Masters of Horror 101 & 102

Masters of Horror interessiert mich schon seit Jahren, doch dann schreck ich immer wegen Imprint zurück und nur zwölf Dreizehntel der Serie zu schauen ist mir dann aber auch zu doof. Das Konzept ist dem von Tales from the Crypt nicht unähnlich: Eine Anthologie an in sich abgeschlossenen Horrorgeschichten von unterschiedlichen Regisseuren. Hier nur nicht basierend auf Comics, zudem fast die volle Stunde lang und – daher auch der Titel – von berühmten Horror-Ikonen (mehr oder minder). Ich nehm einfach mal an, dass es dennoch pro Episode nicht so viel zu sagen gibt, deswegen kommen die im Doppelpack… oder vielleicht sogar als Triplett.

Incident On and Off a Mountain Road beginnt mit einer jungen Frau, die einem mitten auf der Bergstraße stehen gelassenen Auto hinten drauf fährt. Sie schaut nach dessen Fahrer, entdeckt stattdessen einen Kerl mit fiesem Messer, der eine halb tote Frau hinter sich her schleppt. Was nun beginnt ist eine Jagd quer durch den Wald, bei der sie ihrem Verfolger immer wieder Fallen stellt. Denn durch Flashbacks sehen wir sie mit ihrem Mann, der ein Survival-Freak war, ihr alle möglichen Überlebenstricks und Fallenstellerei beibrachte, dabei aber auch immer verquerer wurde.

War ein ganz brauchbarer Start der Staffel. Ehrlich gesagt fand ich die erste Hälfte der Episode trotz Verfolgungsjagd durchs Unterholz noch nicht so super spannend. Zumal mir sowohl sie wie auch ihr Mann schon im ersten Flashback unsympathisch wurden (das erste Date der beiden ist schon fast surreal, so verhält sich doch keiner). Die zweite Hälfte der Folge fand ich dann aber doch ziemlich cool, einen weiblichen Horrorfilm-Charakter mal so richtig trainiert zurück schlagen zu lassen ist definitiv auch mal was und eine nette Wendung gibt es ebenfalls (auch wenn ich sie früh kommen sah). Leider scheint das Budget nicht das tollste gewesen zu sein. Die alte Hütte und die gekreuzigten Leichen als Wegdeko sind schön atmosphärisch, sobald aber dann der Mond und vor allem sein digitaler Schein ins Bild gerückt werden, wirkt’s eher billig.

Regie führte hier Don Coscarelli, den ich jetzt mal ganz fies als etwas unbekannter einstufen würde. Von ihm ist der erste Beastmaster und die Phantasm-Reihe.

In H. P. Lovecraft’s Dreams in the Witch House zieht ein Student, der die verschiedenen Dimensionsebenen studiert, in ein runtergekommenes Mietshaus, weil halt so schön billig. Dummerweise überschneiden sich genau hier Dimensionen, eigentlich ein Glücksgriff sollte man meinen, so den Beweis der eigenen Theorie direkt in der Zimmerecke vorzufinden. Wären da nicht die Träume, das Erwachen an fremden Orten und die Ratte mit dem Menschengesicht, die das Kommen einer Hexe ankündigt.

Oho, es gibt also tatsächliche Lovecraftian Horror, in dem es nicht um Tentakelgesichter geht, die beim bloßen Ansehen in den Wahnsinn treiben (Disclaimer: Ich hab gelinde gesagt kaum Ahnung vom guten alten Hans Peter, ich fand dessen Cthulhu-Mythos nie allzu unheimlich… aber das Ding ist mittlerweile ja eh mehr Lifestyle denn Gruselgeschichte). Ein wenig overused in den letzten Jahren ist er ja schon, wenn’s wo keine Zombies, Vampire oder Drachen hat, dann hat es Tentakelcraft.

Egal, eine weitere Folge, die eher so-so ist, Lovecraft-Horror ist gerne mal langsam entwickelnd, hier tut er’s die ersten 40 Minuten fast gar nicht, dafür geht es dann aber auf die finale Viertelstunde mal so richtig rund. Vielleicht kommt das einem aber nur im starken Kontrast zum eher öden vorigen Geschehen nur so vor. Ich mein, ähnlich wie bei Tales from the Crypt gilt am Schluss immer noch, dass man in der kurzen Zeit wohl eher simple Sachen erwarten muss und selbst ein langweiliger Anfang, solange das Ende stimmt, nicht allzu viel Zeit vergeudet.

Regie führte ein weiterer nicht super bekannter Mensch, Stuart Gordon. Der hat wohl häufiger mal Lovecraft (und Poe) verfilmt. Allerdings auch Re-Animator, Teile der Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft Franchise, Body Snachters oder Fortress – Die Festung.

Kubrick Wednesday – Paths of Glory

Es ist Krieg, der Erste Weltkrieg. Die Franzosen stehen momentan nicht allzu schlecht, aber diese verdammten Deutschen haben sich auf den strategisch wichtigen und schwer einnehmbaren “Ameisenhügel” zurück gezogen, diese Feiglinge. General A zu seinem untergeordneten General B: Den müssen wir einnehmen. General B weiß, dass es ein Selbstmordkommando ist und will seine Leute nicht opfern, da lässt General A durchblicken, dass B eine ordentliche Beförderung bevorstehen könnte, wenn er sich noch durch eine weitere Meistertat auszeichnet.

Also stapft B wiederum zu seinem Untergebenen, Colonel Dax, der ebenfalls nicht davon überzeugt ist, sein Regiment in eine Aktion zu schicken, bei dem weniger als die Hälfte eine reale Überlebenschance hat. Darauf B, dass man Dax ja auch beurlauben und jemand anderen die Sache leiten lassen kann. Also macht Dax notgedrungen mit.

Das Ding ist nur, besager Sturm auf den Ameisenhügel ist wirklich nicht machbar, nach etlichen Toten zieht sich das Regiment auf halbem Wege zurück. B tobt und befielt, auf die eigenen Reihen zu schießen, damit ihnen nur die Möglichkeit des Vorpreschens bleibt. Dem Befehl wird nicht gefolgt, der Ameisenhügel bleibt in deutscher Hand. Das hat natürlich Konsequenzen.

Krieg ist scheiße, klar. Paths of Glory und das ein paar Jahre vorher entstandene Fear and Desire sind zwar nicht die ersten Antikriegsfilme, die es je gab, doch noch früh dabei und damit immer noch zu Zeiten, wo es nicht sonderlich populär war, dagegen zu wettern. Die 70er und Vietnam waren noch fern. Als junger Frischling kann sich Kubrick natürlich mehr trauen, als alteingesessene Hasen der Zeit.

Aber Paths of Glory ist sowieso eine große Überraschung, wenn man rein geht und nur weiß, dass es ein Antikriegsfilm ist. Denn um den Krieg an sich geht es gar nicht mal so sehr. Nach der ersten halben Stunde ist die Schlacht vorerst geschlagen (und verloren) und zurück aufs Feld geht es nicht mehr. Danach kommt nämlich für die restliche Stunde die Verhandlung. General B hat nicht bekommen, was er wollte, und deswegen müssen Köpfe rollen, selbst wenn es unverschuldete sind. Immerhin muss im Militär mit starker Hand durchgegriffen werden, um den Bauern zu zeigen, wer hier das Sagen hat und am längeren Hebel ist. Also kommt es zu einer Verhandung wegen Feigheit in der Schlacht. Und keiner sonderlich fairen, jeder geht hinein schon ziemlich genau wissend, wie sie verlaufen wird und wer seinen Willen bekommt.

Paths of Glory prangert also nicht mal so sehr den Krieg und das Kampfgeschehen an sich an, sondern viel mehr die Militärhierarchie. Das Bestrafen des eigenen Denkens, des Zuwiederhandelns unrealistischer Befehle. Das hochgestellte Figuren für ihre Fehler nix zu befürchten haben, stattdessen die Bauern fallen müssen. Alles nicht unbedingt subtil inszeniert, Kubrick geht sicher, dass auch jeder seine Message bekommt, aber durchweg gut inszeniert und gespielt. Dafür, dass es in der letzten Stunde fast nur Gerede darüber ist, wer was falsch gemacht hat und wer wie hätte handeln sollen, ist es ein sehr kurzweiliger Film.

Minecraft, I don’t get it.

Nach Jahren des Hypes (offiziell rausgekommen ist’s ja letztes Jahr, aber wann hat jeder damals plötzlich zu spielen begonnen?… bereits 2009?) habe ich mich jetzt auch mal kurz Minecraft zugewendet. Ich fand das zwar immer interessant, aber hab bisher nicht rein geschaut, da ich ja eh von 1st Person Motion Sickness bekomme – Minecraft geht jetzt aber überraschenderweise für ein paar Stunden durchaus, bevor mir übel wird, vielleicht durch das Fadenkreuz im Blickmittelpunkt, ich glaub mal gelesen zu haben solche Fixpunkte helfen da.

Ich find’s ja teilweise schon toll, was da andere Leute so machen. Die erleben die spannensten Abenteuer in ihren Höhlen, gejagt von Creepern, gerade wenn die Diamanten entdeckt wurden, schnell um die Ecke gebogen, ein Lavasee blockiert den Weg, also doch dem Creeper gestellt, gerade so überlebt… PENG! Enderman und tot und respawn und all die abgearbeiteten Legos futsch. Und was die Leutz so alles gebaut bekommen, von Mario-Pixelart, über die Maßstabsgetreue Sixtinische Kapelle bis hin zur originalgetreuen Weltkugel. Das ist echt enorm. Ich kann da ein Stück weit wohl das Prinzip auch nachvollziehen, das die Leute so süchteln lässt. Einfach weil man machen kann, was man will. Die Legos so zusammen machen, wie man will, die Welt generiert sich endlos fort, man kann also nie auch nur ohne Legos da stehen, immer von neu anfangen. Und für die moderne OCD-Gamer-Genration sowieso der Himml. Es gibt schon einen Grund, warum Leute das Ding 500(!) verdammte Episoden Let’s Playen und andere das auch noch schauen. Auch wenn ich persönlich nie ganz die Motivation verstehe, dass neueste, textlastige, rundenbasierte RPG für 200 Folgen zu LPen, Aufbau- und Lebenssimulationen a la Die Sims, Civilization oder Sim City 300 Folgen lang oder Minecraft in Echtzeit für 600 Folgen zu machen. Ich stell mir ehrlich gesagt nix langweiligeres vor, als jemandem passiv beim Spielen dieser Genre zuzuschauen. Aber wem’s gefällt…

Und ich musste feststellen, dass das Spiel allgemein nicht viel für mich tut. Ich mag zwar eigentlich Aufbauspielchen a la Anno, Sim City oder Civilization, aber wenn dann bei Minecraft das Ganze eine absolute Sandbox ist, bei der ich das wirklich alles nur aus Eigenmotivation mache und mir kein roter Faden, kein Erfolgsskelett vorgegeben wird, merke ich mal wieder, dass ich bei Sandbox schnell die Lust verliere.

Ich mein, ich hab sowieso direkt auf Peaceful gespielt. Vielleicht ist es tatsächlich viel spannender, wenn Monster erscheinen. Aber in den Höhlen ständig gefahr zu laufen, von einem Suizidbomber all meine Arbeit kaputt gehauen zu bekommen, in der Nacht dann mit Pech doch mal durch eine Lücke in der Illumination einen an meine Baustelle schleichen und die Wände wieder einreißen sehen zu dürfen… nö, ich spiel lieber ohne Monster.

Ich spawne also in die Welt. Und nicht ganz noobig fälle ich zunächst ein paar Bäume mit meiner blosen Hand, pflanze sie ökologisch korrekt nach, um auch später wieder welche zu haben. Mit der Holzhacke nahe gelegend Kohle abgebaut für die Fackeln und ein paar Steine, um eine Steinhacke  zu haben, mit der es dann in die nahe Untergrundöffnung geht. Holla die Waldfee, Jackpott! Eisen, Lapislazuli, Gold und sogar Diamanten, alles innerhalb meiner ersten 10 Minuten im Untergrund. Jawollja, so muss das Leben als Pixelhaufen sein. Und dann… scheiße! Verlaufen! Wo bin ich, von wo komme ich? Hilft alles nix, einfach mal schräg nach oben gemient, irgendwann wird man schon wieder Tageslicht sehen. Etwas schade, denn beim Spawn hatte ich schon eine so schöne Stelle für meine Hütte entdeckt.

Und mit dem Tageslicht kam das Wasser. Mist, in den Ozean hochgehackt. Aber nicht ertrunken, sondern ums Leben geschwommen und das Ufer war ja nahe. Eigentlich ein nettes Fleckchen, so ein grünes Tal nahe dem Ozean, von beeindruckenden Bergen flankiert und mit der Wüste im Rücken. Na, mehr Diversität im Panoramablick kann ich mir ja gar nicht wünschen. Jede Menge Höhleneingänge in der Nähe sind auch noch, zudem Schafe, Kürbisse und Bambus. Hier bau ich mir meine Cobble Box!

Jepp, ich hab dennoch fast alle Minecraft-Noob-Fehler gemacht. Zuerst verlaufen, dann ins Wasser gemient, dann eine graue Box mein erste Heim sein lassen. Fehlt nur noch ein Dirt Penis und wir haben wohl alles (beim nächsten Höhlenbesuch hab ich mich aus versehen in Lava ertränkt, das hätten wir also auch). Und zunächst war ich noch motiviert, den ersten Nachmittag lang. In die Höhlen gegangen, neues Material raus geschafft. Dann mein Domizil vergrößert. Einen Keller ausgehoben, drei Räume (Werkstadt, Wohnraum, (magische) Bibliothek) übereinander gebaut, alles weiterhin aus Stein, oben aufs Dach ein paar Zinnen, damit es wie ein Wehrturm aussieht und für den Farbkleks einen Baum in dessen Mitte gepflanzt. Einen Pferch für Schafe gebaut, Felder für Bambus, Weizen und Melonen/Kürbisse angelegt, einen Wald für den Holznachschub auf einen der Berge gepflanzt. Nach der Innenausstattung auch das Äußere des Wehrturms etwas aufgepeppt, in dem ich in jedem Raum ein mal rund Glas und Onix eingebaut habe. Dann aus Jux vom Dach aus eine Treppe in den Himmel mit einer kleinen Entspannungshütte aus Holz und einer Glasfront für den Ausblick. Sogar ein Portal ins Nether, wo aber ohne Monster nix los ist und in der nahe gelegenen Wüste ein NPC-Dorf entdeckt.

Und dann war ich fertig und hatte keine Lust mehr. Sofort jegliche Motivation weg, ernsthaft. Ich hatte mein kleines Anwesen gebaut, weit weg gehen wollte ich nicht, wozu auch? In die Höhlen wieder, wozu? Ins Nether, wozu? Und um irgendwas wahrlich großartiges zu bauen, dafür ist mir ehrlich gesagt das Aquirieren aller benötigten Legosteine und auch der Bau an sich in Minecraft zu langatmig. Sorry, aber nach einem Nachmittag des Rumprobierens für mehrere Stunden bin ich zum Entschluss gekommen, dass Minecraft für mich persönlich nix ist, dafür ist mir das zu langweilig, bin ich zu faul. Zumal ich immer im Hinterkopf habe, was man alles für Games mit Ziel beenden könnte, Bücher lesen, Filme schauen kann, statt Stundenlang in Minecraft zum Selbstzweck zu bauen. Auch wenn ich ordentlich Respekt dafür habe, wenn jemande Downtown New York bis auf den Rattenkot genau nachgebildet bekommt.

Ich kann mir auch vorstellen, dass es im Multiplayer ganz spaßig ist. Halt MMO-esque, gemeinsam in die Höhlen vordringen, eine kleine Kommune gründen, in der alle zusammen eine Niederlassung errichten. Sowas halt.

Space Adventure Cobra

(Space Adventure) Cobra ist ein Manga aus den 70ern/80ern, der einige Nachfolgeserien, eine Hand voll kurzlebige Anime-Adaptionen und eine Videospielversoftung hier und da mit sich zog. Eines davon kam sogar auf dem Sega/Mega CD in den Westen, allgemein wie das Original gern als Space Adventure Cobra bezeichnet, genau genommen aber unter dem sperrigeren Titel The Space Adventures: Cobra – The Legendary Bandit. Scheint wohl etwas obskurer zu sein, weil es gegen Ende der Konsolenlebensspanne nur in geringer Auflage erschien und sich im Gegensatz zu Snatcher eben nicht im Nachhinein einen Namen machte.

Cobra ist ein männlicher Mann, wie es ihn männlicher nicht geben kann: Durchtrainierten Körper, stählernes Sixpack, darüber hauteng anliegende Klamotten in Signalfarbe Rot, die nichts der Fantasie überlassen, goldene Locken, einen Hang zum dramatischen Auftritt, immer an einer phallischen Zigarre nuckelnd und nebenbei am Piano-Computer seines Raumschiffes Klassik spielen. Freddie Mercury ist ein Scheiß dagegen.

Nah, er ist natürlich tatsächlich ein Testosteron-geschwängerter Womanizer, immer mit einem flotten Spruch, immer hinter T&A her und nicht immer ganz so cool im Auftritt, wie er gern täte, obwohl er am Ende des Tages natürlich dennoch alles rettet. Das typische Charakter-Klischee für solch einen Action-Reißer der damaligen Zeit. Das Ganze hat eigentlich einen recht netten, nostalgischen Charme. Cobra trifft hübsche Blondine im nuttigen Kampfanzug, Blondie braucht Hilfe und Cobra bietet sich natürlich an, jene zu stellen. Sie wird nämlich von der Piraten-Gilde und Crystal Boy gejagt, da das Tattoo auf ihrem Rücken zusammen mit dem ihrer beiden Schwestern eine Karte zu unvorstellbaren Reichtum ergeben soll.

Also auf die Suche nach den Schwestern durch die Galaxie gemacht. Das dauert überraschend lang. Bei einem Lizenz-Spiel zu einem Anime, dass mehr Visual Novel denn Adventure ist, hatte ich eigentlich erwartet, dass man nach gut drei Stunden schon durch ist, letztendlich braucht es aber doch fast drei Mal so lang, bis man wirklich all die Abenteuer auf der Suche nach den Schwestern und was sich sonst noch so alles in den Weg stellt, erledigt hat.

Ja, wie gesagt, einen gewissen nostalgischen 80iger-Macho-Action-Charme hat Space Adventure Cobra durchaus, natürlich geholfen durch die nette Optik und den absolut rockenden Soundtrack. Sogar das Voice Acting ist überraschend gut fürs Alter und wie obskur das Teil ist, da hat jemand tatsächlich sich die Lokalisation was kosten lassen.

Nur vom Spielerischen her ist’s leider dann nicht mehr so heiß. Im Prinzip ist es Snatcher gar nicht so unähnlich, wirklich groß Rätsel gibt es (fast) nicht, man klickt sich halt durch die Textpassagen und in jedem Bildschirm durch alle gegebenen Optionen, bis man alle Infos zum Weiterkommen hat. Nur ist Cobra noch geradliniger. Für japanische Adventures, die sowieso immer nah am Visual Novel sind, ist das grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Das hat zumindest den Vorteil, dass man nicht sterben kann (bzw. selten und dann geht es einfach an den Anfang der Sequenz zurück) und das Spiel einen auch nicht zum nächsten Part lässt, bevor man nicht alle dafür nötigen Infos abgegrast hat, man also nicht in Points of No Return geraten kann. Der Nachteil daran ist, dass es manchmal etwas langweilig ist, da man sich hier tatsächlich wie in einem Visual Novel nur durch viel Text wühlt. Rätsel gibt es höchstens 2 oder 3 absolute No-Brainer, Item-Handling gar nicht. Einfach alle Optionen durch klicken, bis eine neue kommt oder es irgendwo sonst weiter geht.

Besonders nervig ist es leider bei Cobra, da es wirklich extrem Braindead ist, da wirklich alle Optionen nicht ein, nicht zwei sondenr häufig drei Mal angewählt werden müssen, bis wirklich der komplette Text zu ihnen aufgebraucht ist und das Spiel einen wirklich nicht weiter lässt, es sei denn man hat alles gehört, auch wenn man schon längst mit weniger Infos drauf gekommen ist, wo es als nächstes weiter geht. Man kennt das vermindert vielleicht aus den Ace Attorneys, wo man schon längst selbst raus gefunden hat, was die große Lüge in der Aussage ist, das Spiel einem allerdings diese noch nicht zu wiederlegen durchgehen lässt, bevor man sich nicht so zu ihr vorgearbeitet hat, wie die Progammierer es von einem wollten.

Das macht Cobra häufig halt etwas unnötig langatmig und bremst so einige coole Szenen enorm aus. Dazu kommt dann noch die miserable Entscheidung in die finale Szenerie des Spieles tatsächlich etwas Gameplay hinein zu fügen, in Form von Kämpfen aus dem Nichts. Und jeder weiß, dass dies in Adventures immer schief läuft, auch in Cobra nerven sie gewaltig.

Trotzdem, ganz nett fand ich das Spiel irgendwo schon, allem gelegentlichen Frust zum Trotze.

Mysterious Skin

Gregg Araki scheint gerne Filme über unangepasste Jugendliche mit (selbst-)zerstörerischen Tendenzen zu drehen. Dysfunctional Generation Y, ziellos und unberrechenbar. Immerin hat er sogar einer seiner Filmreihen den Oberbegriff “Teenage Apocalypse Trilogy” gegeben. In Mysterious Skin wendet er sich auch solchigen zu, bzw. im Hauptaugenmerk des Geschehens steht nur ein Charakter und der hat einen Grund, warum er gestört und selbstzerstörerisch ist.

Neil ist frühreif. Bereits mit 8 hat er seinen ersten Samenerguss und fühlt sich zu Männern hingezogen, zu richtig männlichen, dem Chuck-Norris-Typ, den seine Mutter nach Hause bringt. Als er von jener in die Baseball-Mannschaft gesteckt wird, ist Neil sofort Feuer und Flamme für den Coach. Und der für ihn, beginnt er doch den kleinen Jungen langsam aber gezielt in eine sexuelel Beziehung mit sich zu leiten.

Das ruiniert den Jungen. Mit 10 gibt er “zur Entschuldigung” das erste Mal jemand andrem einen Blow Job, ab 15 verdient er sich sein Taschengeld als Stricher. Mit 19 folgt er seiner besten Freundin nach New York, wo es wesentlich einfacher als in der kleinen Kansas-Stadt der Jugend ist, an jemanden mit einer Krankheit oder brutalen Ader zu geraten.

Brian ist gleicher Jahrgang wie Neil und stammt aus der gleichen Gegend. Als 8-Jähriger fehlten ihm plötzlich 5 Stunden seines Lebens, an die er sich nicht mehr erinnern konnte, seither hatte er regelmäßig Blackouts, Nasenbluten und einen Rückfall in die Bettnässerei. Mit der Zeit ist er der festen Überzeugung, von Aliens entführt worden zu sein. Als er dann mit Traumanalyse anfängt bemerkt er in ihnen die Anwesenheit eines andren Jungens, Neil. Also versucht er ihn ausfindig zu machen, um die Wahrheit des Geschehens zu erfahren.

Wer nicht spätestens 15 Minuten im Film weiß, was hinter Brians Alien-Schutzreaktion steckt, muss wohl irgendwann mal von Außerirdischen das Hirn entfernt bekommen haben. Der Film spricht es nicht direkt an, das große Finale ist die dramatische Szene, wenn Brian es endlich heraus findet, doch macht er es dem Zuschauer dennoch schrecklich offensichtlich.

Mysterious Skin behandelt also Pädophilie. Er bleibt dabei gar nicht mal allzu lang bei den 8-Jährigen Jungs und was der Coach so alles mit ihnen treibt, sondern der Großteil des Filmes behandelt deren 19-Jährige Form und wie es sie gezeichnet hat, die Langzeitfolgen des Geschehens also. Angeblich war der Film echt kontrovers, hat in vielen Ländern ein 18ern-Siegel bekommen, eben wegen der Thematik aber auch wie schonungslos er handelt, gerade später Neils Stricher-Leben. Das stimmt zum Teil schon, der Film versucht schon bodenständig und realistisch zu bleiben, beschönigt natürlich nix (was bei der Thematik fatal wäre), aber man kann’s auch übertreiben. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich da schlimmere Filme gesehen habe bereits, Children of the Dark widmet sich dem thailändischen Sex-Tourismus und Organhandel an Kindern und ist wesentlich schonungsloser und brutaler zu den Kids. Wenn Neil von einem seiner Freiern brutal in der Wanne vergewaltigt und blutig geschlagen wird, dann ist das fies, aber es ist kein Irreversible, in dem Monica Belucci 15 Minuten am Stück missbraucht und dann ins Koma geprügelt wird.

Was guck ich da überhaupt ständig für Filme? Es wird wohl doch demnächst Zeit für Alice in Wonderland `99, eh?

Wer den Preis als brutalst umgesetzte Thematik gewinnt, ist aber ja auch irrelevant, Mysterious Skin fand ich halt einfach nur nicht so schockierend mehr, nach den obig genannten Filmen. Im Gegensatz zu jenen funktioniert er allerdings als menschliches Drama für mich, was viel wichtiger ist. Children of the Dark behandelte die Sache so distanziert und nüchtern, fast schon wie ein Doku. Da können noch so viele Kinder in kleine Drecklöcher zusammen gepfercht werden, nachdem sie sich bei den Sextouristen mit einer Krankheit angesteckt haben halb tot in einen Sack gesteckt und auf den Müll geworfen werden, wenn er mich ob seiner Nüchternheit nicht emotional involviert, ist mir das ziemlich egal. Irreversible hat hingegen das Problem, in Revers zu laufen, zuerst die gebrochenen Charaktere zu zeigen, dann woran sie zerbrachen und am Ende wie sie glücklich waren. Das führt aber nur zu einem echt langweiligen Finale, erneut kenn ich die Charaktere wenn die Kacke am Dampfen ist noch nicht genug, um wirklich mitzufühlen.

Mysterious Skin ist da dramaturgisch viel besser, viel Charakter-orientierter, bringt sie uns nahe. Besonders Neil natürlich, dem Planet, um den der Film kreist. Damaged Goods und White Trash wie er sein mag, hat er dennoch Charme – und natürlich gutes Aussehen, immerhin wird er von Joseph Gordon-Levitt gespielt. Man kann verstehen, wie die Mischung aus desillusioniertem Bad Boy und fragilem Schönling mit charmantem Lächeln die Leute anzieht. Selbst seine beste Freundin rät einem dritten Freund mal, sich besser nicht in Neil zu vergucken, da er kein Herz hätte und das nur unglücklich macht. Das stimmt natürlich nicht, irgendwo hat Neil natürlich ein Herz, aber er ist halt auch abgebrüht und selbstzerstörerisch in seinem Handeln, natürlich führt ein Zusammensein mit ihm nicht zum Glück, was Glück ist und wie man es erreicht hat Neil nie gelernt – er denkt ja bis kurz vor Ende des Filmes noch eisern, seine glücklichste Zeit war, als er was Besondres für einen Coach war.

Das Ende ist dann entsprechend passend, wenn vielleicht auf den ersten Blick auch etwas unbefriedigend. Brian findet heraus, was wir seit eineinhalb Stunden wissen, was für ihn natürlich dramatisch ist, für uns nicht mehr so. Und das war es. Kein großes Finale, kein alles veränderndes Ereignis. Der Film endet einfach so. Denn es gibt nichts, was groß passieren könnte, nichts was die Situation verändern könnte. Die beiden sind fürs Leben gezeichnet, was passiert ist ist passiert und das war es. Entwedern werden sie damit zu leben lernen… oder nicht.

Felidae

Normalerweise bin ich häufig eher der Meinung, dass die FSK etwas arg übertrieben bewertet (ganz zu schweigen davon, eine Freigabe komplett verweigern zu können, einem volljährigen Publikum also Sachen vorenthalten zu können), doch manchmal haben die ihren witzigen Tag. Ich werde ewig überrascht sein, wie Gantz Director’s Cut mit einer 16er-Freigabe davon gekommen ist beispielsweise. Zwei weitere Beispiele wäre Watership Down, das bestimmt jeden 6-Jährigen fürs Leben zeichnet und Felidae, welches irgendwie mit einer 12er durch gewunken wurde, vielleicht weil es halt alles nur animiert ist und sich um Katzen handelt, aber dennoch überraschend. Mit der Freigabe ist der Film natürlich in einer eher ungünstigen Lage: Ein Film für Kinder ist es eindeutig nicht, die werden von der Freigabe sogar theoretisch davon strickt ausgeschlossen, gleichzeitig kam er allerdings auch zu einer Zeit raus, als Animation für Erwachsene/japanische Anime noch nicht wirklich viel Interesse auf sich zogen und mit einer vergleichsweise harmlosen 12er-Freigabe sowieso die wenigen Kuriosen nicht unbedingt anzog.

Worum geht’s überhaupt? Francis ist neu in der Nachbarschaft und stolpert direkt über eine Mordserie. Als Hobbydetektiv startet er natürlich sofort seine Investigation und entdeckt dabei die Claudandus-Sekte, die einem Märtyrer huldigen, der vor Ewigkeiten bei schrecklichen Tierversuchen starb. Stellt sich nur heraus, dass jener sogar noch lebt, über die unmenschlichen Versuche verrückt wurde und nun versucht, die Felidae zurück zu ihren Wildkatzen-Ursprüngen zu züchten, als sie noch frei und unberechenbar und vom bösen Menschen unangetastet waren, ja sogar verehrt wurden.

Ein Thriller also, nur mit Katzen. Mit ganz schön fiesen Katzen, denn die Biester hier reißen sich gegenseitig die Nacken und schlitzen sich die Bäuche auf. Den Opfern fehlt da schon mal ein Kopf oder liegen die Därme hübsch drapiert außerhalb des Körpers rum. Von den Alpträumen, die Francis hat, und die ihm Visions-gleich Hinweise auf die Lösung des Mysteriums geben, ganz zu schweigen. Wie gesagt, ich bin richtiggehend überrascht, dass die FSK dies hier mit einer 12er abgesegnet hat. Das ganze basiert übrigens auf einem Roman, angeblich bekannt, ich Kulturbanause hatte von jenem bis zum Sehen des Filmes vor gut 15 Jahren nix gehört, welcher sogar eine ganze Reihe nach sich zog. Sowohl Original wie Animations-Adaption übrigens aus deutscher Feder.

Ich muss den Film wohl so mit 13 zum ersten Mal gesehen haben, plus/minus ein Jahr, wer weiß das nach all der Zeit schon noch so genau. Ich war damals wirklich überrascht, fand ihn aber echt toll, so richtig schön düster und fies. Mittlerweile bin ich nun mal etwas (viel) älter und nicht mehr so leicht zu beeindrucken. Aber ein spannender Thriller ist er immer noch, definitiv einen Blick wert, schon allein weil’s mal ein wenig was anderes ist. Natürlich mit Parallelen nicht nur direkt zu Gräueln bei Tierversuchen, sondern auch zum arischen Völkerkult zur Nazizeit. Schwächen leistet er sich allerdings dennoch. Gerade den Anfang fand ich etwas holprig, bereits eine Szene nachdem Francis das erste Opfer sieht hat er schon konkludiert, dass alle bisherigen vier männlich und rollig gewesen sind, obwohl wir nie erfahren, wie er das überhaupt rausgefunden hat. Dass er diese seltsamen Visionen, wie interessant sie visuell auch teilweise sind, hat, muss halt mal einfach so akzeptiert werden, genau wie das Katzen sprechen, Bücher lesen und mit Computern umgehen können. Der Synchronsprecher von Francis ist zwar immer zumindest solide, liefert aber eine etwas unebene Leistung ab.

Also ich traue diesen Katzenbiestern nicht mehr, wenn ich das nächste Mal eine auf der Straße mich ominös beobachten sehe, steige ich aufs Gas und fahr drüber. So als fieser Nazi Mensch Dosenöffner.

Quickies

Die hatten wir schon eine Weile nicht mehr, hmm? Ich muss aufhören, aus jeder Kleinigkeit gleich einen halben Roman zu machen (nach Internet-Jugend-Standards zumindest, für die schon ein kompletter Twitter-Eintrag ohne Kürzel zu verbos ist), sondern mich für Unwichtigkeiten auch mal wieder kurz fassen.

How I Met Your Mother: Season 6. Gott, eigentlich schon vor Ewigkeiten geschaut, ich mein mittlerweile lief sie sogar bereits im deutschen Fernsehen. Ted hat mal wieder eine Neue, mit der die Beziehung scheitern wird, da sie so definitiv nicht your Mother ist. Lilly und Marshall werden ihren Babywunsch natürlich noch nicht in die Tat umsetzen können, damit sie weiterhin mit der Gang rumhängen können, statt sich gestresst zu streiten zwischen dem Windelwechseln und Bäuerchen machen. Und Barney findet seinen Vater, dun dun dun. Ehrlich gesagt find ich hat die Serie nachgelassen, gerade die sechste Staffel ist bei Weitem nicht mehr so witzig, wie es die Serie mal zu Beginn war. Hoffentlich läuft sie sich nicht tot wie Friends – immerhin hab ich sie mal ganz zu Beginn als moderne und witzigere Version davon bezeichnet.

Happily Divorced. Ich mag Fran Drescher. Trotz der Stimme. Obwohl sie immer die gleiche Rolle spielt. Trotz der immer gleichen Witze und Klischees. Guilty Pleasure, maybe. In Happily Divorced ist sie eine Single-Frau, die ihre besten Jahre schon hinter sich hat. Was für eine Überraschung. Allerdings war sie hier bereits verheiratet, bis sich ihr Mann, mit dem sie immer noch zusammen wohnt, als schwul heraus stellte. Als geht es diesmal um zwei alternde Ladies, die auf der Suche nach Mr. Right sind und nur an seltsame Gestalten geraten oder sich selbst im Weg stehen. Comfort Food, bietet keine Originalität oder Überraschungen, aber ist ganz unterhaltsam gewesen.

Apropos Guilty Pleasure TV: America’s Next Top Model. Spezifisch Cycle 16 (verdammt, die sind auch schon bereits zwei Cycles weiter, ist die Show eigentlich irgendwann mal nicht zu sehen, so wie die die Staffeln raus hauen?), aber die sind ja eh ziemlich austauschbar, egal wie häufig sie meinen, diesmal alles geändert zu haben. Ich war ja total für die zynisch-sarkastische Molly, die ständig schlecht drauf war, weil die total wie ich ist – wäre ich kein männlicher Troll und stattdessen ein großes, blondes, menstruierendes Model. Aber das ist natürlich die falsche Attitüde fürs Business und so wurde sie’s nicht. Project Runway Season 9 passte da natürlich auch gut dazu, diesmal mochte ich aber so ziemlich niemanden, der dran teilgenommen hatte besonders. Der total unfreundliche Emo-Chinese ging mir auf jeden Fall tierisch auf den Keks und die alternde Drama Queen Schwuchtel auch. Letztere mochte eh keiner, und er auch niemanden zurück, weswegen diese Staffel natürlich für die Quote um so mehr Team Challenges veranstaltet hat.

Marley & Me, basierend auf einem Bestseller autobiographischer Natur über das Leben eines jungen Ehepaares und später Familie mit ihrem Labrador, dem „schlimmsten Hund der Welt“. Und ich mochte ihn echt nicht. Die erste halbe Stunde ist ganz nett, richtiggehend charmant sogar und ein wenig witzig. Dann nicht mehr. Der Hund geht zusehends auf den Keks. Die Menschen sowieso. Der ganze Film holpert und ist total bipolar. Mal will er witzig sein, dann wieder dramatisch und das alles so schnell in Folge. Vielleicht ist das Problem einfach, 10 Jahre Ehe- und Familienleben plus Hund in unter 2 Stunden zu bringen. Drama entsteht, ist in der nächsten Szene schon wieder vorbei. Bestes Beispiel wenn sie mit den zwei Kindern und dem Chaoten-Hund total überfordert ist und BANG! plötzlich steht sie in der nächsten Szene mit einem dritten Kind da und alles ist wieder total A-OK. Warum? Darum. Und allgemein, der Hauptcharakter will etwas, es wird dramatisch, dann hat er was er will auch schon. Und ist dennoch nicht glücklich, will wieder was anderes, und bekommt auch das in Windeseile. Irgendwann ist der ganze Mist echt nur noch an mir vorbei geflossen, ohne dass ich mich für irgendwas interessiert hätte, weder für die blöden Menschen, was in ihrem Leben passiert oder das der dämliche Hund stirbt.

Jurassic Park: The Movie That Isn’t One

Man muss Telltale Games eigentlich mögen, zumindest als Kind der 80er/90er wie ich. Immerhin lassen sie so viele Franchises wieder aufleben, die man toll fand, von Sam & Max über Monkey Island bis hin zu Back to the Future und Jurassic Park (wir klammern mal aus, dass ich abgesehen von Jurassic Park nix davon wirklich als Kind gesehen/gespielt habe). Auf der anderen Seite ist’s natürlich auch Surfire Gewinn, immerhin werden diese Dinge sich auf jeden Fall schon allein des Namens wegen verkaufen, ganz wie Star Wars, egal wie viele schlechte Einträge George Lucas noch bringen wird. Immerhin sind die von Telltale Games auch alles gute bis sehr gute Spiele, obwohl wenn ich immer das Gefühl nicht ganz los werde, dass sie alle mehr Potential haben, als sie dann einlösen.

Ich glaub wir können nun keine Freunde mehr sein, Telltale. Nicht nach Jurassic Park: The Game. Es gibt Sachen, die stellen selbst die stärkste Bindung auf wackeliges Eis.

Jurassic Park: The Game ist schon mal ein irreführender Name, Jurassic Park: The Interactive Movie trifft es schon eher. Denn das Ding ist wie Fahrenheit und Heavy Rain: Viele Cutscenes anschauen und dabei QTEs nicht verhauen. Klar, an ein paar Stellen muss ich auch ein wenig in der Gegend rum schauen, zwei Sätze mit einem Charakter wechseln oder ein “Rätsel” lösen, für das sich in den 90en jedes Adventure Game geschämt hätte, es als “Rätsel” zu bezeichnen, aber 90% der Spielzeit sind Quick Time Events. Das hat mit einem klassischen “Spiel” per se nicht mehr viel zu tun, sondern ist einen Film anschauen, bei dem ich Knöpfe drücken muss, um die nächste Szene sehen zu dürfen.

Das ist an sich nicht negativ gemeint. Sicher, QTEs sind nach Motion Controlls wohl das, was moderne Gamer am meisten satt geworden sind und feststellen mussten, dass sie in den mesiten Spielen mehr nerven, denn die Erfahrung bereichern würden. Doch gerade diese interaktiven Filme, für die sind sie wie gemacht. In dem das Überleben der Charaktere eben tatsächlich in meinen Reflexen liegt, kann das die Immersion ins Geschehen wesentlich verbessern. Ich mochte Fahrenheit (jepp, trotz des Endes) und Heavy Rain.

Jurassic Park ist leider nicht deren Kaliber. Eine der wichtigsten Dinge in solch einem interaktiven Film ist die Handlung, die muss spannend und verschachtelt sein, einen ständig auf Trab halten. Eben um zu rechtfertigen, dass wir es hier nicht mit einem “richtigen” Spiel zu tun haben, sondern einen Film mit Button Inputs sehen. Und Jurassic Park ist eben… ein Jurassic Park. Die Handlung ist brauchbar, für einen Abenteuerfilm. Die gewohnte Schoße halt: Gruppe Leute sind auf Dinosaurier-Streichelzoo-Insel, als die Sicherheitsanlagen ausfallen, die Dinos los sind und müssen nun vor ein paar Raptoren und T-Rexen weg laufen, bis sie endlich einen weg von der Insel gefunden haben. Darunter haben wir einen Veterinär mit seiner Teenie-Tochter (die das menschliche Drama in Form eines angespannten Vater-Tochter-Vehältnisses rein bringen), die Forscherin der die Dinos wichtiger als die Menschen sind (und die man jedes mal ohrfeigen will, wenn sie den Mund aufmacht und Worte raus fallen), und Söldner (jene, die auf einer Rettungsmission sind und alle von der Insel holen sollen und jene, die Dino-Embryos für die Konkurrenz klauen sollen). Wie gesagt, gewohnte JP-Handlung und Charaktere, Überraschungen wird man hier nicht finden. Um so eine passable/Zweckdienliche Handlung zu hinterfüttern, braucht es also ein gutes Gameplay. Und das hat man hier halt nicht, eine Reihe QTEs tuns da nicht.

Die andere Sache ist, dass die QTEs hier häufiger mal gern hochgradig nerven. Erneut: Heavy Rain und Fahrenheit machen’s weitestgehend richtig, in dem ich einige Knopfdrücke durchaus versemmeln darf, so lange ich einen Großteil der Sequenz schaffe, bin ich meist fein raus. Die Sequenzen in Jurassic Park sind da wesentlich kürzer, dafür gibt es aber auch viel mehr Momente, wo auch nur ein vermasselter Input Instant Death bedeutet. Es wird zwar immer am Anfang einer Sequenz und bei den längeren auch schon mal zwischendrin gespeichert, so dass nie viel nachgeholt werden muss, aber dennoch ist es echt unmotivierend, wenn schon kleine Irrtümer einen sofort umbringen.

Zumal ich allen ernstes auch steif und fest behaupte, dass ein gutes Drittel der QTEs einfach nicht menschlich machbar sind. Wenn ich bei Fahrenheit was falsch gedrückt habe – abgesehen davon, dass mich ein falscher Druck meist eh nicht in die Pfanne haut – hatte ich doch fast immer das Gefühl, dass es machbar gewesen wäre. Wenn ich besser aufgepasst hätte oder ein besserer Spieler wäre oder wie auch immer. Jurassic Park fordert einem aber manchmal so schnell hintereinander zu drücken oder eine Taste so schnell zu hämmern, dass ich allen ernstes davon überzeugt bin, ein menschliches Wesen hat so eine Reaktionszeit bzw Geschwindigkeit nicht. Jesus Fucking Christ, ich bin doch keine Maschine. Oder Japaner. Same Difference.

Eine Nettigkeit ist immerhin, dass die Sequenzen langsam einfacher werden, wenn sie wiederholt vermasselt werden, wirklich stecken bleiben in Jurassic Park kann man also nicht. Nicht das es wesentlich motivierender ist, vier, fünf, sechs Mal hintereinander durch die selben Kombinationen gehen zu müssen, bis endlich der eine Knofpdruck, den man wiederholt vermasselt hat, möglich ist. Obendrauf kommt, dass es meist sofort von “Wie zur Hölle soll ich das bitteschön schaffen, du verdammtes Spiel” zu “Selbst ein Säugling würde das hin bekommen” wechselt, was schon fast bleidigend ist.

Zuguterletzt sieht das Spiel natürlich auch nicht besonders toll aus. Die einfache Comic-Grafik, die Telltale normalerweise nutzt passt zu so was wie Monkey Island und Sam & Max, sogar in stilisierter Form zu einer Komödie wie Back to the Future… aber bei einem interaktiven Film, mit weitestgehend ernster/im Realismus behafteter Handlung, nein da muss es auch wie ein Film aussehen, da tut es eine PS2-Grafik und seltsame Bewegungsabläufe in den detailarmen Charaktermodellen nicht.

Tja, sorry Telltale, nette kleine Idee hattet ihr da mit Jurassic Park: The Game. Wirklich funktioniert hat es nur nicht. Ihr braucht entweder eine bessere Handlung,  oder müsst es mit umfangreicherem Gameplay hinterfüttern, es wie all eure andren Spiele zu einem richtigen Adventure machen, und das QTE-Finetuning müssen wir auch noch mal lernen, gell?

Kubrick Wednesday – The Killing

Auch Kubricks The Killing ist wie sein im Vorjahr gedrehter Killer’s Kiss ein Film Noir. Das ist Fancy Talk für langsame, da Charakter-zentrierte, Krimis in monochromer Optik und ohne Happy End.

Der Titel ist dabei etwas irreführend, da im Zentrum der Handlung nicht wirklich eine Tötung steht, sondern ein Überfall, auch wenn der Plan einen Mord beinhaltet (an einem Pferd). Es geht um eine Gruppe Männer, die eine Pferderennbahn überfallen wollen, jeder mit einer eigenen Aufgabe: Einer lenkt mit einer Schlägerei das Wachpersonal ab, einer schleußt den nächsten rein, einer erschießt für noch mehr Trubel eines der Pferde im Rennen, der hinter die Kulissen geschleußte macht den Überfall, der Polizist schafft den Sack voll Geld unauffällig fort. Dadurch, dass zusätlich im Finale, wenn all dies passiert, gern hin und her gesprungen wird, mal das Vorgehen jenes Charakteres, dann einige Minuten davor das eines anderen, gezeigt wird, kommt man sich fast etwas vor, wie im verschollenen Großvater von Oceans Eleven.

Um sich seinen Titel als Film Noir zu verdienen, passiert dafür die erste Stunde nicht viel. Wobei das ist gelogen, es passiert nicht viel Action, die ballt sich aufs Finale, dafür bringt uns hier der Film die Charaktere näher. Gerade warum einige hiervon überhaupt mit spielen. Da wäre beispielsweise der ehemalige Häftling, der wegen dieser Vorgeschichte nicht mehr richtig auf die Beine kommt. Oder der Ehemann mit seiner kranken Frau. Und obligatorisch natürlich auch, um die Sache zu verkomplizieren, das Ehepaar, das nicht mehr funktioniert. Er würde alles für sie tun, sie ist von der Ehe enttäuscht, hat heimlich einen Geliebten und bleibt nur wegen der Aussicht auf besagtes Überfallgeld bei ihrem Mann – planend ihn anschließend um die Ecke zu bringen und mit dem jungen Stecher und all den Monten abzuhauen.

Bei so einer aufs Genaueste durchgeplanten Sache, in der so viele Charaktere involviert sind, gibt es natürlich reichlich Komplikationsmöglichkeiten und im Gegensatz zu den Oceans läuft bei The Killing dann auch einiges schief im Plan, so ein Film Noir braucht doch seine Zynik.

Und damit haben wir ihn, einen weitestgehend geradlinigen, sich langsam entfaltenden und die Charaktere näher bringenden Krimi, mit bitterbösem Ende, kompetent erzählt und gefilmt. Sicher nicht der rasanteste oder spektakulärste Eintrag ins Kubrick-Pantheon aber nichtsdestotroz ein weiterer guter.

My Bloody Valentine

Nö, es geht nicht um die Band. Mit Musik kenn ich mich nicht aus. Und im Gegensatz zu Videogames, Filmen und Büchern tu ich da auch nicht so, als würde ich es. Es geht um den Horrorfilm. Nein, nicht den 2009er, sondern dessen Original von 1981. Ist doch schön, dass nicht nur Weihnachten seine feierlich motivierten Slasher hat, sondern auch ein sogar noch mehr verkommerzialisierter herziger.

Das Setup ist das übliche: Die Stadt Valentines Bluff hat sich bei einem solchen Namen natürlich voll auf den Feiertag verlagert und startet alljährlich einen Valentinstags Tanz, um das dröge Leben in einer von der Minenarbeit dominierten Kleinstadt im Nirgendwo aufzulockern. Bis eines Tages eine Gruppe Minenarbeiter verschüttet geht, weil die Aufseher sie zwecks Tanz nicht beaufsichtigt haben. Alle sterben bis auf einer, der die Tage bis zu ihm durchgegraben wurde, überlebte, in dem er seine toten Mitarbeiter verfrühstückt hat. Anschließend ist er umgegangen und hat allen Verantwortlichen das Herz raus gerissen und sie in Valentinsgeschenkboxen verschickt.

Das ist 20 Jahre her und endlich soll wieder ein Tanz stattfinden, nachdem man dies die letzten zwei Jahrzehnte vermieden ha. Und natürlich geht das Morden direkt wieder los, der Tanz wird abgesagt, aber die jungen “Kids” (jeder referiert sie als solche, die sind aber eindeutig schon in ihren späten 20ern und arbeiten zum Großteil in der Mine, sind also auch so keine End-20er-Schauspieler, die so tun als wären sie in der High School) sind natürlich nur an Par-teyh interessiert und schmeißen eine in der alten Mine. Super Idee und so, cleveres Völkchen.

Jepp, My Bloody Valentine ist also ein relativ geradliniger und einfacher Slasher: Kerl wird am Feiertag schlimm zugerichtet und nutzt ihn ab nun dazu, Leute um die Ecke zu bringen, statt Feiertagsfreude zu verbreiten. Dazu kommt noch ein kleiner Charaktersubplot über einen Kerl, der versucht hat sein Glück in der großen Stadt zu finden aber zurück gekrochen kommen musste, seine ehemalige Freundin bereits an einen andren verloren hat, sie aber zurück will und die Alte sich auch nicht so richtig zwischen den beiden Kerlen zu entscheiden zu können scheint. Aber das ist weitestgehend Beiwerk und weitestgehend führt zu nicht viel.

Solche einfachen Slasher waren halt besonders zu damaligen Zeit, in den 70ern und 80ern, in. Und bekamen bald einen Backlash ob ihrer Brutalität zu spüren und wurden notorisch zensiert. Für die jungen Kinderchen unter euch, bevor es Videospiele gab, machte man die Horrorfilme dafür verantwortlich, wenn jemand aus sozial schwachem Haushalt und ohne Zukunftsaussichten sich dafür entschied, durchzudrehen. My Bloody Valentine war ein solches Opfer, wurden doch einige Minuten raus geschnitten und erst 2009, bei einem Re-Release als Cash in zum Remake, restauriert. Sagenumwobene 9 Minuten sollten es sein, dass ist aber Bullshit gewesen, man erkennt an der wesentlich schlechteren Ton- und Bildqualität eindeutig, welche Szenen das sind und obwohl es wirklich viel ist, kommt es fast 10 Minuten nicht mal nahe.

Und der Film ist tatsächlich ziemlich fies was die Gore-Effekte angeht, das muss man ihm schon lassen. Auch an Kreativität fehlt es ihm nicht, was die Tötungsmethoden angeht. Leider ist er halt dennoch so ein wenig Standard-Slasher der damaligen Zeit, weder besser noch schlechter als der Gros, ist nicht ganz so humorig wie beispielsweise ein Silent Night, Deadly Night. Durchaus gut schaubar, besonders wenn man sich mal einen nostalgischen Abend mit anderen Horrorfans der damaligen Zeit macht.

In dem Sinne: Frohen Valentinstag miteinands.

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