Star Wars Week – Attack of the Clones

10 Jahre sind vergangen, aber abgesehen von Jesus Skywalker sind alle nur um 3 gealtert. Padme ist nun Senatsmitglied und kann deswegen nicht mehr als Königin den ganzen Tag in sperrigen Kostümen vor sich hin dehydrieren. Außerdem hat sie Feinde, da sie die Mobilmachung der Republik, um die Bedrohung der abtrünnig gegangenen Galaxien entgegen wirken zu können, nicht unterstützt (Repubiksmitgliedschaft scheint wohl doch nicht so ganz freiwillig zu sein, wenn man, sobald Galaxien sich unabhängig erklären, gleich mit einem Militärschlag im Namen der Demokratie daher kommt). Also darf Jesus nun ganz offiziell beauftragt ihren Beschützer spielen.

Die beiden verlieben sich ineinander, Jesus‘ Mutter stirbt, was ihn kurz zur dunklen Seite fallen und alle in Reichweite umbringen lässt und Obi-Wan entdeckt derweil eine Klonarmee, die vor 10 Jahren angeblich im Namen der Republik in Auftrag gegeben wurde. Ziemlich fishy, aber da die Abtrünnigen sowieso gerade mobil machen und man somit eine Armee braucht, und halt eine bereit steht, nimmt man sie mit Kusshand, ohne dass irgendwer weiter drüber nach denkt.

Episode II ist definitiv der langweiligste der Prequels. Eigentlich passiert wenig von Wichtigkeit. Padme und Anakin springen drei Mal über eine Wiese und beschließen, nun unsterblich verliebt zu sein. Anakin verliert die Kontrolle beim Tod seiner Mutter. Der Krieg bricht aus. Alles gar nicht mal so lange und sich langsam entwickelnde Szenen, sondern recht (sogar zu) kurz gehalten und dafür der Rest der über 2 Stunden mit… nicht viel gefüllt. Mit jeder Menge Action, ja, aber ohne Kontext und in solchem Umfang wird auch die schnell dröge.

Ewan McGregor, Natalie Portman, Hayden Christensen, Samuel L. Jackson… alle nominiert für Golden Globes und/oder Academy Awards, teilweise sogar welche gewonnen. Sprich: Das sind nicht unbedingt schäbige Schauspieler. Aber setzt sie in die Star Wars Prequels vor einen Greenscreen und lasse sie Selbstgespräche führen, weil Szenerie und Konversationspartner erst per CGI reingezaubert werden, und sie verlieren jegliches Talent. Darth Maul in Episode I wird nicht von einem professionellen Schauspieler, sondern Stuntman verkörpert – einen Unterschied in Leistung zu den „richtigen“ Akteuren ist aber nicht zu verbuchen. Liam Neeson ist ganz gut und Sir Christopher Lee könnte selbst einen Glücksbärchie-Bösewicht fies erscheinen lassen, aber damit hört die Leistung auch schon auf. Charakterzusammenspiel wie in der Originaltrilogie wird man hier zwischen niemandem finden.

Besonders darunter leiden tut natürlich die Romanze zwischen Padme und Anakin. Abgesehen davon, dass es ziemlich plötzlich geht, findet man eigentlich alle Twilight-Schwächen vor: Zwischen den beiden herrscht keinerlei Chemie. Die Dialoge sind haarsträubend unrealistisch, so redet einfach kein Mensch. Und wie sich die kluge, starke Padme in Anakin vergucken kann, der den ganzen Film nur damit verbringt, wie ein kleines Kind rumzuwhinen, weil ihn keiner als Erwachsener ernst nimmt, ist mir sowieso ein Rätsel.

Wie freiwillig alle Ratsmitglieder Privilegien wegen einer angeblichen Notstandssituation abgeben, lässt einen auch die Braue hochziehen. Und so wirklich wird das perfekt getimte und anscheinend lang geplante Auftauchen der Klonarmee auch nicht hinterfragt. Man braucht ja eh grad eine. Geschenkter Gaul und so. In Dune würden diese „Politiker“ keine 5 Minuten überleben. Und der große Angriff der Klonkrieger? Ein langer Kampf gegen Ende des Filmes, sicherlich, aber Yoda ist schnell uns zu sagen (Zitat) „Der wahre Angriff der Klonkrieger hat erst begonnen“. Nur ist der Film, der nach ihm benannt ist, auch schon rum. Ups, keine Zeit für gefunden in den über 2 Stunden. Großes Sorry, seht auch unsre Spinoff-Serien, die den wahren Konflikt behandeln. Etwas schwach, wenn man bedenkt, wie viel luftleerer Raum in Episode II gefüllt hätte werden können.

Die Action und Effekte sind natürlich fulminant und zahlreich. Immer noch etwas arg künstlich, klinisch, tot, besonders wenn keine toten Objekte, sondern lebende Wesen erschaffen werden oder die Realschauspieler mit im Bild sind. Aber ja, was aufs Auge bekommt man durchaus. Nur reicht das allein halt nicht. Die Originaltrilogie hat sich definitiv auch über Action und Special Effekts verkauft, aber eben das mit sympathischen Charakteren und interessanter Handlung hinterfüttert. Episode II hat keines von beiden und ich hab mich ernsthaft ein wenig gelangweilt.

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Ein Kommentar

  1. Ich finde Episode 2 ist der schwächste Teil der ganzen Serie. Es ist einfach unglaublich langweilig, hier hätte man eine schöne Charakterentwicklung von Anakin einbauen können, statt alles in den dritten Teil zu pressen…
    Den ersten fand ich dagegen nicht so schlimm, wie ihn alle machen, bietet er doch eine Menge Handlung und interessante Orte. Jar-Jar Binx kann man da gerne mal ausklammern.^^

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