The House of Usher

Victor ist von seinem alten Freund Ush in dessen Anwesen eingeladen worden, in dem seit seine Eltern gestorben sind nur noch er mit seiner Schwester wohnt. Dort angekommen brabbelt Ush ein paar unverständlich-mysteriöse Dinge und dann fangen die beiden an, sich auf die Unterhose auszuziehen und Zungenküsse auszutauschen. Die beiden waren nämlich mal ein Paar, bis Victor sich von ihm trennte. Gefühle sind wohl immer noch da und da Victor das alles zu schnell geht, kommt es leider doch nicht zu heißem Gay Sex. Victor bricht ab, zieht sich wieder an, nur um sich direkt für ein Bad wieder ausziehen zu müssen. Nicht sehr effizient.

Er trifft auf Ushs Schwester, die ebenfalls mysteriös-unverständliche Dinge brabbelt, dabei aber schrecklich dramatisch am Overacting ist, bis sie sich beschließt, die Sache mit dem „Victor das Shirt vom Leib reißen und heiße Küsse austauschen“ auch mal auszuprobieren. Ihrem Bruder hat’s ja nicht gerade geschadet. Zwischendurch hat Victor immer mehr Visionen von den drei vorigen Hausangestellten, die sich alle homoerotischen Szenen mit Ush hingegeben haben, bevor sie verschwanden. Ein Traum beinhaltet sogar alle drei, die ihn vor Gefahr warnen wollen, in dem sie nur im Unterhöschen zu ihm ins Bett steigen und den ebenfalls fast unbekleideten Victor zu streicheln beginnen. Standard-Geistererscheinungen halt, hab ich ständig so.

Letztendlich kommt raus, dass das Haus lebendig ist und Opfer benötigt, um in Schuss zu bleiben und wenn das Haus verfällt, leiden auch die Ushers. Symbiose und so. Leider traut sich keiner mehr ins Anwesen und so soll Victor das neue Opfer sein, der sich aber aus den Fängen des Hauses befreien kann. Und dann sehen wir ihn in einer Irrenanstalt, in der er Patient ist und sich die ganze Geschichte anscheinend nur zusammen phantasiert hat.

Wenn man einen Film mit dem Titel Edgar Allan Poe’s House of Usher vor sich hat, denkt man wahrscheinlich eher nicht an hübsche Kerle, die mehr als die Hälfte der Spielzeit in Unterwäsche und homoerotischen Szenen verbringen. Wenn man den Namen David DeCoteau hört, schon eher, ist’s doch derjenige, der uns auch die Brotherhood-Filme schenkte und mit homoerotischem Z-„Horror“ sein Forte gefunden zu haben scheint. Außerdem scheint er Poe zu mögen, denn er verfilmte diverse Geschichten von ihm. Hilft natürlich, dass die alle Public Domain sind und es deswegen nüscht kostet.

Natürlich ist der Film saudoof, aber zumindest zu Beginn noch auf eine witzige Art und Weise. Die Art Film, die man einlegt, wenn man eine Gruppe Freunde und viel Alkohol versammelt hat und sich in Gemeinschaft drüber lustig macht. DeCoteau scheint gemerkt zu haben, dass er niemandem mehr was vormachen kann, und so gibt es nicht wie in den früheren Werken homoerotische Szenen, aber blos niemandem als schwul outen, sondern recht offen heftige Kussszenen zwischen den Kerlen. Wobei das „erotisch“ in „homoerotisch“ etwas fehl am Platze ist, wirken die Szenen doch meist eher lächerlich. Und wenn er zwischendurch bei seinem X-ten Shot auf den Garten und die hübschen nackten Männerstatuen plötzlich eine unterbringt, die lediglich den Lendenbereich einer solchen Statue zeigt, mag man denken, er hat verstanden wie blöd seine Filme sind und wenigstens Spaß damit. Zumindest in der ersten halben Stunde, danach nimmt sich der Film, trotz schrecklich deplazierten Shirtless-Szenen, viel zu wichtig und ernst und will uns wirklich eine Handlung erzählen. Funktioniert nicht mehr so gut und wird mit jeder Minute langweiliger. Egal wie sehr das Mädel überdramatisiert, die monoton der Rest schauspielert und wie falsch es sich anhört den Original-Poe-Wortlaut (oder Sätze, die entsprechend klingen sollen) aus ihren Mündern holpern zu hören. Oh ja, DeCoteau sollte außerdem diesen dämlichen Herzschlag-Sound einmotten, den er so gerne benutzt, und der in jedem Film einfach nur nervt.

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2 Kommentare

  1. Zunächst dachte ich echt du redest von der Poe-Geschichte, aber als ich die ersten Zeilen gelesen hatte merkte ich bereits, dass das nichts, aber auch gar nichts damit zu tun haben scheint. Mein Tipp: Lies Poe und vergiss bitte diesen Schmarren.

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