Star Wars Week – Revenge of the Sith

Die Klonkriege nähern sich ihrem Ende entgegen, nachdem Count Dooku erledigt ist und Obi-Wan sich auf die Jagd des letzten Anführers, Grievous, macht. Whiny Skywalker hat derweil Albträume vom Tod Padmes, die von ihm schwanger ist. Außerdem geht’s ihm immer noch gewaltig auf die Eier, dass man ihn nicht zum Jedi-Meister macht, obwohl er es immerhin schon zum jüngsten Mitglied in ihrem Rat geschafft hat. Das allerdings auch nur, weil Palpatine ihm dazu verholfen hat.

Palpatine schmiert Whiny weiterhin ordentlich Honig ums Maul, und allgemein hört Whiny immer nur dann auf jemandem, wenn er sein Ego streichelt, nie, wenn er gewarnt oder seines jugendlichen Übermutes gezügelt wird. Nachdem Yoda dann seine Träume auch noch damit abtut, dass Schicksal nun mal Schicksal ist und er nichts tun können wird, während Palpatine sich als Sithlord outet und meint, die dunkle Seite der Macht wüsste sehr wohl Möglichkeiten den Tod zu verhindern, ist die Entscheidung gefallen.

Whiny Skywalker wird Darth Whiner, die Jedi vernichtet, Palpatine macht aus der Republik ein Imperium und Padme stirbt im Kindbett. Ende.

Episode III ist der einzige Star Wars, zu dem ich schon mal gebloggt hatte. Der Titel damals war „Galaxy of Morons“ und genau so fühlt man sich während des Filmes: Jeder ist ein Idiot. Padme, weil sie sie so was wie Anakin auch nur in ihre Nähe lässt. Die Jedi, weil sie überhaupt nichts kommen sehen können. Anakin, weil er sich von Palpatine auf so dilettantische Weise „verführen“ lässt, dass der auch gleich einfach nur „Du hat nen kleinen Schwanz“ hätte sagen können. Und der ganze Senat sowieso. Palpatine manipuliert Amidala ganz eindeutig in Episode I dazu, ihn zum Senatsvorsitzenden zu machen. Und alles jubelt. In Episode II räumen sie ihm Rechte ein und schwächen damit ihre eigene Position, wegen eines noch nicht wirklich genauer spezifizierten oder gar ausgebrochenen Konflikts. Und jubeln. In Episode III, nachdem er mehr und mehr Macht an sich gerissen hat und selbst die strunzdummen Jedis misstrauisch macht, glauben sie ihm aufs Wort, dass die Jedi gegen die Republik rebellieren wollten und so zur Bedrohung wurden – die ehrenvollen Jedi, die jeder respektiert und die immer den Frieden geschützt und im Klonkrieg für die Republik gekämpft haben. Alle jubeln. Und im gleichen Atemzug beendet er selbst die Republik und ruft ein Imperium aus, was allen Senatsmitgliedern eigentlich nur noch den letzten Rest ihrer Macht nimmt. Und was tun sie? Sie jubeln ihm begeistert zu.

Dabei steckt Episode III so voller Potential und könnte der düsterste Film der Reihe sein, wenn man sich denn dafür interessieren könnte, was passiert. Allgemein hätten die Prequels toll werden können, immerhin sollte es darum gehen, wie der mächtigste und strahlenste Jedi, der Auserwählte der alten Legende, ins Straucheln und zum tragischen Fall auf die dunkle Seite der Macht gebracht wird. Stattdessen bekommen wir ein nerviges Kind, das zu einem arroganten und weinerlichen Jüngling heranwächst, der nicht erkennt, wie einfach er doch manipuliert wird, wie billig und durchschaubar doch Palpatine ist und wie dumm er, sich von ihm rüber ziehen zu lassen. Dabei steckt hier Potential. Die tragische Geschichte des Jünglings, der zu viel Macht hat, dem sein Aufstieg nicht schnell genug gehen kann, der vom Frust zerfressen wird und dessen Schmerz nach dem Verlust seiner Mutter ihn dazu bringt, die Lügen der dunklen Seite zu glauben, er könne seine Geliebte vor dem Tod retten. Der schreckliche Dinge tut, und um sich wegen ihnen nicht selbst zu hassen immer eiserner an die Lüge glaubt, nur um noch schlimmere Dinge zu tun und sich noch stärker in die Selbstlüge zu stürzen, um sich eine Rechtfertigung für sie zusammen zu phantasieren. Nur um dann passend derjenige zu sein, der seiner Geliebten den Tod bringt, den er aufzuhalten doch erst zur dunklen Seite gewechselt ist. Aber uns all dies zu zeigen funktioniert nicht, wenn es uns nicht nahe geht, weil es so miserabel gehandhabt ist. Wenn Anakin so unsympathisch ist. Wenn Palpatine sich so dämlich anstellt und dennoch auf ihn hereingefallen wird. Wenn es so schlecht geschrieben, mäßig geschauspielert und schlecht inszeniert ist. Wenn Anakin jemanden tötet, mit einem klischeehaften „Was habe ich nur getan“ zusammen bricht, nur um 2 Sekunden später ewige Treue zum Sithlord zu schwören und 2 Minuten später ohne mit der Wimper zu zucken einen ganzen Raum voll Kinder im Jedi-Tempel abschlachtet. Nicht gut geschrieben, nicht gut gehandhabt, nicht glaubwürdig, keine Entwicklung.

Und wie Stefan schon sagte, es fehlt auch ein guter Bösewicht, ein konstant bedrohendes Übel. Darth Maul und Dooku könnten gute abgeben, ersterer hat aber zu wenig Screentime und zweiterer fast gar keine. Episode III hat Grievous, der wie ein lächerlicher Comicbuch-Bösewicht daher kommt. Die ganze Reihe hat Palpatine, aber der ist wie gesagt viel zu dillethantisch in allem, was er macht und das er damit durch kommt nur um so frustrierender.

Dennoch, diesmal ist Episode III mein Favorit der Prequels (früher war es Episode I). Einfach, weil hier so viel Wichtiges passiert. Und zwei Szenen sind richtig gut: Der Fall der Jedi und die Endszenen, ab Beerdigung Amidalas und was aus den Überlebenden wird. Da kommt fast ein bisschen das Feeling der Originaltrilogie auf. Fast. Aber die sind die Ausnahmen. Episode III hat zwei der wichtigsten Szenen der ganzen Saga: Obi-Wan triumphiert über Anakin, hält die „wie konnte es nur soweit kommen“-Rede und Anakin verbrennt zu dem Vader, den wir kennen. Und später die Szene, wo er deswegen seinen Anzug bekommt. Bei den beiden Szenen sollte ich Gänsehaut haben. Aber ich spüre nichts, weil’s mir egal ist. Egal! Wenn du zwei solche Szenen in deinem Film hast und jegliches Potential verschenkst, so dass sie einem nichts bedeuten… dann machst du was ganz gewaltig falsch, George.

Und die Action ist hier natürlich am phänomenalsten, CGI so weit, dass es nur noch hier und da mit den Schauspielern kollidiert, der Kampf Vader vs. Obi-Wan toll, wenn auch ein wenig zu lang. Aber zusammen mit Maul vs. Qui-Gon die beste Kampfszene der Prequels, denen ansonsten immer so ein wenig der Style und die Coolness von so was wie Matrix, The Dark Knight oder Casshern fehlt.

Ein guter Film ist’s freilich immer noch nicht. Alles Wichtige mag hier geschehen, doch wie gesagt, ist es frustrierend miserabel gehandhabt, geschrieben, geschauspielert, inszeniert. Verschenktes Potential links und rechts, zwei kurze gute Szenen und ansonsten viel Spektakel. Kein Charme, keine Sympathie, keine Seele. Zudem muss man befürchten, durchs Schauen etwas dümmer geworden zu sein, als man vor dem Film war.

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