The Urotsuki

Nach dem gescheiterten Final Chapter blieb es erst mal ruhig um die Serie. 6 Jahre später versuchte man allerdings erneut sein Glück, diesmal nicht mit einem finalen, sondern einem neuen Anfangskapitel. Eine neue Saga für ein neues Millennium, das sich zur Originaltrilogie ähnlich wie diese gegenüber dem Manga verhält und Charaktere und Storygrundzüge aufgreift, allerdings dann weitestgehend ihr eigenes Ding draus dreht.

Ursprünglich war die Welt in Chaos getaucht, bis der Chojin erschien und sie in die drei Welten der Menschen, Biester und Dämonen unterteilte. Doch gibt es eine Legende, dass er irgendwann erneut auftauchen und die Welten zu einem neuen Königreich vereinen wird. Amano ist vom König der Biester beauftragt worden, die Wiedergeburt des Chojin zu finden.

So weit, so weitestgehend gleich. Erneut ist zwar Nagumo der Chojin, allerdings geht es in der Geschichte überraschenderweise so gut wie gar nicht um ihn, sondern um seinen Kindheitsfreund Ozaki, der erneut Nagumos Blut abbekommt, wodurch ihn alle für den Chojin halten. Bis er auf die Probe gestellt wird und umkommt und mit Nagumo der wahre Chojin erwacht. Das war mit einigen Änderungen jetzt im Prinzip der Schnelldurchlauf der ersten OVA des ursprünglichen Dreiteilers. The New Saga braucht hierfür hingegen ganze drei Folgen. Und warum? Weil es ein wesentlich ambitionierteres Projekt ist. Das bedeutet mehr Charaktere, mehr Charakterisierung und mehr Story.

So dreht sich die erste Hälfte der ersten Folge alleinig darum, warum Amano überhaupt den Auftrag annimmt, nach dem Chojin zu suchen, etwas, wozu die frühere Serie im Prinzip nur gesagt hat „weil er halt neugierig ist“. Ozaki ist Boxer und will es zum Champion bringen, hat aber einen Hirntumor und karieregeile Eltern, die ihn nicht beachten. Seine beste Freundin ist heimlich in ihn verliebt, Nagumo ist sein einziger anderer Freund und die beste Freundin Nagumos ist dies, weil er sie mal vor einem Autounfall gerettet hat. Dann mischen sich wie gewöhnlich noch einige Dämonen in die Suche ein, inklusive ihrer Königin herself.

Das ganze hat mir wirklich gut gefallen. Ich mag zwar die Ursprungstrilogie auch sehr, allerdings ist es schön, dass der Reboot Dinge ändert, um frisch zu bleiben und vor allem die Geschichte und Charaktere so stark hinterfüttert. Dadurch war ich endlich mal wieder richtig in die Saga investiert. Dummerweise hat es aber dadurch den üblichen Nachteil: Es kommt zu keinem Ende. Wie gesagt erwacht Nagumo am Ende zum üblichen Monster und Schnitt und Credits und Arsch geleckt. Die drei Episoden wirken nur wie die Grundpfeiler zur eigentlichen Geschichte, letztendlich ist ja noch gar nix um Nagumo und damit dem Chojin, um den es ja eigentlich gehen soll, geschehen und einige Charaktere und angedeutete Plotentwicklungen sind noch nicht gefruchtet. Weitere Folgen wurden aber aufgrund des schlechten Absatzes nie produziert und so bleiben wir erneut lediglich auf dem tollen Anfang einer viel größeren Saga sitzen.

Zudem ist natürlich nicht alles Gold, was glänzt. Auch die New Saga besticht wieder durch einige sehr fragwürdige Charakterverhaltensweisen, die hier durch ihre stärkere Charakterisierung natürlich wesentlich mehr auffallen. Zudem ist die düstere Atmosphäre nicht im Geringsten vertreten, durch den modernen, gelackten Animationsstil. Und insgesamt setzt die New Saga den Porn vor den Horror, während die Ursprungstrilogie dies immer anders rum gehandhabt hat. Das bedeutet leider auch keine der spektakulären Monsterkämpfe wie in jener. Während die New Saga also die besser ausgearbeitete Handlung und Charaktere hat, hat das Original die bessere Atmosphäre und Horror.

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