Tomie: Beginning

Lange blieb das Letzte Kapitel kein solches: Gerade mal 2 Jahre Pause legte die Serie ein, bis sie 2005 mit Beginning neu gestartet wurde. Schon erstaunlich, wie weit es eine Filmreihe schafft, die nie wirklich gut war. Japaner scheinen schlechte Sachen irgendwie zu mögen, was auch erklären würde, warum Idea Factory immer noch Spiele und Bee Train immer noch Anime produzieren dürfen.

Tomie kommt als neue Mitschülerin in die Klasse. Und die Dinge nehmen ihren üblichen Lauf: Die Jungs verlieben sich alle fanatisch in sie, während die Mädels sie aus Eifersucht mobben. Dummerweise sind sie so ziemlich die schlechtesten Tyrannen überhaupt, so hat doch irgendwie Tomie ständig die Oberhand und rächt sich bitterlich. Letztendlich hat sie die ganze Klasse unter Kontrolle und freundet sich mit Reiko an. Die Situation eskaliert aber wie üblich und Tomie wird umgebracht und anschließen von der ganzen Klasse auseinander genommen. Eine sehr surreale Szene, da sie nicht nur alle vor Freude strahlen, sondern auch Kommentare abgeben wie beispielsweise was Tomie gefrühstückt hat oder wie hübsch ihre Nichtraucherlunge ist. Wir wissen aber ja alle, dass Tomie nie lange tot bleibt und so steht sie ziemlich schnell wieder in der Klassentür, woraufhin die Mitschüler entweder komplett den Verstand verlieren oder Selbstmord begehen. Gerüchte verbreiten sich und die ganze Schule wird dicht gemacht.

Jahre später bei einem Klassentreffen tauchen nur Reiko und ein Mitschüler auf, der sie umbringt, um an das von ihr gehütete Herz Tomies zu kommen. Nur erwacht auch Reiko wieder, da sie Tomie ist. Um direkt vom verschollenen Klassenlehrer umgebracht zu werden. Aber nicht tot zu bleiben. Das Ende der Tomie-Filme hat nie viel Sinn ergeben oder die plötzlichen Plottwists erklärt, und so ist das auch hier, obwohl der Rest des Filmes eigentlich wesentlich kohärenter war, als viele der vorigen Filme.

Ich finde ja, Tomie funktioniert aus dem Blickpunkt eines Dramas wesentlich besser, als aus dem eines Horrorfilmes. Denn Tomie ist einfach kein besonders gutes Monster und ungefähr so unheimlich wie ein Gummibärchen. Beginning kommt ähnlich wie Forbidden Fruit auch wesentlich mehr wie ein Drama rüber und stützt sich komplett auf den Charakter Tomie. Auf Grund ihrer regenerativen Kräfte wird sie als Monster bezeichnet, aber für sie sind letztendlich die Menschen die wahren Monster, was man ihr kaum verübeln kann, bringt sie doch mit ihrer bloßen Anwesenheit das schlechteste im Mensch zum Vorschein. Dies wieder und wieder mit ansehen zu müssen und wieder und wieder letztendlich von ihnen umgebracht zu werden – und in diesem Film schüttelt sie eine Verletzung oder sogar den Tod nicht wie eine lästige Fliege ab, sondern spürt den Schmerz und das Sterben tatsächlich jedes Mal – hat sie über die Jahrhunderte wahnsinnig werden lassen. Ja, aus dem Stoff könnte man was machen. Beginning scheitert aber an der üblichen Tomie-Krankheit, dass weder Atmosphäre aufkommt, noch man sich wirklich für die Charaktere und was ihnen passiert, interessieren würde. Von daher geht die eigentlich gute Rechnung leider nicht wirklich auf.

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