Urotsukidoji, the Manga

Obwohl ich die Anime regelmäßig geschaut habe, kam es mir nie wirklich groß in den Sinn, mich mal nach dem Manga umzuschauen. Dies habe ich nun nachgeholt. Im Großen und Ganzen muss man sagen, dass sich die Leutz hinter dem Anime einfach die grundlegende Chojin-Legende und meisten Hauptcharaktere geschnappt und dann mehr oder minder ihr eigenes Ding durchgezogen haben. Ein paar Ereignisse gibt es zwar in beiden, aber auch hier häufig mit mehr oder minder starken Änderungen.

Grundsätzlich ist der Manga dabei mit seinen 6 Bänden a 200 Seiten natürlich ausführlicher, als der Anime von ca. 2 1/2 Stunden. Während es mir im Anime immer so vorkam, dass die ganze Angelegenheit in wenigen Wochen erledigt ist, scheint der Zeitraum im Manga mehrere Monate, vielleicht sogar ein Jahr zu überspannen. Zudem ist der Slapstick, der vereinzelt in den ersten Folgen vorhanden war, hier etwas ausgeprägter. Wobei Monsterkämpfe, Gore und Sex dennoch nicht weniger sind. Ich muss aber sagen, dass mir die zügigere Vorangehensweise des kompakten Anime besser gefällt, als die episodische Struktur des Manga. Das die schnellen Ereignisse die Charaktere geradezu zu überrollen scheinen, lässt ihre häufig sehr seltsame Reaktionsweise auch weniger komisch dastehen, als im Manga, wo jeder erstaunlich blasé gegenüber der Tatsache ist, dass überall Monster erscheinen, nahe stehende Mitschüler und Familienangehörige wie die Fliegen wegsterben etc. Auch verschwinden hier einige Charaktere recht seltsam plötzlich aus der Geschichte oder tauchen später wieder auf. Megumi, Amanos Schwester, beispielsweise taucht auf, wird eifersüchtig auf Akemi, sorgt für ein wenig Verwirrung und ist plötzlich zwischen zwei Bänden spurlos aus der Geschichte verschwunden, bis sie genauso plötzlich für das Finale wieder auftaucht.

Leider ist gerade das von mir immer als eher unbefriedigend empfundene Ende der ganzen Schoße eines der wenigen Ereignisse, die im Manga und Anime weitestgehend gleich sind: Akemi und Nagumo haben zum ersten Mal vaginalen Verkehr, Akemi empfängt den Chojin, Nagumo (den bisher alle für die Wiedergeburt des Chojin hielten) verwandelt sich in ein riesiges Monster und lässt die Welt der Apokalypse anheim fallen, während der Chojin-Sproß aus Akemi heraus erklärt, dass dies die Vorbereitung auf seine Geburt in 300 Jahren ist, bei der er die Welt neu erschaffen wird. Ende. Dafür, dass es in der ganzen Geschichte darum geht, endlich die Wiedergeburt des Chojin zu finden, um zu sehen, was für eine neue Welt er erschaffen wird, ist das doch etwas abrupt und wirkt mehr wie das Prolog-Kapitel zur eigentlichen Geschichte.

Insgesamt ist der Manga auch nicht schlecht, aber ich hatte doch mehr von ihm erwartet – nicht nur was das Ende angeht – und finde der Anime erzählt die ganze Sache wesentlich interessanter. Was vor allem auffällt, wenn man sich die Cover- und Kapitelgalerien ansieht mit den cool gezeichneten Hauptcharakteren, die heroisch gegen Dämonen kämpfen oder auf Monstern reiten, ist dass dies letztendlich herzlich wenig mit dem zusammenhängt, was eigentlich in der Geschichte passiert und man sich wünschte, dem wäre nicht so.

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2 Kommentare

  1. Hab grad diesen Apocalypsia Flashback ;-) Kenne weder Anime noch Manga, aber das weißt du ja. Thumbs up for „blasé“

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  2. Ich kenne halt auch ein paar schlaue Worte, benutze sie nur selten, da ich eher umgangssprachlich schreibe :D

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