Urotsukidoji V

Wer hätte das gedacht. Nachdem das ursprünglich geplante Ende von Urotsukidoji IV zum alternativen degradiert wurde, um die Saga zumindest notdürftig beendet zu bekommen, entschied man sich plötzlich anscheinend doch wieder um, und produzierte Urotsukidoji V. Eben basierend auf jenem alternativen Ende. Das Problem dabei? 1996, fast 10 Jahre nach der allerersten Folge und dem qualitativen Verfall der Saga über die Jahre, interessierte sich einfach keine Sau mehr dafür. Letztendlich wurde die erste OVA von V auf den japanischen Markt geworfen und die geplanten folgenden Folgen nie produziert, sondern das Projekt eingestampft. Auch im Ausland hat sich nie jemand wirklich für die Rechte an einem Release geschert. Fast zumindest, die Folge ist nämlich als hidden Feature auf die deutsche DVD zu IV geklatscht – Menü oder Packaging verraten davon zwar nichts und die Sache ist auch in Japanisch ohne jegliche Untertitel, aber sie ist da.

Wie gesagt basiert das Ganze auf dem alternativen Ende von IV, nach dem alles in III und IV Geschehene absolut irrelevant ist, um diese vergessen und Quasi am Ende der ersten fünf OVAs neu beginnen zu können. Damals, als die Serie noch gut war. Löblich, wenn man einsieht, dass man danach ziemlichen Mist gebaut hat, aber retten tut das auch nicht mehr viel.

Der diesmal eventuell richtige Chojin wird nun also geboren und die Bewohner der postapokalyptischen Welt verfallen kurzzeitig in Raserei und töten sich im Blutdurst gegenseitig. Außerdem entsteigen des Chojins neuem Hauptquartier geschlechtslose Klone, die ordentlich beim Töten mitmischen. Letztendlich trifft Amano auf den Chojin(?), der diesmal ein androgyner Hermaphrodit ist und wird niedergestreckt. Kyo-Oh (der einzige Kurzauftritt eines Charakters aus III und IV) belebt ihn wieder und offenbart, dass der Chojin seine neue überragende Rasse die Welt bevölkern lassen will und deswegen erst mal die noch in ihr hausenden Überlebenden umbringen muss. Wird noch ein wenig gekämpft, sogar das Militär schreitet ein, Nagumo zerstört auch munter weiter und darf sogar seine Akemi endlich mal wieder sehen und nach 50 Minuten ist die erste Folge und damit auch vorzeitig die ganze Serie rum.

Zu behaupten, III und IV wären kompletter Mist (auch wenn es teilweise nicht unwahr ist) und müssten quasi gänzlich gestrichen werden, ist schon ein starkes Stück, wenn man dann anschließend eine Folge hinrotzt, die auch nicht wirklich viel besser ist. Vielleicht kann man das Trainwreck, zu dem die Urotsukidoji-Saga verkommen ist, aber auch einfach nicht mehr zurück auf einen grünen Zweig hieven. Dafür ist zuviel passiert und zuviel schief gegangen, selbst wenn man nach bester Möglichkeit alles ignoriert, was nach den ersten fünf Folgen passiert ist. V ist auf jeden Fall schrecklich beschäftigt damit, alle ursprünglichen Charaktere und Plotpoints aufzugreifen und die Scherben irgendwie in ein passendes Ganzes zu fügen, schafft es aber nicht wirklich.

Dennoch wäre es mir ganz lieb gewesen, wenn die Serie nicht vorzeitig eingestellt worden wäre. Und zwar einfach nur aus dem Grund, weil ich endlich ein zumindest halbwegs zufrieden stellendes Ende, doch gerne irgendwann mal zu sehen bekommen hätte. Vorausgesetzt Urotsukidoji V: The Final Chapter hätte ein solches geliefert, anstatt wie I oder IV zu enden. Wer am Ende gewonnen und wie die neue Welt ausgesehen hätte, würde mich doch interessieren.

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