Don’t feed after midnight

Zu Weihnachten gibt es mal den Klassiker der an Weihnachten spielenden Horrorfilme schlechthin: Gremlins. Haben wir doch alle als Kinder gesehen und geliebt. Sogar an mir ist er diesmal nicht vorbeigegangen gewesen, ich habe die zwei Filme als Kind ständig gesehen.

Der Vater von Billy ist ein relativ erfolgsarmer Erfinder und will seinem Sohn ein besonderes Weihnachtsgeschenk aus Chinatown mitbringen. Wer sucht denn bitte ein Weihnachtsgeschenk für einen Teenager in Chinatown? In einem Kramladen sieht er den süßen Mogwai und will ihn haben. Aber der alte Besitzer erklärt, dass jener unverkäuflich ist. Na dann sollte man ihn vielleicht nicht mitten in den Laden stellen. Sein Enkel verkauft ihn dann aber natürlich heimlich, damit wir auch einen Film haben.

Doch drei Regeln müssen befolgt werden: Grelles Licht blendet sie und direktes Sonnenlicht tötet, nicht mit Wasser in Berührung bringen und nicht nach Mitternacht füttern. Warum diese Dinge so besonders wichtig sind, hätte ihnen zwar auch mal jemand erklären können, aber über Zufälle finden sie das natürlich sowieso schnell raus. Unter Wasser multipliziert sich der kleine, niedliche Gizmo nämlich plötzlich. Nur scheinen die neuen Mogwais etwas anders zu sein… gemeiner. Und nach Mitternacht gefüttert verwandeln sie sich in Gremlins, die plötzlich zu Hunderten die Kleinstadt terrorisieren.

Am Ende können sie natürlich besiegt werden und der alte Chinese holt sich Gizmo wieder ab (hat ganz schön lang gebraucht, dessen Fehlen herauszufinden und abholen zu kommen, wo er doch die Visitenkarte des Vaters hatte und so). Dazu der obligatorische Weisheitenspruch, dass die Menschheit noch nicht bereit für ihn ist und wie schlecht sie ihn behandelt haben und so. Sogar wie schlimm es ist, dass sie ihn Fernsehen lassen, obwohl ich da echt kein Problem mit sehen kann. Es gefällt ihm und zum TV-Junkie hat es ihn auch nicht gemacht. Ich mein, soweit wir in dem Film sehen tut der alte Chinese mit Gizmo nichts, außer ihn den ganzen Tag lang in einer kleinen, dunklen Schachtel einzusperren. Auch nicht gerade schön.

Es ist viel zu lang her, dass ich den Film mal gesehen hab. Denn er ist immer noch so toll, wie eh und jeh. Eigentlich der perfekte Horrorfilm für Kinder: Zum einen hat er durchaus sehr düstere und unheimliche Stellen. Letztendlich bringen die Gremlins ja eine Reihe der Bewohner um und die Geschichte, warum das eine Mädel Weihnachten nicht mag, ist auch nicht gerade hübsch. Und das genau in der richtigen Dosis, um sich als Kind ein wenig zu gruseln, sobald man älter ist, ist Gremlins ja nun wirklich nicht mehr unheimlich. Aber es ist auch ein Stellenweise sehr spaßiger Film, mit dem unterhaltsamen Chaos, das die Gremlins anrichten, den seltsamen Erfindungen des Vaters und so. Wenn mittendrin Szenen aneinandergereiht werden, wo die Gremlins einfach im Pub feiern, Breakdancen, Weihnachtslieder trällern oder sich Schneewittchen ansehen und das Zwergenlied mitsingen, kann man fast auf die Idee kommen, dass sie eigentlich ganz witzige Kerlchen sind. Nur eben sehr unberechenbare Chaoten. Sprich es ist die ideale, unterhaltsame Mischung aus Witz und Grusel.

Gremlins 2: The New Batch ist da ein ganz anderes Biest. Billy und Kate leben nun in New York, beide arbeiten für den Großunternehmer Clamp in seinem supermodernen Clamp Tower. Jener möchte Chinatown komplett umgestalten und nachdem der alte Chinese, bei dem Gizmo lebt, das Zeitliche gesegnet hat, steht dem auch nichts mehr im Wege. Also verliert Gizmo sein zu Hause, wird aber von einem der Wissenschaftler des Genetiklabors des Clamp Towers gefunden. Billy bekommt das mit und rettet ihn.

Doch Gizmo kommt mit Wasser in Kontakt, die neuen Mogwais fressen nach Mitternacht und werden danach auch noch besprenkelt und ehe man sich’s versieht wird der ganze Clamp Tower von Gremlins überrannt – dank dem Genetiklabor in den neuesten und tollsten Variationen.

Der zweite Teil entstand erst ganze 6 Jahre nach dem Erstling und der Ton des Filmes ist doch ein ganz ein anderer. Die Horrorelemente werden so ziemlich ganz fallen gelassen und stattdessen stützt man sich ganz auf die Comedy. Zum einen per satirischer Untertöne der modernen Gesellschaft mit dem Clamp Tower und all dem überzeichneten Dingen, die in ihm veranstaltet werden und in dem das Chaos, das die Gremlins verursachen, viel stärker vertreten ist. Zudem eine Hülle an Popkultur-Referenzen, von Rambo-Gizmo, einem Phantom der Oper Gremlin, einer Zauberer von Oz „Ich schmelze“-Szene beim Besiegen der Gremlins, eine Dracula-Anspielung, wenn der von Christopher Lee gespielt böse Wissenschaftler einen Fledermaus-Gremlin sieht usw. usf.

Das macht den Film nicht wirklich wesentlich schlechter, auch wenn ich den Vorgänger etwas mehr favorisiere dank der netten Mischung, man muss halt den Nachfolger als überzeichnete Comedy sehen und dann ist der auch ganz unterhaltsam.

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