie billig sie sind. Der Angriff auf die beiden Städte, bei denen angeblich so viele Menschen sterben? Ein kurzer Sekunden-Shot auf Megalodon, wie er in die Golden Gate Bridge beißt und das war es, den Oktopus Tokyo angreifen bekommt man gar nicht erst gezeigt. Sicher, da gibt es die ikonische Szene, wie Megalodon aus dem Wasser springt und in ein auf voller Höhe fliegendes Passagierflugzeug beißt. Die ist so blöd, dass sie wieder ganz witzig ist. Leider bleibt’s die einzige. Unterhaltungswert ist im Restfilm selten über Null.

Doch der Film war wohl ein kleiner Hit fürs Asylum und so wurde ein Jahr später Mega Piranha nachgeschoben. Militärspezialsonderfutzi Jason wird nach Venezuela geschickt, weil dort was nicht koscher läuft. Forscherin Sarah fängt ihn ab und meint es wären besondere Piranhas, die sie zu züchten geholfen hat, aber für eliminiert hielt, als das Experiment aus den Fugen lief. Das venezuelische Militär streitet das natürlich ab und stellt Jason unter Hausarrest. Der lässt sich das natürlich nicht bieten und schleicht ganz Solid Snake für Arme raus (wobei er so wenig heraus sticht wie Chris Redfield in Resident Evil 5). Tja, Prinahas werden entdeckt, Venezuela meint sie sind eliminiert, nachdem sie einfach mal ein wenig auf das Wasser schießen (klar, da trifft man bewegliche Ziele en masse ja auch so gut) und wollen die Forscher gefangen nehmen. Die fliehen mit Jason, die Piranhas vermehren sich rasend und werden von Tag zu Tag größer und größer, bis sie wie außer Kontrolle geratene Kleinwagen in nahegelegene Häuser rammen. Jason kontaktiert sein Militär, die schießen ebenfalls ein wenig aufs Wasser, überraschenderweise auch ohne großen Erfolg.

Nun soll’s ein Nuklearsprengkopf tun. Doch Jason hat eine ganz tolle Idee: Er und ein paar andere Militärs gehen einfach zu den Tierchen tauchen und schießen ihnen ein paar Löcher rein, damit sie sich dann gegenseitig zerfleischen. Scheiß Plan, aber alle finden ihn gut und irgendwie funktioniert er dann auch.

Mega Piranha ist natürlich genauso billig wie Mega Shark vs. Giant Octopus, aber immerhin nicht ganz so langweilig. Das Teil ist wesentlich schneller geschnitten und es geht viel mehr Action ab. So sieht man die Piranhas zwar auch hauptsächlich nur in kurzen wakeligen Shots, aber eben viel häufiger. Sie greifen auch mehr Menschen und Gebäude an, was gerade bei den großen Viechern ab Filmmitte sehr komisch aussieht. Seltsamerweise hällt es sich für einen solchen Film aber mit Blut extrem zurück. Jason Fitch hat den ganzen Film über nur einen Gesichtsausdruck und eine Tonlage parrat und auch ansonsten ist das schauspielerische Talent noch etwas gesunken. Mega Piranha erfüllt sein Trash-Versprechen also etwas mehr, als Mega Shark – dennoch, so ganz extrem unterhaltsam ist er nicht (und 20 Minuten kürzer könnte er erneut sein), watchable yes, besonders mit Freunden unter Alkoholeinfluss, aber arg so dolle isser dann auch nicht.

Irgendwie dann doch lieber noch mal Piranha 3D oder Deep Blue Sea geschaut, die haben mehr Unterhaltungswert als Asylums Megafische.

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4 Kommentare

  1. Schade, ich hätt mir beim Titel echt einiges erwartet. Und DIESE ikonische Szene hätt ja auch einiges versprochen. Dann doch lieber guten Trash à la Dungeons and Dragons ;)

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    • Ja, ist schon schade, wenn man einen Film mit einem solchen Titel hat und dann das einzige, was das Publikum erwartet – unterhaltsamer Trash – nicht wirklich liefert.

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  2. „Die drei tun wissenschaftlich aussehendes Zeug, wie gelbe Flüssigkeit in blaue und rote in gelbe zu gießen, total professionell und wissenschaftlich und so“

    – SCIENCE FTW! :D

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  3. Deep Blue Sea war tatsächlich ein recht spannender Kreaturenthriller, hätte ich damals nicht gedacht ich ihn zum ersten Mal sah. Das hier allerdings werde ich mir trotzdem mal vormerken. Für nen Abend. Mit Kumpels. Und Alkohol versteht sich.^^

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