Suspiria

Filme von Dario Agento sollen die Leutz bei Human Entertainment zu Clock Tower inspiriert haben. Suspiria davon zu einem geringeren Teil. Schauen wir aber dennoch mal rein. Btw, jemand interessiert an einem „Let’s fail at Clock Tower 3 within 20 minutes of play“? :D Aber mal ernsthaft, irgendwann muss ich aller Abneigung zum Trotz mein Glück mit dem Spiel noch mal versuchen und mich dann auch endlich mal an Haunting Ground trauen.

Aber zurück zum Film. Suzy landet frisch in Good old Germany, um dort auf eine Tanzschule zu gehen. Bei der Schule angekommen, rennt sie eine verwirrt-panische Schülerin fast über den Haufen. Genau jene wird am nächsten Tag tot aufgefunden. Da ihr Zimmer noch nicht fertig ist, zieht Suzy erst mal bei jemand anderem ein, wo sie auch bleiben will, selbst nachdem ihr Zimmer endlich bereit ist. Witzigerweise wird sie sofort krank und muss deswegen – um Ruhe zu haben und sich zu schonen – doch in das Zimmer in der Schule ziehen. Weitere seltsame Ereignisse häufen sich, wie Maden, die plötzlich über die Zimmer her fallen, oder der Klavierspieler, der von seinem eigenen Blindenhund zerrissen wird. Irgendwas nicht so koscheres läuft also in der Schule ab.

Die direkt sichtbare Inspiration zu Clock Tower ist tatsächlich eher gering. Ein Fenster wird plötzlich für den Schreckeffekt vom Wind aufgeweht und nachdem es geschlossen wurde und angestrengt hinausgesehen wird, tauchen in der Dunkelheit plötzlich zwei Augen auf. Auch in Clock Tower können Fenster in den Fluren plötzlich aufwehen oder in ihnen Augen erscheinen. Die erste Tote fällt durch ein markantes Oberlicht, genau wie in Clock Tower (zumindest wenn man die richtige der drei möglichen Variablen sieht). Es gibt auch hier einen verborgenen Kult zu entdecken und auch hier befindet sich hinter den Vorhängen eines Himmelsbettes ein Monster. Auch ein Stück des Soundtracks ist stilistisch einer der wenigen Musiken in Clock Tower ähnlich.

Zum reinen Film an sich: War gut. Filmisch besonders interessant ist Argentos Spiel mit Farben, und Formen. Für einen Horrorfilm überraschend viele satte Farben, darunter vorrangig dominantes Rot. Diese gibt dem Film häufig einen etwas surrealen Touch, der auch durch die Musik unterstützt wird. Eben jene stilistischen Mittel sind es, die einen Film mit eigentlich sehr gewöhnlichen Handlung das nötige Etwas geben.

Allerdings ist auch Suspiria eher langsam-schleichend den Horror aufbauend. Bereits sehr zu Beginn gibt es eine vergleichsweise brutale Mordszene. Auf das erste Opfer wird wiederholt eingestochen, sogar mit Close-up direkt ins pochende Herz, dann wird sie an ein Kabel gebunden und durchs Oberlicht geschmissen, so dass sie nun im Atrium vor sich hin baumelt, während dort ein weiteres Mädel von den Splittern des Oberlichtes aufgespießt wird. Danach gibt es dann allerdings lange Zeit erst mal nichts. Doch kann der Film diese Durststrecken recht gut mit Suspens und eben jener Stilsicherheit füllen.

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2 Kommentare

  1. Eigentlich fällt der Film gar nicht ins Horrorgenre, sondern gehört dem Giallo an, einem spezifisch italienischen Filmgenre, das eigentlich nur Thriller mit derberer Gewaltdarstellung darstellt. Natürlich können Horrorelemente dabei sein, aber die Filme leben zumeist von einem künstlerischen Aspekt, wie eben dem Farbspiel oder der Musik.

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    • Ah, das ist interessant, den Begriff kannte ich nicht. Erinnert mich ein wenig an den Begriff „Space Opera“, wo auch viel mehr auf Atmosphäre und Szenerie wert gelegt wird, denn Actionreiche Weltraumschlachten.

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