Cube³

Den ersten Cube habe ich schon vor einer gefühlten Ewigkeit gesehen, aber erst vor einigen Jahren mitbekommen, dass es zwei Nachfolger gibt. Seither will ich die komplette Trilogie mal sehen, aber irgendwie gehört das zu den Filmen, wo ich mich alle Jubeljahre mal dran erinnere und dann direkt wieder vergesse, dass ich das vor hatte. Zumindest bis jetzt *dun dun dun*

Cube ist ein herrlich minimalistisches Konzept: Eine Hand voll Leute ist in einem riesigen Würfel, der sich aus vielen kleineren zusammensetzt, gefangen. Einige davon sind mit Fallen bestückt und in den Verbindungen zwischen ihnen Zahlen eingeprägt. Also machen sie sich auf, irgendwo einen möglichen Ausgang zu finden. Der Film sagt einem nie irgendwelche Hintergründe. Warum sind sie da drin? Wer hat das Teil gebaut? Warum? Cube beantwortet nichts und die Charaktere mögen ihre irrwitzigen Theorien darüber aufstellen, aber erfahren bis zum Ende nie die Wahrheit. Doch genau dadurch funktioniert Cube so gut, es geht nicht um die Antworten, sondern um die Erfahrung der Gruppe im Gebilde. Wie sie damit umzugehen versuchen, wie sie der Lösung um die Zahlen näher zu kommen scheinen, wie sie langsam paranoid werden und sich gegenseitig misstrauen. Cube muss mir gar keine Antworten geben, er funktioniert auch so.

Cube 2: Hypercube ist ein Desaster. Erneut ist die Grundidee wiederholt: Ein Haufen Leute sind in einem Würfelgebilde gefangen und versuchen irgendwie raus zu kommen. Diesmal aber in einem Hypercube, was eigentlich nur ein abstraktes Gedankengebilde ist, ein vierdimensionaler Würfel. Zum einen fehlt dem Nachfolger absolut die Atmosphäre des Vorgängers. Wo dieser düster und rau war, ist in Hypercube alles Licht durchflutet und sauber und obendrauf Charaktere mit schrägen Wesenszügen und extrem bescheidenem schauspielerischem Talent. Das ganze hat trotz größerem Budget als sein Vorgänger eher den Vibe einer Mystery-TV-Serie der 90er… Outer Limits und so… und wirkt billiger. Abgesehen davon kann man den Film auch gar nicht ernst nehmen, alles wirkt eher wie eine Parodie – eine nicht sonderlich witzige – auf das Cube-Konzept. Auch fehlen die Fallen komplett, was der ganzen Angelegenheit das Gefühl von Gefahr abgehen lässt. Theoretisch ist diesmal der Hypercube an sich die Gefahr, mit seinen Zeit- und Raumverwerfungen und Übergehen in Parallelwelten, aber das ganze Konzept ist so hochgradig… konzeptionell… das dies einfach nie als Bedrohung rüber kommt. Immerhin bekommen wir gesagt, wer den Würfel gebaut hat. Und mehr auch nicht.

Cube Zero geht dann wieder zurück zum ursprünglichen Stil. Der hiesige Würfel ist wieder dreckig und stählern und düster und voller Fallen. Einfach nur das „Paar Leute versuchen ihren Weg aus dem Würfel zu finden“-Konzept zum dritten Mal zu wiederholen, wäre aber wohl sehr langweilig und so bezieht Zero diesmal die Außenwelt mit ein. Wirklich irgendeine der wichtigen Fragen nach dem Wieso-Weshalb-Warum werden zwar gewohnt nicht beantwortet, aber man bekommt etwas mehr Hintergrundwissen. Und zwei Leute, die den Würfel von außen überwachen sollen, auch wenn die selbst nicht wissen, Wieso-Weshalb-Warum überhaupt. Es ist definitiv der Actionreichste und Wendungsreichste der drei Filme und hat mir wirklich wieder sehr gut gefallen. Ich mag zwar die simple Eleganz des ersten Filmes etwas mehr, aber wie gesagt, ein weiteres Mal hätte das so sicherlich eh nicht funktioniert und Zero bringt genug auf den Tisch, um das Konzept interessant zu halten.

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3 Kommentare

  1. Muss dir soweit zustimmen. Cube ist generell eine tolle Reihe und ich bin ehrlich gesagt zwiegespalten, ob ich es gut finde so wie es ist oder mir einen weiteren Teil wünschen sollte, der nicht mehr mit dem Cube zu tun hat, sondern einen Thriller in der Außenwelt darstellt… ich denke, es ist wohl besser dass die Story jeder in seinem Kopf selbst ergänzt.
    Cube 1 war natürlich der beste Teil. Das Konzept war frisch und der Fokus auf einen psychologischen SciFi-Triller gefiel. Teil 2 stinkt hier klar ab, dennoch gibt es weitaus schlechtere Filme und ich finde zumindest den Charakter der Miss Pale (weiß nicht mehr genau wie sie hieß) recht sympathisch. Zum Schluss Teil 3, der ja ein Prequel des ersten darstellt. Gefiel mir wirklich gut, und anders als du es hier beschrieben hast, erfährt man eigentlich schon sehr viel. Man erfährt, wer dahintersteckt und zu welchem Zweck das Ding gebaut wurde.
    So, jetzt wurde ich wenigstens daran erinnert, dass ich selbst noch nen Blogeintrag zur Serie schreiben wollte, aber das hat sich ja nun erledigt.^^

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