Witching Hour

Vor einiger Zeit habe ich euch was über meine Lieblingsbuchreihe erzählt. Heute geht es um einen anderen meiner Favoriten: Anne Rices Hexenstunde.

Zu Anne Rice bin ich eigentlich erst relativ spät gekommen. Es muss so um 2000 oder 2001 rum gewesen sein, dass ich zum ersten Mal Interview mit einem Vampir gelesen hatte. Ich fand es toll und las auch die Nachfolgebücher, fand sie auch toll und kaufte mir deswegen so ziemlich alles, was es damals von ihr auf dem deutschen Markt gab. Und Hexenstunde, der erste Roman der Mayfair-Hexen-Reihe, hat es zu meinem Lieblingsbuch von ihr geschafft.

Die Hauptgeschichte dreht sich um Rowan Mayfair, erfolgreiche Ärztin in Kalifornien, die gewisse übersinnliche Fähigkeiten hat. Außerdem ist sie adoptiert und bekommt die Nachricht, ihre wahre Mutter sei in New Orleans verstorben. Sie reist zur Beerdigung und muss feststellen, dass sie nun die Erbin des Mayfair-Vermächtnisses ist, eine skandalös reiche Familie, deren Geschichte über Generationen hinweg bis in die Pflanzertage in der Karibik und darüber hinaus geht.

Und genau das macht den großen Mittelteil des Buches aus: Die Familiengeschichte über 12 Generationen, wie sie in den Akten der Talamasca steht, Anne Rices Orden an Wissenschaftlern des Übersinnlichen, die „beobachten und wachen“. Im Prinzip versuchen sie zu studieren und zu ergründen, wofür die moderne Wissenschaft eben immer noch keine Lösungen gefunden hat, das Übernatürliche sozusagen. Denn die Mayfairs sind eine Familie an Hexen, die sich mit dem Geist Lasher eingelassen haben, um es zu Reichtum und Macht zu bringen.

Und genau das ist es, was mir am Buch so sehr gefällt: Die Familiengeschichte. Es ist einfach super interessant geschrieben, wie sie über die Generationen hinweg immer mächtiger werden, oder auch wieder degenerieren. Wie all diese illustren Persönlichkeiten gelebt haben und gestorben sind. Wie sich die Familie zusammen mit Reichtum und Macht ausgebreitet hat, Zweige sich miteinander verworfen haben oder wieder zusammengekommen sind.

Es ist fast etwas Schade, wenn das Buch dann gegen Ende natürlich wieder in die Gegenwart und zu Rowan gehen muss, die 13. Hexe, der Schlüssel, wie es in der Legende heißt. Die Mayfair, die alles verändern wird, auf die Lasher seit Jahrhunderten gewartet hat. Das Buch wird dann zielmich schnell sehr… schnell und intensiv, in den aufeinander hastenten Ereignissen, denn Anne Rice kann eines besonders gut: Visionen, Illusionen, Wahnvorstellungen. Wenn ihre Charaktere in jenen gefangen sind, von den übernatürlichen Ereignissen überrannt werden, wie im Drogenrausch. Und führen tut dies in ein fieses Ende, alles zerbricht, alle Mühe umsonst. Vorerst zumindest. Herrlich.

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