Urotsukidoji IV

Die Reihe hat sich mit Urotsukodji in die Lüfte erhoben, bei Urotsukidoji II kam sie kurz im Gegenwind zum Straucheln, fing sich für die erste Hälfte von Urotsukodji III wieder, nur um in dessen zweiter Hälfte gegen eine Fensterscheibe zu knallen und abzustürzen. Urotsukidoji IV diagnostiziert nun den Hirntot.

Wenn die zweite Hälfte von Urotsukidoji III sich im Kreis gedreht hat, markiert Urotsukidoji IV den absoluten Stillstand. Eigentlich recht ironisch, befindet man sich doch auf einer Reise. Denn Himi, Buju und die paar Charaktere aus III, die wichtig aussahen, letztendlich aber nie wurden und trotzdem irgendwie die ganze Sache überlebt haben, sind auf dem Weg nach Osaka, zum versprochenen Treffen zwischen Himi/Kyo-Oh und dem Chojin, durch welches  das Schicksal der Welt entschieden wird.

Nur landen sie erst mal für 2 Folgen in einer absoluten Nebengeschichte über eine Stadt voller Psi-begabter Kinder, die dadurch die Erwachsenen als ihre Sklaven und Brutmaschinen für den weiteren übernatürlich begabten Nachwuchs halten. In die Pubertät zu kommen ist sozusagen das Todesurteil in dieser Gesellschaft, verliert man doch seine Kräfte und verkommt, da man nun sexuell fruchtbar ist, zum weiteren Zuchtmaterial. Das alles soll zwar ein großes Experiment des Chojin zum Züchten einer neuen Rasse sein, aber letztendlich hat der ganze Exkurs absolut rein überhaupt gar nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun. Und auch als eigenständiger Anime, ohne Urotsukidoji-Bezug wäre es nicht so sonderlich spannend umgesetzt. Dabei könnte man aus der grundsätzlichen Idee einer Gesellschaft, die mit kindlicher Freude Grausamkeiten verteilt, weil ihnen eben niemand Einhalt und Erziehung gebieten kann, durchaus was machen.

Die dritte und finale Episode erinnert sich dann daran, worum es eigentlich geht und lässt die Gruppe schnell, inklusive ein paar Kämpfe gegen dem immer noch rumhängenden Münchhausen und seiner neuen Untergebenen, den Restweg nach Osaka zurück legen. Nebenbei bringt sie auch all die Charaktere um, die III eingeführt und dann genauso wie IV vergessen hat, je Relevanz angedeihen zu lassen. Lame. Und wie ist das Ende nun? Das große Zusammentreffen zwischen Kyo-Oh und Chojin, das das Schicksal der Welt bestimmen wird? Ungefähr 1 Minute lang und unglaublich lahm. Der Chojin nimmt das erste Menstruationsblut Himis in sich auf und die Welt wird geheilt. Cut. Credits. Ende. Ist die Welt jetzt wirklich wieder in Ordnung? War das nun das neue Reich Chojins? Ist alles wieder einfach zurückgesetzt in die Zeit, bevor die Welten zerbrachen? Keiner sagt’s einem. Selbst Amano steht so ziemlich nur mit einem „What the hell!?“ oder „Lulzwhat?“ da.

Urotsukidoji IV ist so ein Aufreger. Zuerst 2/3 an einen unwichtigen Subplot vergeuden und dann im finalen Drittel das lahmste Ende zusammen schmeißen, das man sich ausdenken konnte. Nachdem die Saga 12 Folgen von 45-60 Minuten überspannt hat, soll es also so einfach und unzufrieden nun gewesen sein. Es hilft dabei ebenfalls nicht, dass auch das ganze „Das soll es jetzt also gewesen sein? So?“-Stigma beiseite lassend, dies hier einfach keine gute Serie ist. In Urotsukidoji ging es mal um harte Monsterkämpfe, die sich öffnende Hölle und die Hoffnung auf die Erschaffung einer neuen Welt auf den Ruinen der zerbrochenen alten. Sicherlich wird in Urotsukidoji IV immer noch gekämpft und gefickt vor postapokalyptischen Hintergrund, aber das ist alles so langweilig umgesetzt, so Standard, hat sich so tot gelaufen, es wird abgespielt, weil die Macher denken, dies mache Urotsukidoji aus, obwohl sie den Kontext dazu, der dies zu was Besonderen gemacht hat, schon längst aus den Augen verloren haben.

Aber warte, es gibt ja noch ein alternatives Ende, das angeblich sogar das ursprünglich geplante war, aber dann verworfen wurde, um der Saga einen Abschluss zu geben. Ursprünglich hätte es hier nämlich nicht beendet sein, sondern eine weitere Serie produziert werden sollen, die dann aber verworfen wurde (nur um dann doch angefangen zu werden, aber dazu bald mehr). Und das Ende ist noch dämlicher. Himi trifft auf den Chojin, doch der stellt sich als Fake heraus. Anstatt das der Chojin zu Beginn von Urotsukidoji III also verfrüht geboren wurde, ist das nur ein Scam eines Dämons, um an Kyo-Oh zu kommen. Das ganze Ende (abgesehen davon, dass es eh keinerlei Sinn macht) ist also nur dazu da, um zu sagen „Ach ja, was in III und IV passiert war, ist unwichtig. Die 7 Folgen habt ihr umsonst geschaut, sorry“. Fuuuu!!!

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