Gallery of Labyrinth

Mir war mal wieder nach einem Metroidvania, kommt immer mal wieder sporadisch so vor. Und da mein letztes Dawn of Sorrow war, ging es erst mal mit Portrait of Ruin weiter, ich überspringe bei Serien nicht gerne Einträge, wenn es keinen Grund dafür gibt (welcher wie bei Circle of the Moon beispielsweise sein kann, dass mich der Schwierigkeitsgrad abschreckt, wo ich doch so keine Action-Platformer-Skills habe :D).

Die Sache mit den Metroidvanias ist nur eben mal so, dass sie sich alle verdammt ähnlich sind. Es ist wie Pokemon, kennst du eines, kennst du alle. Gerade weil die Spiele untereinander die Assets und Layouts auch gern stark recyceln. Von daher versuche ich, immer etwas mehr Zeit zwischen ihnen vergehen zu lassen, da mir das GBA-Doppelpack von Harmony und Aria, die ich back to back gespielt habe, mich da eines besseren belehrte. Bis ich zu Dawn of Sorrow kam, hab ich also ein wenig gewartet, aber auch bei weitem nicht die 3 Jahre, die seither vergangen sind. Komischerweise hatte ich bei Portrait of Ruin dennoch ein extremes „been there, done that“-Gefühl.

Dabei versucht Portrait sogar ein wenig frischen Wind rein zu bringen, gegenüber dem absoluten Recycling-König Dawn. Zum einen gibt es nun zwei Hauptcharaktere: Jonathan ist der übliche physische Kämpfer der Teile, kann zusätzlich Subweapons wie die Äxte, Messer und Co. einsetzen und Charlotte ist mehr das Magic-Chick. Es kann jederzeit zwischen ihnen gewechselt werden, allerdings auch beide gleichzeitig draußen sein. Dann ist der Partner rudimentär AI-gesteuert, versucht nahe am Spielercharakter zu bleiben und greift alles an, was zu nahe kommt. Von selbst Magien werfen oder Attacken ausweichen tun sie aber nicht. Dafür zieht es nicht an der Lebensleiste, wenn sie getroffen werden, sondern an der Magieleiste. Außerdem können sie besonders starke und Magie konsumierende Gemeinschaftsattacken. Dennoch ist das System etwas underused. Ich hatte Charlotte zwar gerne mal für etwas extra Damage draußen, aber im Großen und Ganzen ist es selten im Spiel wirklich nötig, sowohl was Kampftaktiken wie Puzzel-Lösung angeht, einen zweiten Charakter zu haben.

Ausnahmsweise ist man auch mal nicht nur auf Draculas Schloss beschränkt, der Bösewicht hier ist der Vampir Brauner, über dessen Gemälde separate Welten erreicht werden können. Das soll Location-Abwechslung geben, so ganz funktionieren tut das aber dann doch nicht. Denn abgesehen vom Ägypten-Level sind die restlichen doch optisch dem sehr ähnlich, was man auch in einem vorherigen Teil in den weitläufigen Schlössern findet. Inklusive Gegner-Recycling en masse. Selbst besagtes Ägypten-Level fühlt sich trotz anderer Deko und mehr neuern Gegnern nicht sonderlich anders an, da das Layout eben auch das übliche ist. Ernsthaft, spielt mal mehrere Metroidvanias kurz hintereinander – es wird schnell langweilig. Und dann lasst mal ein paar Monate verstreichen und versucht euch noch dran zu erinnern, wie die Lokalitäten in welchem Teil noch mal genau ausgesehen haben. Schwer, es blendet nämlich alles stark ineinander, weil die individuelle Identität der Spiele doch flöten geht.

Natürlich muss man irgendwann mal durch einen Clock Tower mit Medusa Heads. Natürlich gibt es einen Kampf gegen Death vor einer großen Uhr. Natürlich ist Brauner dann doch nicht der letzte Gegner, sondern muss erneut der wiedererweckte Dracula bekämpft werden, was hier extrem aufgesetzt wirkt. Natürlich ist einer der Bosse Legion, der Kampf gegen ihn ist ja mittlerweile genauso Standard wie gegen Death und Dracula. Natürlich ist eines der freischaltbaren Goodies der Richter Mode, den seit Symphony auch fast jedes Spiel hatte.

Same old, same old. Portrait ist damit nicht schlechter, als die übrigen Metroidvanias. Es versucht sogar, ein wenig Abwechslung reinzubringen, auch wenn es ihm nicht ganz glücken will. Die Anime-Designs der Charaktere sind noch immer arg Standard, aber nicht mehr so hässlich wie im Vorgänger (dafür das, was Jonathan und Charlotte zu sagen haben recht langweilige Anime-Klischee-Bausätze). Es spielt sich auch so top wie immer. Wem die Vorgänger zu einfach waren, wird sich sogar etwas freuen können. Natürlich kann immer noch durch Grinding und Heilitem-Spammen viel durchgemogelt werden, aber wenn man dies nicht tun wirll, können die Bosse mit ihrem höheren Damage Output schon gefährlich werden, wenn man nicht auf die Attack Patterns achtet. Kein Oldschool-Castlevania, aber schon schwerer als die Vorgänger. Aber dennoch, so einen etwas fahlen Beigeschmack beim Spielen konnte ich mich nicht erwehren, obwohl ich insgesamt eine gute Zeit hatte.

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6 Kommentare

  1. Rothemd

     /  1. Februar 2011

    Der Teil hat mich irgendwie nie angesprochen.
    Bin dann erst wieder mit Order of Ecclesia auf Vampirjagd gegangen.
    Und das ist erstaunlich anders fiel mir auf. Natürlich selbe Spielweise und ähnliches Setting. Aber die Stimmung der Stages wirkte anders als das übliche Schlossgedöhns.

    Naja, jetzt erstmal Super Castlevania 4 :D

    Antworten
    • Heh~ oldschool Castlevanias wie Super Castlevania IV könnte ich unskillte Lusche bestimmt nie spielen xD Zumal ich auch nicht das Durchhaltevermögen habe, besser in ihnen zu werden. Ich bin dann immer zu schnell frustriert und verliere den Spaß dran. Wobei das einzige Oldschool Castlevania, dass ich mal versucht habe Castlevania Chronicles war, das PSX-Remake des X68k Remakes des Erstlings, welches wohl eines der schwersten sein soll :P

      Da bleib ich lieber bei easy breazy Metroidvanias, da verlier ich wenigstens aus Frust nicht die Lust dran, auch wenn sie sehr samey werden können. Order of Eclair soll davon ja auch das schwerste sein. Was wahres dran, oder könnte ich mich ran wagen? :D

      Antworten
      • Rothemd

         /  2. Februar 2011

        Hm ich fands relativ schwierig, zumindest einige der Bosse, bin da aber auch kein Maßstab. Bei mir ist nämlich spätestens beim Tod sowieso Schluss mit dem Spielfortschritt ^^

      • Super Castlevania IV halte ich tatsächich noch für das einfachste Old School Castlevania.Die multidirektionale Peitsche hilft enorm, der Kampf gegen Death lässt sich cheesen, und ansonsten geht es mit etwas Trial and Error doch recht gut vorwärts.

  2. Als Gutes Castlevania kann ich btw noch Rondo of Blood empfehlen und natürlich solltest du Circle of the Moon mal gespielt haben! Aber meine beiden Lieblingsteile erschienen für’s N64. Schlag mich, aber ich steh dazu!

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  3. Ich habe Portrait of Ruin inzwischen auch angefangen, aber bisher kann ich dein Review nur unterschreiben. Es gibt neue Impulse, aber dann irgendwie doch nicht :D Ich kann nicht mal genau den Finger darauf legen, warum das Spiel so unterwältigend ist, obwohl es im Grunde nichts falsch macht.

    Vielleicht steckt am Ende doch noch etwas Besonderes, Unerreichtes in Symphony of the Night, was die ähnlich gearteten Nachfolger trotz Übernahme bewährter Mechaniken und diverse Innovationen einfach nicht mehr einfangen können.

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