Scent of Women

Ich habe die Free-TV-Ausstrahlung mal dazu genutzt, mir Das Parfum: Die Geschichte eines Mörders anzusehen. Eine Literaturverfilmung, wo ich natürlich mal wieder das Buch, auf dem der Film basiert, nicht gelesen haben. Ist ja nicht wirklich neu. Außerdem ein sehr internationaler Film (Produktionsländer Deutschland, Frankreich, Spanien und die USA, mit Schauspielern aus diversen Ländern und einem deutschen Regisseur), der aber sehr französisch rüber kommt. Spielt ja auch in Frankreich.

Was zuallererst bedeutet, dass er schon mal gut eine halbe Stunde zu lang ist. Die Längen sind aber immerhin im Gegensatz zu anderen Filmen recht gut verteilt, so dass sie nicht zu sehr stören. Das berauschende Tempo des Anfangs und der Kurz-vor-Ende-Portion kann aber der Mittelteil bei Weitem nicht halten. Ansonsten ist es ein sehr rasanter und opulenter Film, spannend erzählt, hier und da gerne etwas derber als gelackteres US-Kino sein würde. Die Obsession des Hauptcharakteres, der Frauen mordet, um ihren lieblichen Duft einfangen zu können, ist auch ganz gut umgesetzt. Zwischendurch erlaubt sich der Film allerdings immer mal wieder, ihn auch verletzlicher zu zeigen, rein ohne Menschlichkeit wirkt er nur, sobald er „die Spur“ aufgenommen hat, sozusagen.

Etwas übertrieben ist, dass jeder, der mit ihm in Berührung kommt, zu sterben scheint. Die Mutter, die Leiterin des Waisenhauses, der Typ von der Gerberei und auch der Parfümeur. Und wirklich schrecklich fand ich das Ende. Der Rest des Filmes war eigentlich sehr gut, spannend und hübsch in Szene gesetzt. Und dann ruiniert das Ende alles vollkommen. Und hört auch nicht mehr auf damit, sondern tut Müll auf Müll auf Müll häufen. So ein miserables Ende auf einen eigentlich sehr guten Film habe ich selten gesehen. Mit jeder Minute wird es dämlicher. Einige fantastische Momente nehme ich dem Film nicht krumm, wie das er mit seinem Superriecher selbst die Kilometer entfernt fliehende Auserwählte riechen kann, zumal die ganze Aufmachung des Filmes etwas distanziert und abgehoben ist und die Erzählerstimme der Sache auch einen Märchen-/Legenden-Touch gibt. Aber das Ende. Nein, das Ende nehme ich dem Film nicht ab.

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4 Kommentare

  1. Welchen Teil vom Ende? Die Orgie oder das „Festmahl“? War beides ziemlich Schrott :-)

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  2. Ich find’s toll, dass sich unsere Meinungen mal wieder voll überschneiden. Das Ende war wirklich einfach nur Rotz. Dabei fand ich den Film bis dahin echt interessant.

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    • Ja, es macht doch viel noch gegen Ende kaputt. Ich hab zur Zeit das Buch hier rum liegen und wollte es demnächst dann lesen – das Ende soll ja überein stimmen, aber mal sehen, vielleicht ist es wenigstens etwas besser gehandhabt.

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