Tomie

Willkommen zum Monat des Horrors. Von Filmen über Spiele, zu Büchern und Animes, für jeden was thematisch passendes dabei ;P Den Anfang macht der erste Film der Tomie-Serie, basierend auf einem in Japan beliebten Manga. Und ein kleines Karrieresprungbrett für die Darstellerinnen der Hauptfigur, die in jedem Film wechselt.

Ein Mann trägt in einer Plastiktüte einen Kopf mit sich rum. Er zieht ins gleiche Haus wie Tsukiko, die wegen Schlaflosigkeit zur Therapie geht. Anscheinend hat ein tragisches Erlebnis von vor 3 Jahren mit diesen zu tun, an die sich Tsukiko allerdings nicht erinnern kann. Ein Mordfällen nachgehender Polizist versucht sich die Hilfe der Therapeutin zu verschaffen. Denn scheinbar hat Tomie etwas damit zu tun, die auf der High School die beste Freundin von Tsukiko war, bis sie deren festen Freund ausspannte und letztendlich von ihnen umgebracht wurde. Doch Tomie scheint kein normaler Mensch zu sein, so taucht sie schon seit Jahrhunderten immer wieder in Aufzeichnungen auf, immer als hübsches Teenygirl, dessen bloße Anwesenheit die Männer sich in sie verlieben lässt. Dummerweise treibt das die Männer langsam in den Wahnsinn, bringen sich hinter jedem anderen Mann einen Konkurrenten um Tomies Aufmerksamkeit witternd gegenseitig um, bis der letzte Überlebende es nicht mehr aushält, und Tomie selbst tötet (wohl per „Wenn ich dich nicht alleine haben kann, darf dich keiner haben“-Logik oder so). Doch Tomie kommt immer wieder ins Leben zurück.

Und der Kopf, den Tsukikos neuer Nachbar zu Beginn mit sich herumtrug ist natürlich der von Tomie, aus dem eine neuer Succubus wächst, ein paar Männer dazu bringt, sich umzubringen, bis sie erneut Tsukikos festen Freund zu ihrem Sklaven gemacht hat und die beiden Tsukiko entführen, die sich mittlerweile an die Ereignisse von vor 3 Jahren erinnern kann. Tomie ist dabei etwas seltsam drauf, zum einen scheint sie immer noch Tsukikos beste Freundin sein zu wollen, zum anderen ist sie aber auch stinksauer auf sie. Noch nicht mal wegen der ganzen „Ihr habt mich umgebracht“-Sache, sondern nur, weil Tsukiko ihre Freundschaft verraten hat, in dem sie Tomie ein Monster nannte. Irgendwie ist sie das zwar auch, aber was soll’s. Bevor sie ihr aber noch wirklich irgendwas tun kann, köpft Tsukikos Freund sie und haut dann ab. In der nächsten Szene, an einem ganz anderen Ort, stehen sich die beiden aber dennoch wieder gegenüber und Tomie offenbart Tsukiko die letzte Sache, die sie vergessen hat: Sie sind beide Tomie.

Moderner J-Horror nach dem Vorbild von The Ring und Co. ist immer dafür verschrien, dass letztendlich nicht wahnsinnig viel passiert, sondern nur eine Menge Atmosphäre aufgebaut wird, aus der sich dann aber wenig entwickelt. Wer also nicht durch Suspense-Horror und viel unheimliche Atmosphäre einen Adrenalinschub bekommt, findet diesen Zweig an Horrorfilmen eher langweilig. Dafür sind sie aber eben gerade was Atmosphäre angeht top, selbst nicht so überragende Filme wie Uzumaki oder Ju-On haben zumindest einige sehr atmosphärische Szenen. Tomie schlägt genau in diese Sparte, ohne aber Atmosphäre zu erzeugen. Ergo, im Prinzip passiert 90 Minuten lang überhaupt nix. Eine ereignislose Szene reiht sich an die nächste, häufig werden diese Momente auch viel zu lang gehalten, oder seltsam abrupt abgebrochen. Opfer Tomies gibt es letztendlich kaum und selbst dann zeigt einem der Film nie, wie sie umkommen, sondern erst, wenn die Polizei sie auffindet. Sprich die paar möglicherweise spannenden Momente geschehen komplett off camera. Zudem ist Tomie kein besonders spannendes „Monster“, denn im Prinzip tut sie ja auch den ganzen Film nix, außer passiv rum zustehen, ein wenig lustlos auf Cocktease zu machen und alle Minute ihre Stimmung zu ändern (also sich im Prinzip wie eine normale Frau zu verhalten *höhö*) und eben nur durch ihre reine Anwesenheit schon langsam die Leute verrückt zu machen, ohne selbst groß aktiv zu sein. Abgesehen davon ist die Schauspielerin, die Tomie hier verkörpert, noch nicht mal sonderlich hübsch. Und das Ende gibt obendrauf gleich gar keinen Sinn. Überhaupt ist der ganze Szenenaufbau schrecklich fragmentiert, häufig geradezu unzusammenhängend und lässt einen logischen Handlungsaufbau schwer missen.

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6 Kommentare

  1. Sehr schön! Bis an Halloween brauche ich unbedingt 5 Top Horrorfilme, die ich für unsere traditionelle Filmnacht ins Rennen schmeißen kann (wobei ich ja dieses Mal sehr stark zu Silent Hill tendiere, und wieder mal Drag me to hell, zur Aufheiterung), nichtsdestotrotz: Vielleicht finde ich ja den einen oder anderen Tüpp.

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  2. Silent Hill ist ganz gut, nicht wirklich unheimlich und am Ende verliert er sich etwas am Übererklärungs-Supergau, aber insgesamt fand ich ihn ganz gut.

    Ein paar gute Filme könnten diesen Monat dabei sein. Das darunter auch einer der Tomie ist, ist aber sehr unwahrscheinlich xD

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  3. Oh, Silent Hill kenn ich, nur die anderen halt noch nicht :> War wirklich sehr gut, hab aber keine Ahnung, wie er sich als Videospielverfilmung gegenüber der Vorlage schlägt.

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  4. Der Film nutzt die gleichen Ausgangslage wie das erste Spiel (nur das es dort ein Vater, keine Mutter ist) und auch ansonsten viele ähnliche Szenen, würzt aber auch Sachen aus späteren Spielen ein und vor allem ändert er bei der Auflösung am Ende viel und versucht ganz allgemein viele Ereignisse genauer wegerklären zu können.

    Im Spiel ist Alessa die Tochter einer Anhängerin eines Kults und ist mit ihren speziellen Fähigkeiten dazu auserwählt, deren dämonische Gottheit zu gebären, nur das ein Ritual schief geht, Alessa schlimme Brandwunden erleidet und sich aufsplittet. Der Film ändert das in eine lange in der Stadt beheimatete Tradition an kirchlichen Fanatikern, die Hexenjagden veranstalten und beim Exorzismus Alessas es zu jenem Großbrand kommt. Im Großen und Ganzen keine schlechte Spielverfilmung, die genug ändert, um interessant zu bleiben, aber genug beibehält, um der Serie treu zu sein.

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  5. Wie gut, dass ich damals schon am Cover erkannte, dass der Film wohl eher nicht mit mir den Elektronikmarkt verlassen wird. Auch wenn er mir bei späteren Besuchen immer wieder ins Auge stach… unheimlich!
    Zu Silent Hill: Beste Videospielverfilmung meiner meinung nach. Auch wenn die Akzentuierung von einer prosperierenden Stadt, die in ihrer Entwicklung der Dunkelheit anheim fällt und vom Dämon Samael eingenommen wird, auf Hexen umgeleitet wurde, um den Zuschauer nicht zu sehr zu überfordern. Hat definitiv eine einzigartige Atmosphäre.

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    • Den Silent-Hill-Film fand ich auch recht gut. Nicht wirklich unheimlich, aber er adaptiert die Handlung des ersten Spieles (vielleicht dank der Änderungen nicht ganz so gewagt) ganz gut in einen Film. Wobei das erste Spiel ja sowieso eine sehr typische Horrorfilm-Handlung hat, sich dahingehend also gut eignet.

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