Bromance Week – I’ve been watching you

David DeCoteau hat seine Karriere darauf aufgebaut B-Horror zu drehen. Schnell und billig gemacht, kann er so jährlich durchaus drei bis fünf Filme auf den Markt bringen, die noch nicht mal allzu viel einspielen müssen, um sich zu rentieren. Sagen tun die mir alle nicht wirklich was, abgesehen von der Puppet-Master-Franchise, der er den einen oder anderen Eintrag eingefügt hat. Sind alles so Filme, zu denen Wikipedia entweder gar keinen Eintrag hat, oder nur 3 Sätze zu verliert.

Aber wie gesagt, gut genug Gewinn scheinen sie abzuwerfen. So hat es die Brotherhood-Serie innerhalb des letzten Jahrzehnts beispielsweise auf sechs Filme gebracht. Nun haben die, wie die meisten seiner Filme ab 2000, anscheinend den selben Vibe: Billiger B-Horror für Teenies, sprich es „Horror“ zu nennen ist reichlich großzügig, so handzahm wie sie sind, häufig nur deswegen gesehen, weil die Chance besteht, vielleicht einen Blick auf eine Darstellerin in Unterwäsche oder sogar bei einer Duschszene zu erhaschen. Nur bei David DeCoteau mit einem Twist zu diesem Klischee: Ersetzte die Mädels mit heißen Kerlen. Wenn bei fast allen ab 2000 Filmen von ihm die zwei mageren Sätze mit „[Title] is a homoerotic horror movie…“ beginnt, tja…

Und genau das klingt so schlecht, dass es doch was haben muss. Ich zumindest bin fasziniert genug, mir mal die Brotherhood-Serie zu gönnen. Wohl wissen, dass es bestimmt ein Fehler ist, die Filme schrecklich scheiße sein werden und ich besser gleich richtigen Gay Porn sehen sollte, wo man wenigstens alles zu sehen bekommt, statt nur 2 halbnackte Kerle, die sich zweideutige Blicke zuwerfen.

Hauptcharakter des ersten Filmes ist Chris (Namen dank IMDB – ich hab den Film gerade gesehen und schon wieder alle vergessen, kein gutes Zeichen), der zwar der typische High School Supertyp ist, gut aussehend und durchtrainiert, aber wegen einem Alkoholkranken Vater nie wirklich auf Partys gegangen ist und viele Freunde hatte. Auch von den Studentenverbindungen am College hält er nicht viel, sind die doch auch nur auf Party aus. Zumindest bis der hübsche Devon mit seiner Albert Wesker Fanclub Bruderschaft auf ihn aufmerksam wird und dazu bringt, bei einer ihrer Partys aufzutauchen. Devon füllt Chris ab, penetriert ihn und tauscht Köperflüssigkeiten (Nadel in die Hand, Blut). Als Chris wieder aufwacht, beginnt er sich ziemlich arschig zu seinem nerdigen Zimmergenossen, mit dem er bisher immer eine Alte-Ehepaar-Routine hatte, zu verhalten und ganz der Bruderschaft alike wie ein Mitglied einer Boy Band der frühen 90er anzuziehen (homoerotische Untertöne in The Brotherhood? Pah! Kein Schwuler, der was auf sich hält, wäre 2001 auch nur in die Nähe von diesen Outfits gekommen, außer um sie zu verbrennen).

Chris kehrt zu Devon zurück, der ihm was davon erzählt, dass sie dank Blut unsterblich sind und das es Chris, egal ob er das Gegenteil behauptet, doch auch nur genauso beliebt sein will, wie alle anderen. Die beiden beschließen, sich auszuziehen (ca. 50 Minuten oder so im Film und erst die zweite Shirtless Szene, false advertisement!) und zusammen ins Bett zu steigen. Um dort von einem Mädel zu trinken. Doch Devon ist ein ganz ein hintertückischer: Alle 100 Jahre muss er den Körper wechseln, um unsterblich zu bleiben und nun will er den Körper von Chris infiltrieren! Was er natürlich nicht schafft, sondern stirbt und mit ihm alle seine Untergebenen.

The Brotherhood war wirklich ziemlich… schmerzhaft. 85 Minuten klingt nicht so lang, aber alles zieht sich. Viele Szenen gehen ungefähr drei Mal länger, als ein Editor, der halbwegs was von seiner Arbeit versteht, zugelassen hätte. Die Gespräche sind langweilig, und schrecklich unnatürlich. So reden Menschen nicht miteinander. Die Hälfte der Zeit sind es noch nicht mal richtige Konversationen, sondern Charaktere werfen sich einfach unzusammenhängende Sätze an den Kopf, die nichts miteinander zu tun haben. Außerdem passiert den ganzen Film nichts. Lediglich in den letzten 10 Minuten oder so. Als Teen-Horror gibt es halt keinen Horror, noch nicht mal irgendeine anderweitige Action. Und für einen Film über Quasi-Vampire auch fast nie Blut zu sehen und wenn könnte es unechter nicht aussehen. Selbst die eine Axt, die in der letzten Szene gebraucht wird, um Devon zu töten, ist so was von billig (wobei er visuell kaum mehr als eine Schramme auf dem Sixpack abbekommt – aber viel Schaden richtet so eine Gummiaxt halt auch nicht an).

Und die homoerotischen Untertöne? Ja, die sind tatsächlich sogar da, anstatt einfach von ein paar Heten, die halbnackte Kerle gesehen haben, überdramatisiert zu werden. Bei jeder Szene zwischen Chris und Devon oder Chris und seinem Zimmergenossen denkt man sich, dass sie es endlich hinter sich bringen und miteinander treiben sollen, wenn das doch nur die künstlichen Gespräche zwischen ihnen beendet, die so tatsächlich perfekt in einen Schwulenporno passen würden. Dafür den Film zu schauen lohnt sich freilich nicht, nicht nur wie bereits Eingangs erwähnt, weil man an jeder Ecke des Internets gleich richtigen Gay Porn finden kann, bei dem man nicht durch endlose Gespräche aufgehalten wird und saftige, penetrierende Erektionen zu sehen bekommt, sondern auch, weil es ganz allgemein kaum nackte Haut in The Brotherhood gibt. Es ist, wie zu Twilight zu hören, dass es doch so lächerlich viele Szenen mit hübschen Kerlen, die ihren nackten Oberkörper in die Kamera halten gibt, und die Filme sich quasi nur dadurch verkaufen und dann Twilight zu schauen und festzustellen, dass das alles erst in New Moon anfängt.

Der Plot macht auch überhaupt gar keinen Sinn. Unsterblich seit Ewigkeiten, ungebrochen mächtig… und alles, was die Kerle tun, ist eine Studentenverbindung gründen und alle 4 Jahre das College zu wechseln, um ewig das Leben eines Party feiernden Studenten zu leben? Ich mein, so auf Anhieb klingt das gar nicht halb übel, aber wird das nicht schnell langweilig? Sollte man nicht irgendwie einen größeren Masterplan haben, als das?

Zwei oder drei Mal ist das ganze Packet tatsächlich so herrlich dämlich und einfach grundauf falsch, dass man sich ein Lachen wirklich nicht verkneifen kann. Leider bleibt das aber die Ausnahme und wird nie zur Regel. Schade drum.

So, The Brotherhood Numero Uno war also ein Reinfall, da nicht witzig dämlich, sondern nur schlecht dämlich. Aber an Aufgeben ist noch nicht zu denken!

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