Adventure Week #5: Clock Tower 2

Clock Tower 2 (bzw. schlicht Clock Tower im Westen, da der Erstling hier ja nie erschienen ist – obwohl die Ending Credits trotzdem noch Clock Tower 2 sagen :D ), ist ein direktes Sequel zum Vorgänger. Es gibt sogar eine kurze Recap-Option im Hauptmenü.

Irgendwie mag ich die Opening-FMV, da sie total wie der Trailer zu einem B-Horror-Movie der 50er oder so rüber kommt, was eigentlich die Clock Tower Serie sehr gut einfängt: Alte B-Horror Slasher-Movies zu einem Spiel verwurstet. Wenn ich mich recht erinnere, haben die Macher auch mehrere Filme als Inspirationsquelle genannt. Sollte vielleicht mal genauer herausfinden, welche, und diese dann sehen.

Gut, Jennifer lebt nun bei Helen, die mit ihren Kollegen an der Aufklärung der Clocktower-Mordfälle arbeitet. Obwohl alle Charaktere englische Namen haben, macht uns das Spiel übrigens weiß, dass dies alles in Norwegen spielt (der Vorgänger nahm nie Bezug dazu, wo dies stattfinden soll). Diesmal ist das Spiel übrigens in 3 Kapitel unterteilt: In Kapitel 1 werden die Hauptcharaktere plötzlich von Scissorman im Uni-Forschungslabor überrascht und müssen ihren Weg aus dem Gebäude finden; in Kapitel 2, dessen Lokalität je nach vorig getroffenen Entscheidungen sich ändern kann, müssen ein paar Infos gesammelt werden, wobei herausgefunden wird, dass die verfluchte Familie Barrows und somit auch Scissorman ursprünglich aus England kamen; das finale Kapitel findet entsprechend in Barrows Castle statt, wo ein Weg gefunden gehört, der Sache ein Ende zu machen und dabei bestmöglich auch noch die einen oder anderen Reisegefährten zu retten, bevor sie das Zeitliche segnen.

Eigentlich spielt sich das ganze also weitestgehend wie der Vorgänger, besonders Barrows Castle erinnert doch stark an das Herrenhaus. Neu ist allerdings, dass man als Hauptcharakter entweder Jennifer oder Helen steuert, wobei sich die Art und Weise, wie die Aufgaben in den Lokalitäten zu lösen sind, je nach Charakter unterscheiden. Enden gibt es hier übrigens 10, 5 pro Charakter. Und sogar eine nette Galerie und Sound Test öffnet sich anschließend (und alternative Kostüme, aber das versteckt das Spiel seltsamerweise mehr als gut). Außerdem startet Scissorman seine Verfolgung nach einiger Zeit, in der man ihn nicht durch etwas getriggert hat, von selbst. Es ist also nicht mehr so, dass man sich in Sicherheit wiegen kann, sobald man die meisten Trigger herausgefunden und zu umgehen gelernt hat.

Ein paar kleinere Mankos gibt es allerdings schon. Zu allererst kommt mit dem Sprung auf die PlayStation auch die Änderung der Grafik in 3D. Und 1996er PSX-3D sieht nun mal einfach absolut scheiße aus. Das macht diesen Teil gleich nur noch ein Zehntel so atmosphärisch und unheimlich, wie den Vorgänger. Außerdem ist Clock Tower 2 wesentlich textlastiger. Neben mehr Gerede in den 3 Hauptsektionen, gibt es dazwischen auch kurze Intermissionen, die eigentlich nur daraus bestehen, in der Stadt mit den wichtigen Charakteren zu reden. Leider scrollt der Text unglaublich lahmarschig dahin und kann nicht beschleunigt werden, andernfalls wäre dies gar kein Problem. Ja der Text ist sogar in den wenigen mit Sprachausgabe unterlegten Szenen langsamer, als das Gesprochene! Das kann doch schon etwas nerven, vor allem wenn man Szenen wiederholt sieht, um die verschiedenen Enden zu sehen. Man sollte sich auch bewusst sein, dass einigen Charakterentscheidungen und Storyentwicklungen durchaus sehr unrealistisch bis dämlich sein können*, doch mich hat das nie gestört, bei dem ganzen Oldschool B-Horror-Movie Vibe, den die Serie mir gibt, trotz hier und da einem leichten Augenverdrehens. Da gehört so was einfach dazu :D Zudem haben sowohl Jennifer wie auch Helen jeweils einen Gegenstand, die sie im ersten Kapitel aufnehmen können, der aber erst im dritten benötigt wird, um die besseren Enden zu bekommen (was erneut nicht zwangsläufig lange dauert, unter 2 Stunden sind durchaus drin). Das ist doch ein ziemlicher Dickmove. Selbst die Charakterwahl ist unnötig obskur: Je nachdem, wie häufig man einen der Charaktere im Prolog anspricht, entscheidet, wessen erstes Kapitel man spielen wird, statt einer einfachen Charakterwahl.

Aber trotz der kleinen Mankos hier und da hat mir das Spiel wieder sehr gefallen. Wäre halt nur noch ein bissarl besser gewesen, wenn er einen Grafikstil wie der Vorgänger hätte und der Text selbst gescrollt werden könnte (übrigens war auch der im Vorgänger schon relativ langsam, aber dort gab es halt eben ungleich viel weniger davon).

*Ein gutes Beispiel für Plotholes ist das E-Ende der Charaktere: Im Prolog muss man sich entscheiden, wem von zwei Charakteren man die Statue zum Untersuchen gibt. In der Intermission vor Kapitel 2 sagt einem nun ein Charakter, dass er nicht genau weiß, zu wem von beiden es gegangen ist und man muss sich entscheiden, welcher im Kapitel besucht wird. Geht man zum Falschen, bekommt man das vorzeige E-Ende, das einem erklärt, dass Scissorman nicht aufgehalten werden konnte, da niemand eine Ahnung hat, wo die Statue ist, nachdem sie dort nicht war. Was keinen Sinn macht, da die Charaktere ja sehr wohl klar gemacht haben, dass sie von zwei möglichen Bestimmungsorten für sie wissen, warum sollten sie also die Suche aufgeben, wenn sie bei einer der beiden nicht aufgefunden werden konnte?

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